Brief zu „Kirche verschenkt 100.000 Euro“: „Geht nicht um Geld“

+

Ein Leserbrief zu „Zum Teufel mit der Kohle“, im Print erschienen in den Heimat Nachrichten am 16. Dezember und im EXTRA TIP am 20. Dezember.

Für viel Wirbel sorgt unser Aufmacher vom vergangenen Mittwoch "Zum Teufel mit der Kohle". Unter dem Artikel auf www.lokalo24.de haben seither zahlreiche Leser den Fall von Ralf Ganß kommentiert. Dem Ostheimer Landwirt will die Kirche einen Bauernhof nicht verkaufen, obwohl der 48-Jährige zwischenzeitlich rund 100.000 Euro mehr bot, als andere Interessenten.

Und hier ein Leserbrief zu unserem Aufmacher "Zum Teufel mit der Kohle", erschienen in den Heimat Nachrichten vom 16. Dezember.

Fräulein Botte, Ostheim, hat in ihrem Testament ihren Hof in Ostheim der Kirche vererbt – mit der Auflage, dass der Hof an einen Ostheimer Bauern verkauft werden soll. Problem: Kein Ostheimer Bauer hat Interesse an dem Botte-Hof.Die Testamentsvollstreckerin hat Herrn Ganß bereits schriftlich den Inhalt des Testaments klargemacht.Nach dem letzten Willen des Fräulein Botte soll der Hof wieder so wie in der Vergangenheit bewirtschaftet werden. Dazu gehört auch, dass der Käufer des Anwesens dort einzieht und somit Ostheimer Bürger wird. Woher der Käufer kommt, ist unerheblich.

Auch wenn sich der Verkauf des Botte-Hofes als schwierig erweist und sich hinauszögert oder der Erlös niedriger ausfällt: Damit verschenkt die Kirche nichts. Sie erfüllt nur den letzten Willen der Erblasserin Botte. Die Kirche steht rechtlich in der Pflicht, alles zu unternehmen, um den letzten Willen von Fräulein Botte zu erfüllen, selbst wenn sie nur einen symbolischen Preis für den Botte-Hof bekommt.

Dass Herr Ganß aus Beiseförth für den Botte-Hof 260.000 Euro geboten hat, ist unerheblich. Es geht hier nicht um Geld und Profit, sondern um die Erfüllung des Testaments von Fräulein Botte.

Herr Ganß hat seinen eigenen Hof in Beiseförth, wohnt auch dort und kann somit die Auflagen des Testaments nicht erfüllen.

Dass die Kirche in Beiseförth zu Spenden aufruft, kann mit der "Erbschaft Botte" nicht in Zusammenhang gebracht werden. Da Herr Ganß in Beiseförth wohnt, wäre es angebracht, wenn er sich auch großzügig an der Spendenaktion der Kirche beteiligen würde, anstatt nach noch mehr Reichtum zu trachten.

Und ich möchte schließen mit einem Vers aus dem Matthäus-Evangelium: "Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie?"

Irmgard Bock,Frielendorf

---------------------------------

Hier nochmal der Artikel zu diesem Leserbrief: 100.000 Euro verschenkt: Kirche verkauft nicht an Höchstbietenden (vom 16. Dezember 2015)

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Schwalm-Eder: Einbrecher treiben im Kreis ihr Unwesen

In der Nacht von Mittwoch, 19., auf Donnerstag, 20. Februar, wurde in mehrere Schulen und KiTas im Kreis eingebrochen. Um nach Diebesgut zu suchen, brachen die Täter …
Schwalm-Eder: Einbrecher treiben im Kreis ihr Unwesen

Ferienplanung im Gange: Melsunger Haspel bietet buntes Programm zu Ostern

Trampolin springen, klettern und Achterbahn fahren: In den Osterferien erwartet die Besucher des Melsunger Jugendtreffs „Die Haspel“ ein sportliches Programm.
Ferienplanung im Gange: Melsunger Haspel bietet buntes Programm zu Ostern

Einbruch in ein Hotel in Bad Zwesten: Täter lassen Bargeld aus Tresoren mitgehen

Heute Nacht brachen unbekannte Täter in ein Hotel in der Brunnenstraße ein und stahlen das Bargeld aus zwei Tresoren.
Einbruch in ein Hotel in Bad Zwesten: Täter lassen Bargeld aus Tresoren mitgehen

Einbruch im Mehrfamilienhaus in Borken

Einbrecher lassen Flachbildschirmfernseher, Bierdosen und Tabak mitgehen.
Einbruch im Mehrfamilienhaus in Borken

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.