Existenz gefährdet: Schlechtes Wetter verhagelt Pächtern des Melsunger Schwimmbadbistros die Saison

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Strahlender Sonnenschein im Melsunger Waldschwimmbad: Das gab es in diesem Sommer eher selten. Demensprechend fällt die Bilanz von Bistro-Betreiber Reiner Lengemann (li.) und Schwimmmeister Holger Bachmann aus.

Der Sommer 2017 brachte vor allem eines: viel Regen – Sehr zum Leidwesen der Betreiber des Bistro Flair im Melsunger Waldschwimmbad. Die Freibad-Saison verlief sogar so schlecht, dass sie um ihre Existenz bangen.

Melsungen. „Wenn der nächste Sommer so wird wie dieser, dann müssen wir wirklich um unsere Existenz fürchten“, betont Manuela Wenzel und wirft einen misstrauischen Blick gen Himmel. Gemeinsam mit ihrem Mann Reiner Lengemann betreibt sie das Bistro Flair im Melsunger Waldschwimmbad. Es ist ein sonniger Tag – einer der wenigen in diesem Jahr.

Viel zu oft waren die Aussichten am Himmel trüb, die ständigen Regenschauer hielten die Besucher vom Freibad fern. „Im vergangenen Jahr war das Wetter schon sehr schlecht – doch da hatten wir nochmal einen sehr schönen September, der für Schadensbegrenzung gesorgt hat“, erzählt Wenzel. Meteorologisch ist der Sommer 2017 seit dem 31. August vorbei – „gefühlt war er jedoch nie da“, klagt die Bistro-Pächterin.

Am 18. September schließt das Freibad und beendet damit auch die schlechteste Sommer-Saison für das Betreiber-Paar, seitdem sie das Bistro vor fünf Jahren übernommen haben. Bis zuletzt hatten sie noch auf ein paar schöne Tage gehofft – vergebens.

Einnahmen um 50 Prozent gesunken

Ein ähnliches Bild des Sommers zeichnet auch der leitende Schwimmmeister Holger Bachmann: „Ich bin seit zwölfeinhalb Jahren hier in Melsungen, aber der vergangene und vor allem dieser Sommer waren die schlechtesten, die ich als Schwimmmeister im Waldschwimmbad miterlebt habe.“

Habe man sonst im Durchschnitt um die 1.000 bis 1.500 Gäste am Tag, seien es in diesem Jahr nur um die 500. „Davon sind die meisten Dauerschwimmer, die hierher kommen, um ihre Bahnen zu ziehen“, so Bachmann.

Nur wenige Kunden kamen in diesem Sommer an das Verkaufsfenster von Pächterin Manuela Wenzel (re.) und Praktikantin Maja Grziwa.

Die seien aber keine potenziellen Kunden für das Bistro Flair. „Diese Leute kommen eben wirklich nur zum Schwimmen. Es gab Tage, an denen wir gerade so zwei Kaffee verkauft haben. Unsere Einnahmen sind im Vergleich zum Vorjahr um 50 Prozent gesunken“, erklärt Reiner Lengemann.

Eine katastrophale Bilanz für die Gastronomen, für die die warme Jahreszeit doch so wichtig ist. „Im Normalfall schaffen wir uns in der Sommer-Saison ein finanzielles Polster für die kalte Jahreszeit. Jetzt müssen wir uns verstärkt auf das Wintergeschäft konzentrieren. Wir werben schon jetzt für Weihnachtsfeiern in unseren Räumen“, sagt Lengemann.

Konzentration auf Events in der kalten Jahreszeit

Um die leere Kasse aus dem enttäuschenden Sommer doch noch irgendwie zu füllen, setzen die Gastronomen auf Events. So fand erst vor Kurzem ein Familienfrühstück mit anschließendem Minigolfspiel auf der Anlage am Freibadgelände statt.

Und die nächste Veranstaltung lässt auch nicht lange auf sich warten. Am morgigen Donnerstag startet im Bistro ab 18 Uhr eine After-Work-Party mit Live-Musik (ab 19 Uhr). Der Eintritt ist kostenlos.

Weitere Infos gibt’s unter Tel. 05661-9299081.

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