Auch private Feiern betroffen: Landrat untersagt ab sofort Zusammenkünfte mit mehr als 20 Personen

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Landrat Winfried Becker

Der Schwalm-Eder-Kreis ergreift die nächste drastische Maßnahme im Kampf gegen das Coronavirus. Ab sofort sind öffentliche und auch private Zusammenkünfte mit mehr als 20 Personen untersagt.

Aktualisiert am Mittwoch, 18. März, 16.09 Uhr  

Schwalm-Eder. Bei 20 ist ab heute Schluss! Landrat Winfried Becker und Erster Kreisbeigeordneter Jürgen Kaufmann untersagen ab sofort Zusammenkünfte jeglicher Art mit mehr als 20 zu erwartenden Teilnehmenden im gesamten Gebiet des Schwalm-Eder-Kreises. Dass betrifft somit nicht nur öffentliche Veranstaltungen und Besucherzahlen in Gaststätten, sondern auch private Treffen, wie z.B. Geburtstage.

Trauerfeiern und Beerdigungen ausgenommen

Ausgenommen von dieser Regelung sind Trauerfeiern und Beerdigungen. Für diese gelten hinsichtlich der Anzahl der Teilnehmenden die jeweils gültigen Vorgaben des Landes Hessen. Für alle gilt weiterhin das Führen von Teilnahmelisten. Bis zum gestrigen Dienstag wurden im Schwalm-Eder-Kreis 34 mit dem Coronavirus infizierte Personen festgestellt. Am heutigen Mittwoch liegt die Zahl der dem Gesundheitsamt bekannten Infizierten bei 54, wie der Kreis auf Nachfrage bestätigt. In häuslicher Quarantäne und Isolation befinden sich rund 300 Personen.

Landrat und Erster Kreisbeigeordneter sind sich einig, dass zur dringend notwendigen Verzögerung der Infektionszahlen die Regeln im Landkreis weiter verschärft werden müssen. Der Bund und das Land Hessen hatten bereits Montag angekündigt, das öffentliche Leben weiter einzuschränken. „Nach unserer Auffassung ist es in der gegenwärtigen Situation dringend notwendig, weitere einschränkende Maßnahmen anzuordnen. Damit gehen wir über die bisher vom Land Hessen angekündigten Regelungen hinaus und hoffen den Anstieg der Infektionsrate abbremsen zu können. Wir bitten die Bevölkerung weiterhin um Verständnis und rufen dringend dazu auf, sich an die nun geltenden Vorgaben zu halten und die sozialen Kontakte im Öffentlichen sowie im Privaten auf ein Mindestmaß zu begrenzen“, so Landrat Winfried Becker und Erster Kreisbeigeordneter Jürgen Kaufmann.

Polizei und Ordnungsbehörden führen stichpunktartig Kontrollen durch

Der Landkreis kündigt an, dass durch die zuständigen Ordnungsbehörden sowie die Polizei stichpunktartig Kontrollen der bestehenden Auflagen durchgeführt werden. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Personengruppe derer gelegt, die eine angeordnete häusliche Quarantäne einhalten müssen. Es sei von entscheidender Bedeutung, dass die Auflagen zur Quarantäne eingehalten werden.

Kreisverwaltung stellt Publikumsverkehr ein

Die Kreisverwaltung selbst hat heute den Publikumsverkehr eingestellt. Alle Verwaltungsstandorte schließen ihre Pforten, stehen aber selbstverständlich den Bürgerinnen und Bürgern mit allen angebotenen Dienstleistungen weiterhin zur Verfügung. Die Erreichbarkeit ist über Telefon und E-Mail sichergestellt. Alle Kontaktdaten der Mitarbeitenden sind auf der Homepage des Schwalm-Eder-Kreises einsehbar. „Wir bitten um Verständnis, dass wir unseren Publikumsverkehr einstellen. Damit wollen wir unsere Kunden, die Bürgerinnen und Bürger, aber auch unsere Mitarbeitenden schützen. Wir müssen davon ausgehen, dass diese Krisensituation noch andauern wird“, so Landrat Winfried Becker.

Alle Mitarbeitenden, besonders im Gesundheitsamt des Landkreises, seien mit der Bewältigung des immensen Arbeitsaufkommens durch die Infektionswelle sehr stark ausgelastet. Es wird um Verständnis gebeten, dass aufzuschiebende Vorgänge zu einem späteren Zeitpunkt bearbeitet werden könnten.

Auswirkungen bei Unternehmen spürbar

Viele Menschen machten sich zudem Sorgen um ihr Unternehmen oder ihren Arbeitsplatz. Es sei wichtig, dass alle Möglichkeiten von Kurzarbeitergeld über Liquiditätskrediten bis hin zu Bürgschaften von Bund und Land nicht nur angekündigt, sondern auch zeitnah und unbürokratisch umgesetzt werden. Gerade sogenannte Kleinstunternehmen bräuchten jetzt schnell einen Notfallfonds, der für die kommenden Wochen und Monate Überbrückungsgelder oder direkte Hilfen auszahlt. „Es geht ohne Wenn und Aber um die Gesundheit unserer Bevölkerung, aber die wirtschaftliche Situation darf nicht außeracht gelassen werden“, so Landrat Winfried Becker.

Landrat bittet "Fake News" zu umgehen

Abschließend bitten Landrat Winfried Becker und Erster Kreisbeigeordneter kritisch mit sogenannten „Fake-News“ umzugehen. Derzeit komme es immer wieder vor, dass über die sozialen Medien falsche Nachrichten verbreitet werden. Ungewöhnliche und drastische Meldungen sollten kritisch hinterfragt werden. Auf der Homepage stehen weitere, täglich aktualisierte Informationen zur Verfügung.

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