Borkener Neujahrsempfang: Baby, Bläser und Digitalismus

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Borken: Neujahrsempfang lockte hunderte Gäste in das Bürgerhaus.

Borken. "Eigentlich soll ich 15 Minuten reden, aber das wird nicht klappen - das hat bei mir noch nie geklappt", für ein Schmunzeln bei den circa 400 Gästen im Borkener Bürgerhaus sorgte der Stadtverordnetenvorsteher Michael Weber, der den diesjährigen Neujahrsempfang eröffnete.

Darunter war auch die jüngste Bürgerin Borkens: Melina Kirsch kam am 4. Januar auf die Welt und bereichert das Leben der jungen Mutter Kim Leonie Kirsch aus Borken. Der Chor der Grundschule "Schule am Tor" unter der Leitung von Rektor Jörg Fuchs sang für Melina "Ich schenk dir einen Regenbogen" und überreichte der Kleinsten selbstgebastelte Geschenke zum Thema des Liedes.

Die Borkener Bläser, die zwischen den Reden auftraten, sorgten für musikalische Unterhaltung und Freude im Publikum.

Mit seinem Vortrag startete Gastredner Prof. Dr. Thomas Clauß "Digital ins neuen Jahr". Der Juniorprofessor der Universität Marburg zeigte auf, wie digitale Geschäftsmodelle, beispielsweise Airbnb, Uber und Facebook, es schaffen, dass sie in den Alltag der Kunden nahezu integriert sind.  "Es ist unvorstellbar, was in den nächsten 50 Jahren auf die Menschen zukommt, wenn es bei dieser jährlichen Verdoppelung der digitalen Leistung bleibt", mahnte Prof. Dr. Clauß  an.  

Weber blickt zurück auf das Festjahr 2017: Borken feierte vergangenes Jahr 700 Jahre Stadtrecht. Der anlässlich des Stadtjubiläums veranstaltete historische Stadtrundgang geschah mit so viel Herzblut, dass die Stadt versuche, ihn in diesem Jahr noch einmal anzubieten. Ebenso erinnerte der Stadtverordnetenvorsteher an die Verlegung von 13 Stolpersteinen in der Stadt.

Bürgermeister Marcel Pritsch-Rehm gewährte in seiner Rede einen Einblick in sein Familienleben, denn dort begann das neue Jahr für jedes seiner drei Kinder unterschiedlich. Für die Kleinste, Madita, begann es mit Ferien, dabei freue sie sich sehr auf die Schule. Seine Tochter Milena traf im Fitnessstudio auf die von ihr genannten "Januarsportler", die sich dorthin mit ihren guten Vorsätzen gekämpft haben. Sein Sohn Marvin kam mit einer ausgekugelten Schulter aus dem Skiurlaub zurück - das gehöre bei ihm schon fast zum neuen Jahr.

Laut Pritsch-Rehm begann das Jahr mit Besonderheiten, wie gewohnt, sicher auch mit überflüssigen Dingen, aber man müsse immer das Beste draus machen. Das gelte auch für die Stadt Fritzlar. Er stellte Marlene Vogt als neue Jugendpflegerin vor. Mit großem Bedauern auch von Seiten des Publikums wurde der bevorstehende Ruhestand von Siegfried Bank, zuständig für die Wirtschaftsförderung und das Stadtmarketing Borken, verkündet. "Er kennt nicht nur die Häuser der Stadt, sondern auch die Geschichten dahinter", erzählte Pritsch-Rehm.

Die Probleme beim Umbau des Bahnhofes wurden thematisiert, ebenso wie der fortschreitende Leerstand in Borken. "Borken muss als attraktiver Ort erhalten und entwickelt werden. Wir müssen den Geschäften in der Bahnhofsstraße einen Chance zu leben geben. Deshalb müssen wir uns die Frage stellen, was ist es mir persönlich wert, dass meine Großgemeinde lebenswert bleibt", so Pritsch-Rehm.

Geplante bauliche Investitionen bei Gemeinschaftshäusern, Schwimmbad, Rathaus und Kindertagesstätten sollen dazu beitragen. In der Mitte seiner Rede ging er auf die schwierige Haushaltssituation ein, "da bekanntermaßen die Leute eh nur am Anfang und am Ende zuhören", wie der Rathauschef scherzt. Trotz des ernsten Themas blicke man aber positiv in die Zukunft, da der Kassenkreditbetrag weiter kontinuierlich reduziert würde und die Stadt Borken derzeit ohne Dispo auskomme. Positiv zu vermerken sei ebenso, dass der Bürgerbus ab März wohl Fahrt aufnimmt.

Ebenso wurde das Dachgeschoss des Engelhardtschen Hofes an einen privaten Investor verkauft, der nun plane, dort seniorengerechte Wohnung entstehen zu lassen. ""Der Schwerpunkt im kommenden Jahr wird sein, dem Leerstand entgegenzuwirken. Wir müssen private Investoren finden, die sich für unserern Standort einsetzen. Ich freu mich auf ein Jahr voller Überraschungen," freute sich Bürgermeister Pritsch-Rehm.

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