Appell an Politik: FBGs in Nordhessen zeigen Parteien „schwierige Lage“ in der zukünftigen Holzvermarktung auf

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Vertreter der Forstbetriebsgemeinschaften und Vertreter verschiedener Parteien äußerten sich zum Thema Holzvermarktung: (v. li.) Karl Weiß (am Rednerpult), Volker Dippel (FBG Kassel), Matthias Wettlaufer (CDU), Engin Eroglu (Freie Wähler), Renate Glaser (AfD), MdL Heinz Lotz (SPD), Max Grotepaß (FDP), Reinhold Trümner FBG (Jesberg) und Hartmut Spogat (FBG Fritzlar)

Die FBGs in Nordhessen luden zu einem Informationsabend ein, bei dem auch Politiker anwesend waren. Thema war die "Zukünftige Holzvermarktung in Hessen".

Nordhessen. „Zukünftige Holzvermarktung in Hessen“ – dieses Thema beschäftigt derzeit die Forstbetriebsgemeinschaften in Hessen. Der Grund: Ab dem kommenden Jahr übernimmt Hessen Forst nur noch für Forstbetriebe von Waldbesitzern (Privat und Kommunalwald) mit einer Betriebsfläche von 100 Hektar den Holzverkauf. Auch in Nordhessen machen sich die dortigen Forstbetriebsgmeinschaften (FBG) seit geraumer Zeit intenvis Gedanken darüber, wie man sich gemeinschaftlich zukünftig neu organisieren könne. Deshalb hatten die FBGs in Nordhessen vor Kurzem zu einem Informationsabend zum Thema „Zukünftige Holzvermarktung“ in das Gasthaus „Zur Krone“ in Homberg-Wernswig eingeladen (wir berichteten).

Vor knapp 180 Gästen eröffnete Karl Weiß, Vorsitzender der FBG Homberg, im Namen der sieben nordhessischen Forstbetriebsgemeinschaften, die Veranstaltung. Nicht nur Waldbesitzer nahmen teil – ebenso waren Vertreter aus der Politik eingeladen, die zum Thema Stellung bezogen. Aktuelle Informationen gab es von Florian Peter Koch (Forstamtsleiter Neukirchen) und Bernd Reißmüllert (Hessisches Landwirtschaftsministerium).

„Ziel war es, gerade den Politikern nicht nur die schwierige Lage der Forstwirtschaft nach diesem Sommer zu verdeutlichen, sondern auch darauf hinzuweisen, in welch schlechter Vermarktungsposition sich in Zukunft die Forstwirtschaft befindet“, erklärte Karl Weiß im Anschluss an die Veranstaltung.

Wenn Hessen Forst in Zukunft die Holzmengen von Staats-, Kommunal- und Privatwald nicht mehr gebündelt vermarkten darf, werde dies entscheidende Preisnachteile für die Holzanbieter zur Folge haben, da ein größeres Mengenangebot an Holz immer bessere Preise am Markt erzielt als viele Kleinmengen in Summe, so die Meinung von Weiß und seinen Mitstreitern.

„Nur wenn in Zukunft die Mengen von Kommunal – und Privatwald gebündelt vermarktet werden können, werden die Waldbesitzer als Partner der Sägeindustrie wahrgenommen. Kleinteiliger Verkauf von einigen Festmetern Holz wird bei Sägewerken mit einer Jahreseinschnittskapazität von mehreren hunderttausend Festmetern nicht ernstgenommen“, machte Weiß deutlich. Deshalb appellieren die nordhessischen Forstbetriebsgmeinschaften an die Politik: „Egal, welche Parteien im Januar 2019 die Landesregierung stellen, müssen die entsprechenden Paragraphen der hessischen Gemeindeordnung und der Vergaberichtlinie so verändert werden, dass eine gemeinsame Vermarktung von Holz aus den zwei unterschiedlichen Besitzarten möglich ist. Sonst gibt es am Ende auf Seiten der Waldbesitzer viele Verlierer.“

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