Bürgermeisterwahl in Fritzlar: Im Gespräch mit Gert Rohde

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Vor der Wahl im Gespräch mit Gegenkandidat Rohde.

Am 28. Januar wählen die Fritzlarer ihren neuen Bürgermeister. Neben Amtsinhaber Hartmut Spogat (CDU) tritt auch Gert Rohde an, um neues Stadtoberhaupt in der Dom- und Kaiserstadt zu werden.

Von KARSTEN KNÖDL und VANESSA VON LENGERKEN.

Fritzlar. Wir haben dem 58-Jährigen, der für die Freien Wähler ins Rennen geht und von SPD und Grünen unterstützt wird, ein paar Fragen gestellt:

HN: Herr Rohde, Sie wollen in Fritzlar Bürgermeister werden. Das impliziert, dass Sie mit der Arbeit des aktuellen Bürgermeisters nicht zufrieden sind, beziehungsweise meinen, es besser machen zu können. Was hat Hartmut Spogat in den vergangenen sechs Jahren denn falsch – bzw. so schlecht gemacht – dass er abgelöst werden sollte?

Rohde: Hartmut Spogat steht ins einer Amtszeit vor allem für große und kostspielige Projekte, wie zum Beispiel der Hochzeitsturm, das millionenschwere Parkhaus oder auch die jüngst ersteigerten Rolandstuben. Ich hingegen möchte die zur Verfügung stehenden Mittel nicht in Parkhäuser oder ähnliches stecken, sondern in die Dinge, die in den letzten Jahren hier einfach zu kurz gekommen sind. Dazu zählen die Radwege, das wichtige Thema des bezahlbaren Wohnraums, Transparenz wie z.B. regelmäßigen Bürgerversammlungen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die stärkere Einbindung der Stadteile.

HN: Wenn Sie die Möglichkeit hätten, heute sofort drei Dinge in Fritzlar ändern zu können, welche wären das?

Rohde: Aus meiner Sicht sind die drei ersten Mahnahmen: Mit den veranschlagten Planungskosten für ein Parkhaus könnten sofort zahlreiche neue Parkplätze entstehen. Beispielsweise durch eine Erweiterung des Parkplatzes hinter der Stadthalle in Richtung der Gärten, Anlagen von schrägen Parkplätzen am oberen Schulweg oder auch die Erweiterung der Parkplätze vor der Stadthalle. Meine zweite Maßnahme wäre die sofortige Einrichtung der versprochenen Koordinatorenstelle für Ehrenamt, Vereine und Stadtteile. Meine dritte Maßnahme ist die Einrichtung eines „Stadtteil-Bautrupps“ innerhalb des Bauhofs. Der Bauhof hat vielfältige Aufgaben zu lösen. Diese Aufgaben werden immer mehr und auch teilweise komplexer. Um sicher zu stellen, dass die Aufgaben auf den Stadteilen mit gleicher Priorität erledigt werden wie in der Kernstadt, möchte ich einen Bautrupp speziell für die Stadtteile einrichten.

HN: Einer Ihrer Wahlkampf-Slogans ist „Einbindung Jugend“. Könnten Sie das bitte für unsere Leser etwas mit Inhalt füllen? Wobei wollen Sie die Jugend einbinden und wie soll diese Einbindung aussehen?

Rohde: Im Rahmen der Parlamentsarbeit mit meinen Fraktionskollegen der Freien Wähler war ich hier bereits tätig. Der von meiner Fraktion vorgeschlagene und vom Parlament beschlossene Jugendbeirat schafft zunächst die Voraussetzung für mehr Einbeziehung der Jugend. Weiterhin gilt es in Zusammenarbeit mit den Schulen und Vereinen, die auch viel Jugendarbeit in Fritzlar übernehmen, die Kinder für die Arbeit im Rahmen des Jugendbeirats zu begeistern.

HN: Ebenso kann man auf Ihren Wahlplakaten lesen: „Für ein aktives Miteinander“. Auch da wüssten wir gerne, was Sie damit meinen.

Rohde: Das „aktive Miteinander“ ist eine Einstellung. Es beginnt schon im respektvollen Umgang untereinander, beim Informieren der Bürger und vor allem bei der Einbindung der Bürger in die Entscheidungen der Stadt durch aktive Arbeitsgruppen, durch Bürgerbefragungen, wenn es um wichtige Dinge wie den Hessentag geht. Natürlich sind die Sitzungen der Stadtverordnetenversammlungen und der Ausschüsse öffentlich, allerdings empfinde ich die Informationspflicht in weiten Teilen als Bringschuld der Stadt und nicht als Holschuld der Bürger.

HN: Was meinen Sie, was Sie für den Job des Bürgermeisters qualifiziert. Warum wären Sie der bessere Bürgermeister?

Rohde: Qualifiziert für das Amt des Bürgermeisters bin ich ohne Zweifel. Einige Erfahrungen aus Ausbildung, jahrzehntelanger Selbständigkeit oder die ehrenamtliche Arbeit als Vorsitzender von Werbegemeinschaft und Stadtmarketing bringe ich aus meiner Sicht schon mit. Für mich ist allerdings das Engagement und die Leidenschaft für Fritzlar am wichtigsten. Ich möchte mich gern zur Verbesserung von Fritzlar für die Bürger einsetzen. Dafür engagiere ich mich schon jetzt in der Stadtverordnetenversammlung als Ausschussvorsitzender für Planung, Soziales und Kultur. Ich habe frische Ideen und meine Akkus sind voll.

HN: Und abschließend noch: Wenn Sie jemand fragt, was die Stadt Fritzlar und deren Bürger so besonders macht, was antworten Sie ihm?

Rohde: Fritzlar ist lebenswert, bietet alles – ich vermisse hier nichts. Die Menschen sind offen, herzlich und man findet schnell Freunde, mit denen man das alles genießen kann. Meine Kinder sind hier gerne aufgewachsen und ich möchte das noch viele junge Paare mit ihren Kinder Fritzlar auch so erleben.

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