Beratung, Workshops, Speed-Dating: Melsunger Bildungsmesse bietet einiges zum Berufsstart

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Die Radko-Stöckl-Schule ist Initiator der Melsunger Bildungsmesse. Schulleiter Markus Gille freut sich über den regen Zuspruch aus der Bevölkerung und die Unterstützung durch Politik und Wirtschaft.

Bereits zum vierten Mal findet die Bildungsmesse statt, allerdings zum ersten Mal im Messezentrum der EDEKA in den Pfieffewiesen und somit auch über 1.700 Quadratmetern.

Melsungen. Bereits zum vierten Mal findet die Melsunger Bildungsmesse statt. Am Samstag, 15. Februar, haben junge Menschen von 10 bis 14 Uhr die Gelegenheit dazu, sich über Unternehmen der Region zu informieren und mit ihnen in Kontakt zu treten. Wir sprachen mit dem Schulleiter der Selbstständigen Beruflichen Radko-Stöckl-Schule Markus Gille über die Motive und Chancen der Bildungsmesse für die Menschen und die ausbildenden Betriebe und Unternehmen in der Region

Heimat-Nachrichten: Herr Gille, warum findet die Messe in diesem Jahr im Messezentrum der EDEKA in den Pfieffewiesen statt?

Markus Gille: In den letzten drei Jahren konnten wir durch der Unterstützung der Stadt Melsungen und unseres Bürgermeisters Markus Boucsein sehr erfolgreich die Bildungsmesse in der Melsunger Kulturfabrik etablieren. Obwohl uns im letzten Jahr bereits die komplette Ausstellungsfläche in der Kulturfabrik im Spangerweg zur Verfügung stand, konnten wir nicht alle Anfragen nach Ausstellungsflächen positiv beantworten. Daher haben wir uns frühzeitig bei der Organisation der diesjährigen Messe nach einer größeren Ausstellungsfläche umgesehen. Dies ist in Melsungen nicht einfach und wir hatten uns schon mit den Möglichkeiten einer Zeltstadt neben der Kulturfabrik auseinander gesetzt.

Bei einer Radtour am Wochenende wurde ich auf das Messezentrum aufmerksam und konnte mich an die Innenaufteilung zu Zeiten des Möbelhauses Wenzels noch erinnern. So entstand zusammen mit dem Bildungswesen der Edeka die Idee für einen neuen Messestandort. Es ist aus meiner Sicht ein Glücksfall für die Region, dass wir auch mit den beiden Geschäftsführern der Edeka, Hans-Richard Schneeweiß und Florian Kramm, Menschen in Melsungen haben, die sich im besonderen Maße für Ausbildung und Zukunftsperspektiven von jungen Menschen interessieren und Verantwortung übernehmen. Wir konnten so unsere Ausstellungsfläche nahezu verdoppeln und haben mit rund 100 Ausstellern, Vorträgen und berufsorientierten Workshops ein reichhaltiges Programm für die Besucherinnen und Besucher zusammengestellt.

In diesem Jahr findet auch wieder ein Azubi-Speed-Dating statt. Wie müssen wir uns die Durchführung vorstellen?

Das Azubi-Speed-Dating hat im letzten Jahr eine äußerst positive Resonanz erfahren. Wir haben diese Anregung von der IHK Köln aufgriffen, die diese Art der Kontaktaufnahme von Betrieben und Ausbildungsplatzsuchenden seit Jahren erfolgreich organisiert. Es richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die schon eine konkrete Berufsvorstellung haben und sich bei teilnehmenden Ausbildungsbetrieben der Region vorstellen wollen.

In einem Zeitfenster von nur 15 Minuten können die Jugendlichen in einem persönlichen Gespräch mit einem Personalverantwortlichen des ausgewählten Ausbildungs- beziehungsweise Praktikumsbetriebes sich vorstellen und Fragen beantworten. Zu diesem Bewerbungsgespräch sollten von den Schülerinnen und Schülern vollständige Bewerbungsunterlagen mitgebracht werden, die auf die jeweilige Ausbildungsstätte abgestimmt sind. Hierzu gehören ein Bewerbungsschreiben, der Lebenslauf sowie Zeugniskopien und Zertifikate. Zur weiteren Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch können YouTube-Videos der IHK Köln genutzt werden. Auf unserer Homepage (Anm. d. Red.: www.radko-stoeckl-schule.de) gibt es nähere Informationen zu den teilnehmenden Betrieben und Institutionen sowie zum Anmeldeverfahren.

Was ist das Besondere an der Melsunger Bildungsmesse im Vergleich zu anderen Berufsorientierungsmessen?

Zuerst bin ich sehr froh, dass wir mit den beiden benachbarten beruflichen Schulen in Schwalmstadt und Homberg/Fritzlar sowie mit der zentralen Ausbildungsmesse in Borken über ein gesundes und breites Berufsorientierungsnetz im Schwalm-Eder-Kreis verfügen. Die endgültige Entscheidung für einen bestimmten Beruf wird meist nicht durch den einmaligen Besuch einer Berufsbildungsmesse hervorgerufen. Die Entscheidung für eine bestimmte Berufswahl ist meist ein Prozess, in dem Erziehungsberechtigte, Freunde und Schulen eine wichtige Funktion haben. Die Melsunger Bildungsmesse hat die Besonderheit, dass sie nicht während der regulären Unterrichtszeit stattfindet. Die Teilnahme am Samstag ermöglicht die Begleitung von für die jungen Menschen wichtigen Bezugspersonen. Für die Aussteller hat dies den Vorteil, dass nur wirklich interessierte junge Menschen zu den Informationsständen kommen.

