B. Braun-Bilanz für 2018: Zufriedenheit trotz Währungsschwankungen

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Unterhalten sich über das Dialyse-Gerät: (v. li.) Prof. Heinz-Walter Große, ET-Chefredakteur Rainer Hahne und Anna Maria Braun, Vorstand Asien-Pazifik.

B. Braun steigerte im Jahr 2018 den Umsatz und investiert über 1,2 Milliarden Euro in Forschung, Entwicklung und weltweite Standorte. Zufriedenstellendes Ergebnis wird von Währungsschwankungen getrübt.

Melsungen. Zum zweiten Mal wählte B. Braun den Melsunger Stadtwaldpark, um zur Bilanzpressekonferenz einzuladen. Das Unternehmen hat das Geschäftsjahr 2018 mit einem Gesamtumsatz von 6,908 Milliarden Euro (Vorjahr: 6,789 Milliarden Euro) abgeschlossen. Der Gewinn lag mit 952,5 Millionen Euro – ohne Berücksichtigung von Zinsen, Steuern, Abschreibungen (EBITDA) – 3,3 Prozent unter dem des Vorjahres (2017: 985,1 Millionen Euro). Der Konzernjahresüberschuss 2018 betrug 328,4 Millionen gegenüber 411,5 Millionen Euro im Jahr 2017.

„Im Geschäftsjahr 2018 konnten wir den Umsatz abermals steigern und lagen mit 5,3 Prozent zu konstanten Wechselkursen im angestrebten Zielkorridor von fünf bis sieben Prozent“, sagte der Vorstandsvorsitzende Prof. Heinz-Walter Große während der Bilanzpressekonferenz 2019. Große präsentierte die Kennzahlen des Geschäftsjahres 2018 gemeinsam mit Anna Maria Braun, Vorstand für die Region Asien-Pazifik und designierte Vorstandsvorsitzende, sowie Finanzvorstand Dr. Annette Beller.

„Das Jahr war zufriedenstellend. Es hat uns aber nicht gefallen, wie das Ergebnis durch Währungsschwankungen so stark beeinflusst wurde“, betonte Große, doch daran könne man nichts machen. Dadurch wurde das Ergebnis mit mehr als 100 Millionen Euro belastet. Zudem gab es zusätzliche Kos­tenbelastungen aus der Inbetriebnahme neuer Fertigungen und steigender regulatorischer Anforderungen. „Wir konnten in allen vier Sparten gleichmäßig wachsen“ resümiert Große. Hospital Care und OPM wuchsen moderat, ein besonders dynamischer Geschäftsverlauf war bei den Sparten Aesculap und B. Braun Avitum zu verzeichnen.“

Dr. Annette Beller, Heinz-Walter Große, Anna Maria Braun und Dr. Bernadette Tillmanns-Estorf präsentierten die Bilanz für das Geschäftsjahr 2018 von B. Braun.

Die Entwicklung in Deutschland und Europa

In Deutschland konnte trotz eines sehr wettbewerbsintensiven Umfelds eine Umsatzsteigerung um 2,5 Prozent auf 1,163 Milliarden Euro erzielt werden.

Europa (ohne Deutschland) erreichte zu konstanten Wechselkursen eine Umsatzsteigerung von 7,1 Prozent auf 2,274 Milliarden Euro, entsprechend einem Wachstum in Euro von 4,5 Prozent.

Investitionen & Ausgaben für Forschung & Entwicklung

2018 investierte der Konzern erneut über eine Milliarde Euro, denn „wir wollen unsere Produkte mit neuer Technologie ständig weiterentwickeln“, erklärt Braun. Nach 1,285 Milliarden Euro im Jahr 2017 flossen 2018 1,240 Milliarden Euro vor allem in die Erweiterung von Produktionskapazitäten sowie in die Entwicklung neuer Produkte und Verfahren.

Am Standort Penang, Malaysia, etwa wurden in den vergangenen neun Jahren rund 700 Millionen Euro investiert. Dieser ist mit rund 7.700 Beschäftigten einer der größten Standorte des B. Braun-Konzerns.

Die Sparte B. Braun Avitum eröffnete im Berichtsjahr in Wilsdruff bei Dresden Europas modernste Fabrik für Dialysefilter, denn dort wird vollautomatisch produziert. Die Fabrik sei ein Beispiel dafür, wie Digitalisierung und Automatisierung parallel vorangetrieben werden können. Mit Investitionen von rund 100 Millionen Euro wurden 140 Arbeitsplätze geschaffen.

