Bürgermeister Marcel Pritsch-Rehm über seine ersten Tage im Amt

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Borkens neuer Bürgermeister Marcel Pritsch-Rehm hat über seine Pläne für 2016 gesprochen und verraten, was ihm an seinem Job besonders gefällt.

Borken. Erst zwei Wochen ist es her, als Borkens neuer Bürgermeister Marcel Pritsch-Rehm in das Rathaus eingezogen ist. Den HEIMAT NACHRICHTEN hat er von seinen ersten 16 Tagen im Amt und seinen Plänen erzählt.

HEIMAT NACHRICHTEN: Herr Pritsch-Rehm, wie verliefen Ihre ersten Arbeitstage?

Marcel Pritsch-Rehm: Ich wurde am 4. Januar sehr freundlich empfangen. Es war ein entspannter erster Tag, den ich dazu genutzt habe, durch das Verwaltungsgebäude zu gehen und alle Mitarbeiter kennenzulernen. In meiner freien Zeit bin ich rausgefahren und habe Kindergärten und andere Einrichtungen besucht.

Bürgernähe sei Ihnen wichtig. Wie setzen Sie dies um?

Als Bürgermeister ist es meine Aufgabe den ersten Schritt auf die Bürger zuzugehen. Ich möchte mit den Menschen zusammenarbeiten und die Meinungen aus den einzelnen Fachbereichen in die Entscheidungen einfließen lassen. Da ist es selbstverständlich, dass ich den direkten Kontakt suche.

Haben Sie sich den Einstieg so vorgestellt?

Bei einer großen Kommune wie Borken mit 14 Stadtteilen ist mir klar, dass ich erst einmal alles kennenlernen muss und das geht am besten, wenn ich mit den Bürgern und den umliegenden Gemeinden ins Gespräch komme. Es braucht seine Zeit, bis ich das Tagesgeschäft verinnerlicht habe.

Welche Aufgaben haben Sie bereits als Bürgermeister erledigt?

Zwei Bürger haben große Geburtstage gefeiert. 85 und 90 Jahre wurden sie. Und ein Ehepaar, das die Diamantene Hochzeit gefeiert hat, habe ich besucht. Das sind die schönen Momente in dem Amt. Normalerweise übernimmt die Gratulation der Magistrat, aber wenn es möglich ist, erledige ich das selbst. So bekomme ich die Möglichkeit, mich mit einer anderen Generation auszutauschen. Mein erster offizieller Akt findet dann in der nächsten Stadtverordnetenversammlung statt, wenn ich zum ersten Mal als Bürgermeister anwesend sein werde.

Wie unterscheidet sich Ihr früherer Beruf als Stabilitätsmanager bei B.Braun Melsungen zu dem des Bürgermeisters?

Bei B.Braun war ich die Schnittstelle zwischen meinen Kollegen und den Vorgesetzten und anderen Firmen. Als Bürgermeister bin ich zwar auch Ansprechpartner, allerdings für einen viel größeren und komplexeren Bereich. Als Stabilitätsmanager musste ich darüber hinaus Verwaltungsarbeiten erledigen. Als Bürgermeister komme ich aus zeitlichen Gründen gar nicht mehr dazu Dokumente zu erstellen. Außerdem übernehmen kompetente Mitarbeiter die Verwaltungsarbeiten.

Helfen Ihnen Ihre Erfahrungen als Stabilitätsmanager bei der Bewältigung Ihres Alltags als Bürgermeister?

Das hoffe ich sehr. Im Moment fällt es mir schwer zu sagen, ob ich den richtigen Weg nehme. In einem halben Jahr, wenn ich mich an das Tagesgeschäft gewöhnt habe, kann ich es wahrscheinlich viel besser einschätzen. Aber im Moment fühlt es sich gut an.

Fühlt es sich auch in Ihrem Büro gut an?

Es sieht alles auf jeden Fall sehr nobel aus. Allerdings bin ich im Moment so viel unterwegs, dass ich noch gar nicht richtig Zeit hatte mich umzuschauen und heimisch zu fühlen. Ich werde neue Bilder aufhängen, die das Büro etwas auflockern. Es ist großzügig geschnitten und sehr freundlich gestaltet. Vor ein paar Tagen wurde hier drin wahrscheinlich seit langem wieder mal Pizza gegessen (lacht).

Was kommt auf Sie und Borken 2016 zu? Gibt es spezielle Projekte, die Ihnen am Herzen liegen?

Ich möchte mich als erstes um die Jugendarbeit und das Familienzentrum kümmern. Derzeit ist die Stelle der Jugendpflegerin unbesetzt. Das nutzen wir als Chance, um ein neues Konzept zu entwickeln und daraufhin die Stelle neu zu besetzen.

Was steht danach an?

Das wird sich dann zeigen. Ich möchte nichts überstürzen. Natürlich könnte ich jetzt alle Wahlkampfziele auf die Mitarbeiter verteilen. Aber das wäre nicht zielführend. Ideen sammeln ist die eine Sache. Beispielsweise wäre ein Bürgerbus eine tolle Sache, um die Lebensqualität in den Ortsteilen zu verbessern. Aber es dauert seine Zeit, um ein Konzept zu erstellen und es dann auch umzusetzen. Auch in diesem Fall ist die Kommunikation mit anderen Gemeinden wichtig. Denn dort, wo schon Modelle bestehen, können wir uns Tipps holen.

Nimmt die bevorstehende Kommunalwahl Einfluss auf Ihre Arbeit?

In den nächsten zwei Monaten größere Projekte zu planen ist wegen der anstehenden Kommunalwahl sowieso nicht sinnvoll. Es wird zu manchen Veränderungen im Parlament und bei den einzelnen Ortsvorstehern kommen. Erst dann lohnt sich eine langfristige Planung.

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