Ab April: Neue Flüchtlingsunterkunft in Niedenstein

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Im ehemaligen Evangelischen Freizeitheim in Niedenstein sollen ab 1. April bis zu 75 Flüchtlinge untergebracht werden.

Niedenstein. Am 1. April wird aus dem ehemaligen Evangelischen Freizeitheim Niedenstein eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge. Damit kommt die Landeskirche einer Anfrage des Schwalm-Eder-Kreises nach und engagiert sich erstmals selbst als Betreiberin einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge. In der Einrichtung werden bis zu 75 Personen Platz finden.

Die Vorsitzende des Kuratoriums des ehemaligen Freizeitheimes, Pröpstin Katrin Wienold-Hocke, betonte, es sei ein Zeichen christlicher Gastfreundschaft, das ehemalige Freizeitheim für Flüchtlinge unterschiedlicher Religionen zu öffnen. Die Großzügigkeit der Anlage biete genügend Raum zur Begegnung und ebenso für Angebote der Ortsgemeinde. Diese engagiere sich bereits in der Flüchtlingshilfe und wolle dies auch in der neuen Einrichtung tun.

Den künftigen Bewohnern solle ein möglichst selbstbestimmtes Leben ermöglicht werden, berichtete Kirchenverwaltungsdirektor Armin Fuhrmann. Dazu gehöre es, dass die Zentralküche durch Kocheinheiten zur Selbstverpflegung ersetzt werde und auch die Reinigung der Zimmer in der Verantwortung der Bewohner liege. Lediglich für die Reinigung der Sanitäranlagen und der Verkehrsflächen werde künftig eine Reinigungskraft zuständig sein. Durch die Umnutzung des ehemaligen Freizeitheims könnten drei Beschäftigungsverhältnisse fortgeführt werden. Darüber hinaus werde es eine Sozialbetreuung in Kooperation mit dem Diakonischen Werk im Schwalm-Eder-Kreis geben, das über langjährige Erfahrungen in der Flüchtlingsarbeit verfüge. In diesem Bereich engagiere sich die Landeskirche bewusst über die vorgegebenen Standards hinaus, um einen gezielten Beitrag zur Integration zu leisten.

Umbau und Finanzierung des Freizeitheims

Bevor die Gemeinschaftsunterkunft bezogen werden könne, müssten im März Brandschutzmaßnahmen vorgenommen werden, erläuterte Fuhrmann. Die Kosten für die Unterbringung der Flüchtlinge trage der Landkreis. Dazu gehörten die Miete und die Betriebskosten des Hauses und eine Platzpauschale. Der Mietvertrag mit dem Landkreis habe zunächst eine Laufzeit von fünf Jahren.

Freizeitheim wird zum 1. März 2016 geschlossen

Eine von der Synode angestoßene Überprüfung der Freizeitheime hatte ergeben, dass die Belegungszahlen für das Evangelische Freizeitheim Niedenstein von 72 % im Jahr 2007 auf unter 40 % im Jahr 2014 gefallen waren. Die Gründe für diesen starken Rückgang lagen in einer verminderten Nachfrage von Konfirmandengruppen und dem Wegfall von Zivildienstleistenden als weiterer Belegungsgruppe. Somit waren die Zuschüsse der Landeskirche für Niedenstein auf ca. 200.000 Euro jährlich gestiegen. 2015 beschloss daraufhin die Landessynode, dass Evangelische Freizeitheim Niedenstein bis 2017 zu schließen. Dieser Beschluss hat weiterhin Gültigkeit, ist allerdings durch die derzeitige Nutzung ausgesetzt.

+++ EXTRA INFO+++

Am 25. Februar 2016 um 19.00 Uhr wird im Evangelischen Freizeitheim in Niedenstein eine Informationsveranstaltung zur Umnutzung des Heimes stattfinden.

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