Vor den Augen der Kundin: Techniker flippt aus und tritt Hündin Amy – Besitzer erstatten Anzeige

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Bevor Regina Porzucek die extra wegen der Hunde eingebaute Tür zu ihrer Küche öffnete, gab der Techniker nach Angaben der Beiseförtherin sein Ok. Kurz darauf wurde Hündin Amy (auf dem Arm) getreten.

Er sollte sollte für einen Internetanschluss sorgen und hat jetzt eine Anzeige am Hals: Ein Techniker trat im Haus der Beiseförtherin Regina Porzucek völlig unvermittelt Hündin Amy.

Malsfeld-Beiseförth. Was als harmloser Techniker-Termin begann, endete in einem handfesten Eklat. Regina Porzucek wohnt im Malsfelder Ortsteil Beiseförth. Das Haus, in dem sie seit gut acht Jahren lebt, liegt etwas abgelegen vom Ortskern – Internetzugang: Fehlanzeige! Das wollte die 56-Jährige kürzlich ändern. „Ich vermiete seit einiger Zeit Zimmer an Monteure in meinem Haus. Die haben Bedarf an einer Internetverbindung angemeldet. Deshalb habe ich mich erkundigt, welche Möglichkeiten ich hier draußen habe“, erzählt Porzucek.

Also wandte sich die Beiseförtherin an einen ihr bekannten Informationstechnologie-Dienstleister aus der Region. „Ich habe bis vor Kurzem ein Gästehaus in Malsfeld betrieben und bereits mit der Firma zusammengearbeitet“, sagt Porzucek. In der Vergangenheit habe sie auch ausschließlich gute Erfahrungen mit dem Unternehmen und dessen Mitarbeitern gemacht. Doch das sollte sich Anfang Februar ändern. Porzucek hatte einen Termin mit einem Techniker vereinbart.

„Der Mann war total unsympathisch. Ich habe mir jedoch nichts weiter dabei gedacht und ihn durchs Haus geführt. Als wir dann zur Küche kamen, fragte ich, ob er ein Problem mit den beiden Hunden hätte. Er verneinte und ich öffnete erst daraufhin die Tür“, erinnert sich die 56-Jährige.

Porzucek ist seit über 20 Jahren im Tierschutz aktiv und selbst Hundebesitzerin. Zudem betreut sie regelmäßig den Hund eines befreundeten Paares. Die kleine Amy, ein Bolonka Mix, war auch am Tag des Techniker-Termins zu Gast bei Porzucek. Die Neugier sollte der Hündin an diesem Tag zum Verhängnis werden.

Passt regelmäßig auf Hündin Amy (re.) auf: Regina Porzucek aus Beiseförth. Mit auf dem Foto ist ihre Hündin Gina.

„Als ich die Tür geöffnet hatte kamen natürlich die Hunde und haben den Mann erstmal beschnüffelt. Plötzlich verlor der Techniker die Beherrschung und trat Amy von oben in die Schnauze“, erzählt die Tierschützerin. Völlig fassungslos habe sie den Mann darauf hin aus ihrem Haus geworfen. „Er hat sich nicht einmal entschuldigt und sagte nur, er könne es nicht leiden, wenn ihm ein Hund am Hosenbein schnüffelt. Dann ist er weggefahren“, sagt Porzucek.

Die Hündin habe an der Schnauze geblutet und sei danach völlig verstört gewesen. „Amy hat sich ständig über die Schnauze geleckt. Das ist ein Zeichen dafür, dass sie Schmerzen hatte“, weiß die Beiseförtherin, die nach eigenen Angaben über einen Sachkundenachweis nach Paragraph 11 des Tierschutzgesetzes verfügt, der dazu berechtigt ein Tierheim zu leiten.

„Ich habe natürlich bei der Firma angerufen und den Vorfall gemeldet. Ein Mitarbeiter am Telefon bedauerte das Verhalten des Technikers und entschuldigte sich“, so Porzucek, die die Firma nicht nennen möchte, um diese nicht in Misskredit zu bringen. „Ich habe nach wie vor kein Problem mit dem Unternehmen, sondern nur mit dem Mitarbeiter“, betont die 56-Jährige. Den haben die Besitzer angezeigt.

Wie Porzucek erklärt, wurde Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und Sachbeschädigung gestellt.

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