Angst abbauen: Malsfeld will Flüchtlinge aufnehmen

+

Die Gemeinde Malsfeld bereitet sich auf die Aufnahme von Asylsuchenden vor. Doch es fehlt noch geeigneter Wohnraum.

Malsfeld. Jene, die aus ihren Heimatländern fliehen mussten, um zu überleben, finden nun im Schwalm-Eder-Kreis ihr neues Zuhause. Auch die Gemeinde Malsfeld bereitet sich auf den Empfang von Flüchtlingen vor und möchte sie willkommen heißen. Doch bevor es soweit ist, muss noch einiges gemacht werden. Der Grundstein wurde am Montagabend bei einer ersten Gesprächsrunde mit rund 30 interessierten Bürgern im Malsfelder Rathaus gelegt. "Auch in Malsfeld wollen wir helfen. Vordergründig muss jetzt geklärt werden, wo die Asylsuchenden in der Gemeinde untergebracht werden können", erklärte Bürgermeister Herbert Vaupel. Vize-Landrat Winfried Becker habe auf die dramatische Situation hingewiesen, dass der Kreis langsam an seine Grenzen stößt. Die meisten Flüchtlinge seien in Homberg, Melsungen, Fritzlar oder Spangenberg. In Malsfeld gibt es bisher noch keine. Vaupel: "Die Frage, die wir uns stellen müssen ist: Was können wir als Bürger für die Willkommenskultur tun?" Einige Ideen und Anreize zu Unterbringungsmöglichkeiten kamen von den Bürgern: So möchte eine Hombergerin eine Privatwohnung zur Verfügung stellen; auch die Idee, das DGH als Wohnraum zu nutzen, fiel in die Gesprächsrunde.

Ängste und Sorgen nehmen

Den Bürgermeister freute der Einsatz – jedoch brauche Malsfeld mehr davon. Dazu müssen aber erst Ängste abgebaut werden. "Das größte Problem ist, dass die möglichen Vermieter nicht wissen, was auf sie zukommt und sie sich selbst überlassen fühlen. Wir müssen intensive Aufklärungsarbeit leisten", so ein Bürger. Vor allem müssten junge Familien berücksichtigt werden. Eine Unterbringung in Kasernen wäre eine Katastrophe, Container der allerletzte Ausweg: "Dort gibt es keine Trennung zwischen der Erwachsenen- und Kinderwelt, Kinder bekommen alles mit", äußert eine Bürgerin ihre Sorge. Um geeigneten Wohnraum zu finden und Ängsten entgegenzuwirken, sollen weitere Gesprächsrunden und Informationsabende mit erfahrenen Referenten folgen. Schon nach den Osterferien geht’s in die nächste Gesprächsrunde. "Unsere menschliche Verpflichtung ist es, den Menschen zu helfen. Wir brauchen uns nur vorzustellen, wir wären in dieser Situation", betonte Bürgermeister Vaupel.

+++ EXTRA INFO: Informationen und Wohnraum-Vorschläge +++

Wer Vorschläge zu möglichen Wohnräumen hat oder selbst eine Wohnung vermieten möchte, kann sich an Nadine Bremer von der Kreisverwaltung Schwalm-Eder (Sozialverwaltung) unter 05681-775-225 oder Nadine.Bremer @schwalm-eder-kreis.de wenden. Mehr Infos und Vorschläge auch im und an das Rathaus der Gemeinde Malsfeld unter 05661-500270 oder info@malsfeld.eu.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Melsungen: Fassadenplatten aus Vorgarten gestohlen

Tat geschah um 1.22 Uhr in der Nacht zu Samstag.
Melsungen: Fassadenplatten aus Vorgarten gestohlen

Schwalm-Eder-Kreis meldet drei neue Corona-Tote

Zahl der Infizierten stieg um sieben auf 282.
Schwalm-Eder-Kreis meldet drei neue Corona-Tote

Diebstahl in Tankstelle: Täter hatten Mundschutz um  

Spangenberg: Pärchen stahl zwei Sechser-Träger Krombacher und drei Schachteln Marlboro.
Diebstahl in Tankstelle: Täter hatten Mundschutz um  

Gudensberg: Unbekannte stehlen Mountainbike

In der Straße "Am Posthof": Fahrrad war ab- aber nicht angeschlossen.
Gudensberg: Unbekannte stehlen Mountainbike

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.