Bildergalerie zur B. Braun Bilanzpressekonferenz für das Geschäftsjahr 2018

 © Blöthner
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Dr. Annette Beller, Heinz-Walter Große, Anna Maria Braun und Bernadette Tillmanns-Estorf präsentierten die Bilanz für das Geschäftsjahr 2018 von B. Braun.  © Blöthner
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Unterhalten sich über das Dialyse-Gerät: (v. li.) Prof. Heinz-Walter Große, ET-Chefredakteur Rainer Hahne und Anna Maria Braun, Vorstand Asien-Pazifik.  © Blöthner
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Im Raum der Pressekonferenz wurden zudem einige Produkte von B. Braun ausgestellt, um diese einmal aus der Nähe zu betrachten. Darunter ein 3D-Visualisierungssystem für das Körperinnere bei Operationen. Mittels einem Instrument, das nur einen Durchmesser von fünf Millimetern hat, können so minimalinvasive Eingriffe durchgeführt werden. Der Chirurg kann den Eingriff zudem über eine 3D-Brille fast plastisch auf einem Monitor verfolgen.  © Blöthner
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Vorstandsvorsitzender Prof. Heinz-Walter Große übergibt den Posten zum 1. April an seine Nachfolgerin Anna Maria Braun.  © Blöthner

Zur Digitalisierung nennt Große auch folgendes Beispiel: „Bereits am zweiten Arbeitstag eines Monats liegen die Abschlüsse des Vormonats aller Standorte zentral in Melsungen vor, da wir so gut miteinander vernetzt und die Angestellten dafür ausgebildet sind.“ Beller ergänzt: „Rechnungen werden zum Beispiel automatisch erfasst und mit den Werten aus Aufträgen abgeglichen. Stimmen die Werte über­ein, erfolgt die Auszahlung, ohne dass ein Mitarbeiter sich noch damit befassen muss.“

Fast 64.000 Mitarbeiter auf der ganzen Welt

Zum 31. Dezember 2018 beschäftigte der B. Braun-Konzern 63.751 Mitarbeiter. Das sind 3,5 Prozent mehr als im Vorjahr (61.583 Beschäftigte).

In Deutschland sind zurzeit 801 junge Menschen in Ausbildung. 229 Auszubildende beendeten 2018 erfolgreich ihre Ausbildung und erhielten ein Übernahmeangebot. 94 Auszubildende absolvierten zusätzlich zur dualen Ausbildung ein Studium an einer Berufsakademie oder Hochschule. An den Standorten in Brasilien, Malaysia, Vietnam und der Schweiz absolvieren derzeit 233 junge Menschen eine Ausbildung, 119 schlossen diese in 2018 ab. „Es ist immer spannend zu sehen, mit welchem Engagement sich junge Leute einbringen. Uns ist weiterhin wichtig, einer der bevorzugten Arbeitgeber der Region zu bleiben“, sagt Große.

Im Raum der Pressekonferenz wurden zudem einige Produkte von B. Braun ausgestellt, um diese einmal aus der Nähe zu betrachten. Darunter ein 3D-Visualisierungssystem für das Körperinnere bei Operationen. Mittels einem Instrument, das nur einen Durchmesser von fünf Millimetern hat, können so minimalinvasive Eingriffe durchgeführt werden. Der Chirurg kann den Eingriff zudem über eine 3D-Brille fast plastisch auf einem Monitor verfolgen.

Ausblick und Ziele für die Zukunft

„Für das Geschäftsjahr 2019 erwarten wir, dass der Konzern auf der Umsatz- und Ergebnisseite wachsen wird“, machte Braun in ihrem Statement deutlich. Das Umsatzwachstum werde sich bei konstanten Wechselkursen zwischen fünf und sieben Prozent bewegen. „Es ist unser klares Ziel, die Entwicklung auf der Ergebnisseite voranzutreiben und mit dem Engagement aller Mitarbeiter gemeinsam zu wachsen“, so Braun. Zum Thema Brexit wurden bereits Vorkehrungen getroffen (wir berichteten). Große erwähnt dazu noch: „Das ist ein Theater der besonderen Klasse, während es ganz andere Probleme in der Welt gibt.“

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