Neue Zusammenarbeit in Borken

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Die Vereine "Pro Borken" und der "Unternehmerring Schwalm-Eder West" wollen gemeinsam Veranstaltungen der Stadt Borken organisieren. So auch das Stadtfest, das im vergangenen Jahr gefloppt ist.

Borken. Vergangenen Dienstag fand ein besonderes Treffen im Restaurant des Borkener Parkhotels statt. Der Vorsitzende der Bürgerinitiative „Pro Borken“ Lars Walter, seine Stellvertreterin, Sonja Lehmann, sowie Hans Jürgen Pfaff, Geschäftsführer des Unternehmerrings Schwalm-Eder West, trafen sich, um gemeinsam die Einzelheiten für den Straßenmarkt – ehemals Stadtfest – in Borken zu besprechen. Ein Novum – zuvor hatten die Vereine nebeneinander und nicht miteinander gearbeitet.

„Anfang Februar haben wir beschlossen, einige wichtige Projekte, die die Stadt Borken betreffen, gemeinsam zu organisieren“, erklärt Walter. Ideen gäbe es schon, nun gilt es die anstehenden Aufgaben zu verteilen und die Netzwerke beider mitwirkender Gruppen zu optimieren. Wichtiges Thema war, anlässlich der 700-Jahrfeier Borkens, der traditionelle Straßenmarkt. „Das Budget ist nicht wirklich groß, trotzdem versuchen wir das bestmögliche rauszuholen, um den Besuchern unseres Straßen- und Stadtfestes ein unvergessliches Erlebnis zu bieten“, so Pfaff. Im vergangenen Jahr wurde reichlich Kritik an der Umsetzung des Stadtfestes geübt. „Uns ist es wichtig, dass besonders Familien, die den größten Besucherteil ausmachen, sich wohlfühlen und das Richtige geboten bekommen“.

Kinderkarussells wird es auch in diesem Jahr in Borken geben. Darüberhinaus ist geplant, dass der Flohmarkt und die Kreativstraße ausgebaut werden sollen. Auch die ansässigen Gewerbetreibenden, aber auch Bürger, die gute Ideen haben, sollen stärker mit einbezogen werden. Große Fahrgeschäfte wird es allerdings bei dem geringen Budget auch in diesem Jahr nicht geben. „Nicht alles, was alt ist, ist schlecht“, so Walter. „Wir halten an Traditionen fest und werden bei unserem Straßenmarkt im Gegensatz zu anderen Städten selbstverständlich auch Bratwurst anbieten.“ Vor einiger Zeit hat sich eine neue Initiative gegründet, die das jetzigen Stadtfest anders gestalten will: Die Initiative „Heimatfest“. Diese wolle das Stadtfest auf das Areal rund um den Wasserturm verlagern, da dort mehr Platz für Fahrgeschäfte vorhanden sei.

„Wir packen es jetzt an und organisieren ein Fest, das der Größe der Stadt würdig ist“, betont der Vorsitzende von „Pro Borken“. Die Zusammenarbeit sieht das Trio als dringend notwendig an, da man gemeinsam mehr bewirken könne und die Absprachen einfach stimmten, so Sonja Lehmann. Die Realisierung finaler Umsetzungsvorschläge wird während der kommenden Treffen noch besprochen. Fest stünde, dass das Stadtfest definitiv im Herzen Borkens stattfinden und nicht ausgelagert wird. In den vergangenen Tagen habe die Stadt Borken eine Anschlussveranstaltung zum Straßenmarkt zugesagt, die das Event u.a. mit Live-Musik ergänzen soll, sagt Lars Walter abschließend.

Kommentar:

Borken hat in den vergangenen Jahren an Attraktivität verloren. Das lässt sich leider nicht abstreiten. Das Stadtfest im vergangenen Jahr: Ein absoluter Tiefpunkt. Es gibt eine neue Initiative, die diese Situation „verschlimmbessern“ will. Neue Idee: Man nehme das Stadtfest aus dem Herzen der Stadt und setze es auf das Areal beim Wasserturm. Und dann? Warum sollen die Besucher nicht auch die Läden in und um die Bahnhofsstraße herum ansteuern können? Borken stirbt aus! Just in der vergangenen Woche erfuhr ich, dass es wieder einen Leerstand mehr geben wird: Sonja Keßlers „Verschenkideen und Deko“ macht zum Ende des Monats dicht und bietet nur noch Online-Handel an. Man sollte die ansässigen Gewerbetreibenden doch unterstützen, indem ein attraktives Fest auf die Beine gestellt wird, das Besucher anlockt.

Der Charme der Kernstadt sollte gerade Auswärtigen in Erinnerung bleiben und sie im Idealfall erneut nach Borken locken. dass „Pro Borken“ und der Unternehmerring West jetzt gemeinsam an der Umsetzung arbeiten, ist ein Schritt mehr in die richtige Richtung. Denn „zu viele Köche verderben den Brei“ heißt es ja so schön. Gemeinsam an einem Strang ziehen, um das bestmögliche Resultat zum Wohle aller zu erzielen. Und dabei nicht mit Traditionen brechen. „Ein Stadtfest gehört in die Stadt.“ Dem stimme ich voll und ganz zu. Denn ein Stadtfest bzw. Straßenfest, sollte mehr sein, als nur überteuerte Fahrgeschäfte, ausgerichtet auf bestimmte Altersgruppen.

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