Eine weitere Besonderheit liegt im Ausstellungsort außerhalb von unserer Schule. Zum einen ist unser Gebäude zu klein, um eine derartige Messe durchzuführen, zum anderen verhalten sich Schülerinnen und Schüler außerhalb von Schule an einem externen Standort wesentlich erwachsener. Das haben uns die Aussteller sehr frühzeitig gespiegelt, sodass dies ein Gewinn für beide Seiten ist.

Neben den vielen Unternehmen, die sich den Schülern vorstellen, bietet die Radko-Stöckl-Schule einige Workshops an, die sich rund um den zukünftigen Ausbildungs- und Arbeitsplatz drehen.

WORKSHOP 1: „STECKT IN DIR EIN SCHMUCKDESIGNER?“

In diesem Workshop können Interessierte unter Anleitung von Schülern der Berufsfachschule Mechatronik einen Armreif aus Kupfer herstellen, den sie entweder selber tragen oder verschenken können.

WORKSHOP 2: "NICHT REDEN, MACHEN! SO NÄHT MAN OBST- UND GEMÜSEBEUTEL"

Schüler der Fachoberschule Wirtschaft und Verwaltung erklären die unterschiedlichen Aspekte konsumbewussten und nachhaltigen Wirtschaftshandelns und helfen den Teilnehmern bei der Herstellung von wiederverwendbaren Obst- und Gemüsebeuteln.

WORKSHOP 3: „DEN ‚ÖKOLOGISCHEN FUSSABDRUCK‘ MIT SELBSTGEMACHTEN BIENENWACHSTÜCHERN VERRINGERN!“

In einem digitalen Verfahren ermitteln die Teilnehmer unter der Anleitung von Auszubildenden der Kaufleute für Büromanagement den eigenen „ökologischen Fußabdruck“. Ein selbstgemachtes und wiederverwendbares Bienenwachstuch hilft bei der Verkleinerung des „ökologischen Fußabdrucks“.

WORKSHOP 4: „NACHHALTIGKEIT IN DER PÄDAGOGIK KREATIV ERLEBEN“

In diesem Workshop können die Auszubildenden in spe mit der Unterstützung von Schülern der Berufsfachschule für Sozialassistenz an verschiedenen Stationen durch kreatives Gestalten eines Stoffbeutels herausfinden und testen, welche Rolle die Themen Nachhaltigkeit und Kreativität in der pädagogischen Praxis spielen.

WORKSHOP 5: „ARBEITSPLATZ LOGISTIK – WAS ERWARTET MICH?“

Unterstützt von Fachkräften für Lagerlogistik erhalten die Teilnehmer in der Simulation eines vollständigen Warenflusses – vom Wareneingang bis zum fachgerechten Verladen einer Ware – einen spannenden Einblick in die professionelle und aufstrebende Logistikbranche.

WORKSHOP 6: „ECDL – LERNE DEN EUROPÄISCHEN COMPUTERFÜHRERSCHEIN PRAKTISCH KENNEN!“

In diesem Workshop können praktische Kenntnisse zum Erreichen des Europäischen Computerführerscheins erworben werden. Schüler der Fachoberschule Wirtschaftsinformatik stehen hierbei hilfreich zur Seite.

WORKSHOP 7: „DER RETTUNGSSANITÄTER – MENSCHEN IM NOTFALL HELFEN!“

Auszubildende im Rettungsdienst zeigen in diesem Workshop praxisorientierte Übungen und damit den Teilnehmern, wie einem Menschen im Notfall schnell und fachgerecht geholfen werden kann.

WORKSHOP 8: „DAS HANDWERKSKARUSSELL – FINDE HERAUS, WELCHER BERUF ZU DIR PASST! ANLAGENMECHANIK, KRAFTFAHRZEUGMECHATRONIK ODER DOCH LIEBER ELEKTROTECHNIK?“

Unter der Anleitung von Auszubildenden können in diesem Workshop berufstypische Tätigkeiten von drei zukunftsorientierten Handwerksberufen kennengelernt werden. Im Mittelpunkt steht die Herstellung eines dekorativen Buchstabens und eines elektronischen Herzens oder Würfels sowie die digitale Einstellung eines Autoscheinwerfers.

Der Lageplan zeigt die einzelnen Firmen und Unternehmen, die im Messezentrum für die Fragen und Gespräche zur Verfügung stehen.

Außerdem gibt es auf der Bildungsmesse eine Planungshilfe, die sich an alle richtet, die einen Auslandsaufenthalt in Erwägung ziehen. Mobilitätslotsin Aiga Kronenberg gibt Informationen zur grundsätzlichen Orientierung durch die vielfältigen Anbieter und Angebote und klärt mögliche Fragen zu Kosten, Förderprogrammen und Programmvarianten.Um an der Planungshilfe teilzunehmen, müssen Interessierte zunächst einen Fragebogen auf der Internetseite der Radko-Stöckl-Schule (www.radko-stoeckl-schule.de) unter den Menüpunkten „Bildungsmesse“ und „Planungshilfe Auslandsaufenthalt“ herunterladen und ausfüllen. Im Anschluss wird der ausgefüllte Fragebogen an Aiga Kronenberg (aiga.kronenberg@radko-stoeckl-schule.de) geschickt, die sich zeitnah mit einer Bestätigung und der Angabe einer Gesprächszeit zurückmeldet. Jugendliche unter 18 Jahren müssen eine unterschriebene Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten vorlegen. Das Formular ist ebenfalls auf der Internetseite zu finden.

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