Nach Kritik an Organisatorin Mandy Ernst: Stehen Tuning-Treffen am Borkener Kraftwerk vor dem Aus?

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Die Tuning-Treffen auf dem Gelände des Alten Kraftwerks in Borken könnten bald Geschichte sein.

"Die Szene hat sich verändert", sagt Mandy Ernst. Die 26-Jährige organisiert Tuning-Treffen am Alten Kraftwerk in Borken. Jetzt wird sie von Teilnehmern kritisiert und überlegt deshalb künftig keine Treffen mehr stattfinden zu lassen.

Borken. Die Tuning Events am Alten Kraftwerk, organisiert von der Teilhaberin Mandy Ernst, haben sich mittlerweile in der Szene etabliert. Aus dem ganzen Land pilgern Tuningfreunde nach Borken, um ihre außergewöhnlichen Fahrzeuge zur Schau zu stellen, an internen Wettbewerben teilzunehmen, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und ein unvergessliches Wochenende zu verbringen. Mittlerweile sind es alleine über 500 Tuning-Verrückte mit festem Stellplatz auf dem Kraftwerkgelände, Tagesbesucher nicht mit eingerechnet.

Doch nach dem letzten Treffen Ende April hagelte es Kritik: Auf dem Gelände gibt es während der Veranstaltungen sogenannte VIP-Plätze, die sich im Kraftwerkgebäude befinden. Auf diese müssen sich Interessenten in der Regel bewerben und zahlen anschließend eine Standgebühr von 23 Euro mit kleinen Extras Zum Vergleich: Außenstellplätze kosten 10 Euro bis 15 Euro. Auf einen dieser heißbegehrten Plätze konnten die Event-Teilnehmer auf Ebay mitbieten. In der Auktion hieß es, dass der Erlös des Tickets gespendet wird. Der besondere Stellplatz kam für insgesamt 174 Euro unter den Hammer. – Bezahlt wurde das Ticket allerdings -laut Ernst- bis heute nicht.

Models und Fotografen wurden den Besuchern geboten.

„Der Käufer hat sich nicht mehr gemeldet und ist auch nicht auf unserem Treffen erschienen“, erzählt die Veranstalterin im Gespräch mit unserer Zeitung. Bei Facebook ist in einer offenen Tuningtreff-Gruppe eine Diskussion zum Thema Spenden entfacht, in der es auch über den angeblichen Eintritt für den guten Zweck ging.

„Die Szene hat sich verändert – früher haben die Tuner gerne für gemeinnützige Zwecke gespendet. Heute erntet man nur noch Kritik“, so die 26-Jährige. Kritik gab es nämlich auch dafür, dass Ernst den Spendenempfänger nicht angegeben habe. „Wir spenden häufiger für den guten Zweck, hängen diese Angelegenheit allerdings nicht an die große Glocke. Es gibt viele Organisationen in der Region, die Hilfsbedürftige unterstützen und dass wir auch unseren Teil dazu beitragen, ist für mich selbstverständlich“, erklärt die Organisatorin weiter.

Mandy Ernst ist Teilhaberin des Alten Kraftwerks und betreibt den „Club Rom“.

Viel Kritik, die letztendlich an die eigene Substanz geht. Ernst hat für dieses Jahr zwei Tuningtreffen angesetzt und beworben. Diese werden im Juli und September stattfinden. Danach soll Schluss sein. Es sei nicht mehr möglich, die Teilnehmer zufrieden zu stellen, erklärt Ernst: „Die Leute denken, dass wir uns die Taschen vollstopfen und ihnen zu wenig bieten. Wir bestellen professionelle Fotografen für die Events und Models – das kostet eine Stange Geld. Ich habe die Treffen ins Leben gerufen, weil ich selbst tuningbegeistert bin und die Community sowie das Miteinander für mich im Vordergrund stehen.“

Die Arbeit und den Zeitaufwand, den Ernst und ihr Team investieren, werde dabei von vielen aus der Szene nicht gewürdigt. Die Organisatoren hätten deshalb den Spaß an der Arbeit während der Veranstaltungen verloren. „Ich überlege künftig wieder selbst an Tuning-Events teilzunehmen und keine mehr zu organisieren, das ist wesentlich nervenschonender. Bei den zur Zeit herrschenden Bedingungen kann ich das so nicht mehr.“

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