Mit dem Bike: Nordhesse tourt 4.000 Kilometer durch Indien

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„Diesel Ole“ Ole Fankhänel hat wieder „zugeschlagen“: Diesmal fuhr er einen Monat auf einer 350er Royal Enfield durch den Norden des Subkontinents.

Indien/Edermünde-Besse. Ole Fankhänel ist so etwas, was man in Biker-Kreisen einen „verrückten Hund“ nennt. Im positiven Sinne. Der 52-Jährige macht Dinge, die sonst kaum jemand macht. Beispielsweise ist eines seiner Hobbys, alte Harley Davidsons zu kaufen und in diese Diesel-Motoren einzubauen. Knapp zehn solcher Umbauten hat er bereits in seiner Vita stehen.

Eine andere seiner Leidenschaften ist das Faible für außergewöhnliche Motorrad-Touren. Bereits mehrfach fuhr Fankhänel durch die baltischen Staaten oder durch Finnland, Schweden, Norwegen. Bisheriges Highlight: 2016 flog er in die Mongolei und fuhr von dort mit einem australischen Postmotorrad zurück ins heimische Nordhessen. Jetzt war der gelernte Lokomotivschlosser wieder unterwegs. Diesmal in Indien.

„Und es war beeindruckend“, schwärmt Fankhänel. Geplant war die Tour eigentlich schon für vergangenes Jahr – zusammen mit seinem Biker-Freund Jürgen aus Ibbenbüren wollte Ole, der eigentlich Olaf heißt, durch Indien fahren. Aber eine Verletzung kam dem zweifachen Familienvater dazwischen. So fuhr jeder allein: Jürgen im letzten Jahr und Ole in diesem Februar. „Mit wenigen Worten kann man das gar nicht beschreiben“, schwärmt Fankhänel nach seiner Rückkehr, „man müsste ein Buch darüber schreiben.“

Los ging‘s nach dem neunstündigen Flug in Neu Delhi. Mit einer 350er Royal Enfield. „Unverwüstlich, das Ding“, sagt Ole, „trotzdem wurde die Maschine vor meiner Abfahrt gesegnet.“ Rückblickend half das, glücklicherweise blieb Fankhänel auf der 4.000-Kilometer Tour von Unfällen und Unglücken verschont. Obwohl das gar nicht so einfach war. Fankhänel: „Der Linksverkehr war gar nicht mal das Problem. Aber auf der Straße gilt einfach das Recht des Stärkeren. Erst kommen die Busse, dann die Lkw, dann die Pkw und zuletzt die Zweiräder.“

Nachdem er die 28-Millionen-Metropolregion Neu Delhi (Fankhänel: „Ich habe noch nie so viel Dreck gesehen“) hinter sich gelassen hatte, lagen zahlreiche Tagestouren durch Nordindien vor ihm. Und der 52-Jährige sah viel. „Einmal standen da welche und streuten und warfen Reis“, erzählt er, „ich hielt an, schaute, und sah, wie dort ein Toter verbrannt wurde. Beerdigung auf indisch sozusagen.“

Bis auf knapp 5.000 Meter Höhe schaffte es Fankhänel. „Ich stand am Grenzübergang zu Tibet, konnte aber nicht rüber, weil ich sonst ein neues Visum gebraucht hätte. Aber zumindest die 8.000er des Himalaya hatte ich im Blick.“

Als schönste Stadt auf seiner Tour bezeichnet der in Edermünde-Besse wohnende Motorrad-Freak das 70.000 Einwohner zählende Rishikesh. „Ich würde es mal als Hippie-Stadt bezeichnen. Da laufen eigentlich nur Freaks rum. Die Stadt liegt am Ganges. Und der ist dort – anders als später – noch verhältnismäßig sauber. Ich habe mir sogar die Hände drin gewaschen“, erzählt er lachend.

Beeindruckend habe er gefunden, dass die Menschen in Indien „so nett“ seien. „Auch wenn die nichts haben, laden sie dich immer noch auf einen Tee ein“, schildert er. Hilfsbereit ging es aber auch andersrum. Ole erzählt: „Ich war in einem kleinen Hotel in einem Dörfchen bei Shimla. Das Motorrad des Hotelmanagers war defekt. Keine große Sache. Ich hab‘ es schnell repariert. Fortan war ich der Held im Ort. Die Menschen haben sich vor mir verneigt.“

Das nächste Projekt, was der Besser angehen will: Wieder mit dem Motorrad durch Indien. „Aber dann durch den Süden. Dort soll es angeblich erheblich viel sauberer sein als im Norden.

Wer Interesse an einer ähnlichen Motorrad-Tour durch Nordindien hat, dem stellt Ole Fankhänel gerne mit Rat und Tat zur Seite. Kontakt über die Extra Tip-Redaktion.

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