Ausbau Borkener Bahnhof: Stadt vermeldet "Teilerfolg" nach Gespräch mit der Bahn

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Insgesamt liegen mit Borken, Schwalmstadt und Schwarzenberg drei geplante Umbauten von Bahn-Halten im Schwalm-Eder-Kreis aufgrund des neuen Bahnsteighöhenkonzepts auf Eis. So sieht es derzeit am Borkener Bahnhof aus.

Der barrierefreie Ausbau des Borkener Bahnhofs zieht sich seit längerer Zeit hin. Nachdem die Bahn die Umbauarbeiten auf unbestimmte Zeit verschoben hat, gründete sich eine Initiative für den Ausbau. Ein Gespräch mit Verantwortlichen der Bahn soll jetzt jedoch einen "Teilerfolg" beschert haben.

Borken. In der Diskussion um fehlende Zentimeter an den geplanten Bahnsteigen in Borken erklärte Bürgermeister Marcel Pritsch-Rehm Ende der vergangenen Woche, dass „Bewegung in die Sache“ barrierefreier Ausbau des Bahnhofs gekommen ist. Dabei verwies er auf ein Gespräch, das er und Landrat Winfried Becker in Frankfurt diesbezüglich mit dem hessischen Bahnchef Dr. Klaus Vornhusen geführt haben. Nur einen Tag nach dieser Aussage des Bürgermeisters gegenüber unserer Zeitung, gab die Stadt eine Mitteilung heraus, in der konkretere Ergebnisse des Gesprächs wiedergegeben sind.

Von einem Teilerfolg für den Borkener Bahnhof ist hier die Rede. Zwar beharre die Bahn weiterhin auf eine Bahnsteighöhe von 76 Zentimetern, zugleich sehe der Konzern die Notwendigkeit, barrierefreien Zugang zu den Gleisen zu schaffen.

So sollen nach Angaben der Stadt Borken die bereits geplanten Aufzüge im Rahmen des „ZIP“ (Zukunftsinvestitionsprogramms) realisiert werden – unabhängig von der Bahnsteighöhenproblematik. Hier würde gar eine vertragliche Verpflichtung gegenüber dem Land Hessen bestehen. Eine Kostenbeteiligung von Borken wäre nicht notwendig, so die Stadtverwaltung.

Borkens Bürgermeister Marcel Pritsch-Rehm.

In einem Schreiben der DB Station&Service (Betreibergesellschaft der Verkehrsstationen am Streckennetz der Bahn Netz AG) an Landrat Becker sei die praktische Umsetzung für die Aufzüge angedeutet. Darin heißt es nach Angaben der Stadt Borken: „Die Erstellung eines neuen Personenüberwegs mit Aufzügen im ersten Schritt und eine nachträgliche Erhöhung der Bahnsteige (auf 76 cm). Die bau- und planungstechnischen Details inklusive Zeitplan werden derzeit von der Bahn noch erarbeitet und sollen der Stadt Borken (Hessen) noch im Februar vorgelegt werden.“

Auch wenn diese Lösung durch die nachträgliche Erhöhung der Bahnsteige komplizierter sei, erhofft man sich in Borken, in absehbarer Zeit eine barrierefreie Nutzung des Bahnhofs realisieren zu können.

Die Stadt Borken wolle sich dabei für eine pragmatische Lösung nicht nur für den eigenen Bahnhof, sondern auch für die anderen betroffenen Bahnhöfe im Schwalm-Eder-Kreis einsetzen, betont die Stadtverwaltung.

Das sagt Landrat Winfried Becker

Auf Nachfrage unserer Zeitung äußerte sich auch Landrat Winfried Becker, der an dem Gespräch mit Dr. Klaus Vornhusen teilgenommen hatte, zum Thema:

„Für Borken wurde hier sicherlich ein Teilerfolg erzielt. Wir dürfen uns aber damit nicht zufrieden geben. Neben Borken sind mit Schwarzenberg und Schwalmstadt noch zwei weitere Bahnhöfe von dem Bahnsteighöhenkonzept betroffen. Und nicht nur in Borken, sondern vor allem in Schwalmstadt ist die derzeitige Situation katastrophal, was die Barrierefreiheit betrifft.

Arbeitet eng mit den Kommunen zusammen und hat Kontakt zur Bahn: Landrat Winfried Becker.

In einem Antwortschreiben (Anm. d. Red.; liegt der Redaktion vor) der DB Station&Service an mich, wird bestätigt, dass der Umbau in Borken in zwei Bauabschnitten erfolgen und in einem ­ers­ten Abschnitt der barrierefreie Zugang zu den Bahnsteigen mit Aufzügen hergestellt werden soll. Dies könne durch das ZIP finanziert werden. Da das Programm 2020 ausläuft, können wir hier von einer zeitnahen Lösung ausgehen, die für die Stadt Borken keine Kosten verursachen würde.

Wann genau damit zu rechnen ist, konnte Herr Vornhusen uns im Gespräch nicht mitteilen. Er hat jedoch zugesichert, innerhalb der kommenden zwei Wochen schriftlich mitteilen zu wollen, wie mit Borken weiter verfahren werden soll.

Dennoch verwundert es mich, dass derzeit der Waberner Bahnhof mit einer Bahnsteighöhe von 55 Zentimetern ausgebaut wird. Wenn in Schwarzenberg, Schwalmstadt und Borken alles neu geplant werden müsste, würde uns das um Jahre zurückwerfen. Aus diesem Grund halte ich Aktionen, wie jüngst die Unterschriftenlisten in Borken und den Nachbarkommunen, für sehr sinnvoll und wichtig. Die Bahn und auch die politischen Entscheidungsträger in Berlin sollen wissen, wie wichtig dieses Thema für die hier lebenden Menschen ist.“

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