Besitzer völlig ahnungslos: Freundin setzt Hund aus - Nur durch Zufall wurde die Rottweilerhündin rechtzeitig gefunden

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Traurig blickt die anderthalbjährige Rottweilerhündin in die Kamera. Sie wurde ausgesetzt.

In einer Senke, fernab der Straße lag das Tier angebunden an einem Baum. Vor ihr ein Plastikbeutel mit Futter und zwei Tennisbälle. Von Wasser keine Spur.

Von VANESSA VON LENGERKEN 

Fassungslos, wütend, traurig: Der Post des Tierschutzvereins Homberg Borken wurde zigfach geliked, kommentiert und geteilt. Screenshot: Facebook

Borken. Dieser Facebook-Post des Tierschutzvereins Homberg Borken geht durch die Decke: über 500 Kommentare und mehr als 4.700 geteilte Inhalte – und es werden minütlich mehr. Doch der Anlass ist ein trauriger. „Ausgesetzt zum Sterben“ lautet die Überschrift des am Dienstagabend geposteten Beitrags. Darunter ein Bild von einem traurig in die Kamera blickenden Rottweiler. Die junge Hündin wurde mit ihrer roten Leine an einen Baum gebunden. Fernab der Straßen bei einem Feld im Borkener Ortsteil Trockenerfurth. Es grenzt an ein Wunder, dass jemand das Tier dort gefunden hat. Eine junge Frau alamierte Dienstagabend die Polizei, wie Polizeipressesprecher Volker Schulz im Gespräch mit unserer Zeitung bestätigte. Laut Polizeibericht war sie zu dem Feld ihres Freundes gefahren, der dort den Acker pflügte. Dort angekommen hörte sie Gebell und machte sich auf die Suche. Sie fand die Rottweilerhündin in einer Senke – vor ihr lagen ein Plastikbeutel mit Futter und zwei Tennisbälle – Wasser: Fehlanzeige! Zeitgleich mit den herbeigerufenen Polizeibeamten traf auch Sonja Hentschel-Dörr, erste Vorsitzende des Tierschutzvereins Homberg Borken, ein: „Wir haben selbst erst einmal suchen müssen, bis wir die Stelle gefunden haben. Das war völlig Abseits und nur durch Zufall zu finden.“

In einer Senke versteckt lag die angebundene Rottweilerhündin nahe eines Feldes in Borken-Trockenerfurth.

Nach dem Post auf der Vereins-Facebookseite meldeten sich mehrere Personen und lieferten konkrete Hinweise. So ermittelte die Polizei schnell den Besitzer des Tieres. Als der am Mittwochmorgen die Tür aufmachte, fiel er aus allen Wolken. „Der wusste von nichts“, so Hentschel-Dörr. Im Gespräch klärt sich dann das Unfassbare: Die Freundin des Besitzers soll die anderthalbjährige Hündin ohne sein Wissen ausgesetzt haben. „Die Polizeibeamten halten seine Aussage für glaubhaft, deshalb ist das Tier nun auch wieder bei ihm“, so die Vorsitzende. Doch so etwas sei kein Einzelfall, wie Hentschel-Dörr gegenüber unserer Zeitung erzählt. Schon oft hätten Polizei und Tierschutzverein ausgesetzte Tiere betreuen müssen. Die Quote, die Besitzer ausfindig zu machen, sei dabei gering. „Doch es gibt immer eine Chance. Deshalb ist das Teilen über soziale Medien auch so wichtig, denn dort erreicht es bundesweit Menschen“, so Hentschel-Dörr.

Vor ihr ein Beutel mit Futter und zwei Tennisbälle. Nur zufällig wurde sie hier gefunden – sonst wäre die Hündin wohl verdurstet.

Die Polizei ermittelt jetzt, ob ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz im Bereich Tierquälerei vorliegt. Für Hentschel-Dörr gibt es da keinen Zweifel: „Das war eine vorsätzliche Tat, dort hätte sie niemand entdeckt.“ Auch die Facebook-Kommentatoren sind sich weitestgehend einig: „Hoffentlich erhält die Person eine ordentliche Strafe. Das ist kein Kavaliersdelikt“, „Wie herzlos kann diese Person sein?!“, „Mir wird schlecht, wenn ich sowas lese“.

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