Aufbau von Flüchtlingsnotunterkünften: THW im Dauer-Einsatz

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Flüchtlinge brauchen Unterkünfte. Das Technische Hilfswerk befindet sich deswegen im Dauer-Einsatz.

Schwalm-Eder/Kassel. Der Anruf kam am Mittwochabend. Am anderen Ende der Leitung: Das Regierungspräsidium Kassel. Der Auftrag: Ein Zelt-Dorf für Flüchtlinge auf dem alten Flugplatz in Calden muss errichtet werden. Dienstbeginn: Donnerstagmorgen. Björn Fuhrmann, Geschäftsführer des Technischen Hilfswerks (THW) Nordhessen, errinnert sich noch genau an den Abend des 22. Juli: "Das war natürlich kurzfristig, aber bei den meisten anderen Einsätzen haben wir ja auch keine Vorlaufzeit." Von da an sollte sich die Einsatzfrequenz jedoch drastisch erhöhen. "Seit Calden sind wir täglich im Einsatz", sagt Fuhrmann.

Von der Geschäftsstelle Homberg aus koordiniert Fuhrmann die Einsätze der insgesamt zwölf Ortsverbände in ganz Nordhessen – im Schwalm-Eder-Kreis gehören Homberg, Fritzlar, Melsungen und Schwalmstadt dazu.Vier Wochen nach dem Kraftakt in Calden dann der nächste Anruf bei Fuhrmann.

Spontaner Aufbau eines Zelt-Dorfs in Schwarzenborn

Diesmal am Apparat: Kreisbrandinspektor Torsten Hertel. Der Auftrag: Ein zweites Zelt-Dorf muss in Schwarzenborn aufgebaut werden. "Für die Erstaufnahmeeinrichtung in Schwarzenborn hat das Regierungspräsidium den Kreis beauftragt. Die Vorlaufzeit war jedoch die gleiche wie in Calden", sagt der THW-Geschäftsführer. Die Erfahrungen aus Calden hätten beim Aufbau in Schwarzenborn nur bedingt geholfen. "Hier lagen völlig andere infrastrukturelle Gegebenheiten vor. Hinzu kommt, dass es für die Feuerwehren der Umgebung der erste Einsatz dieser Art war", so Fuhrmann.

Auch der THW-Geschäftsführer weiß, dass die Unterbringung in Zelten keine Dauerlösung sein kann. "Die Zelte sind zwar mit Heizgeräten ausgestattet, aber so richtig warm wird es da eigentlich nie. In vier bis acht Wochen müssten für alle feste Unterkünfte gefunden werden", betont Fuhrmann. Ob leerstehende Gebäude in Kasernen oder Turnhallen, sogar Wohncontainer seien denkbar, so der Geschäftsführer. Sicher sei jedoch: "Das THW bleibt weiter im Einsatz, gerade bei Gebäuden, die schon einige Zeit leer stehen, sind wir gefragt", erklärt Björn Fuhrmann.

Einsatzdichte war nie höher

Noch nie zuvor sei die Einsatzdichte für das THW im Kreis so hoch gewesen, wie in den letzten Wochen. Im Normalfall kämen die Ortsverbände auf etwa einen Einsatz im Monat. "Die Situation derzeit ist für alle eine Herausforderung – nicht nur für unsere Mitglieder. Auch die Arbeitgeber müssen mitspielen", betont der Geschäftsführer. Vor allem für kleinere Betriebe sei es schwierig über einen längeren Zeitraum immer wieder auf Arbeitskräfte zu verzichten. Die meisten Arbeitgeber würden das Engagement ihrer Mitarbeiter beim THW jedoch unterstützen. Ein wichtiger Faktor, denn: "Ein Ende ist derzeit offensichtlich nicht in Sicht", richtet Fuhrmann den Blick in die Zukunft.

+++ EXTRA-INFO +++ Der Ortsverband Homberg +++

Der Ortsverband des Technischen Hilfswerks in Homberg ist einer von insgesamt vier im Schwalm-Eder-Kreis. Derzeit engagieren sich etwa 60 Mitglieder im Verband der Kreisstadt. Hinzu kommt eine Jugendgruppe mit 30 Mitgliedern.Jeder Ortsverband verfügt jeweils über eine erste und zweite Bergungsgruppe – die sogenannten "Allrounder". Hinzu kommt eine Fachgruppe, die auf besondere Einsatzanforderungen spezialisiert ist.

In Homberg ist die Fachgruppe "Räumen" stationiert, die unter anderem über große Radlader verfügt.  Die Homberger THWler waren bisher am Aufbau der Notunterkünfte in Calden, Schwarzenborn und in der Kasseler Lüttich-Kaserne beteiligt. Das Eintrittsalter in die aktive Einsatzgruppe des Hilfswerks liegt bei 18 Jahren – eine Altersgrenze gibt es nach Angaben von Thorsten Mattern vom Homberger THW nicht.

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