Carsharing-Auftakt in Homberg: Vier Betriebe teilen sich Dienstwagen

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Setzen auf Carsharing im Schwalm-Eder-Kreis: (v. li.) Helene Pankratz (Klimaschutzmanagerin), Sonja Pauly (LEADER), Michael Schramek (EcoLibro), Uwe Zimmermann (EcoLibro), Marion Karmann (Regionalmanagement Mittleres Fuldatal), Lisa Küpper (LEADER), Wolfgang Imberger (KBG), Dierk Glitzenhirn (Pfarrer Ev. Pfarramt Süd), Michael Sack (Kreissparkasse), Hombergs Bürgermeister Dr. Nico Ritz, Dr. Brigitte Buhse (LEADER), Landrat Winfried Becker und Kirsten Kühnemund (Fachbereich 03).

Zukünftig teilen sich Stadtverwaltung Homberg, Kreisverwaltung, kbg und Kreissparkasse Autos für ihre Dienstfahrten.

Von VANESSA VON LENGERKEN

Schwalm-Eder.

„Wir treffen uns hier in großer Runde, denn es geht auch um ein großes Thema“, so Bürgermeister Dr. Nico Ritz im Pressegespräch zum Projekt „Betriebliches Mobilitätsmanagement im Schwalm-Eder-Kreis“. „Das ist ein ziemlich sperriger Begriff“, gibt Hombergs Bürgermeister zu. „Momentan wird ein theoretisches Konzept entwickelt. Da dies aber sehr kompliziert zu erklären ist, starten wir einfach einen Probeversuch“, erklärt Ritz.

Zwei der nagelneuen schwarzen Renault Clios sind sogenannte pulsierende Car-sharing-Fahrzeuge. Tagsüber stehen sie in Homberg den Mitarbeitern der Stadt- und Kreisverwaltung sowie der Kreissparkasse für Dienstfahrten zur Verfügung, nach Dienstschluss um circa 16 Uhr, werden sie von Mitarbeitern der Kreisverwaltung mit in die benachbarten Kommunen Treysa und Malsfeld genommen, wo sie Privatpersonen abends und am Wochenende zur Verfügung stehen.

„Morgens fahren die Mitarbeiter mit den beiden Fahrzeugen wieder zurück nach Homberg und benötigen somit künftig keine eigenen Autos mehr für den Arbeitsweg. An allen Orten stehen die Fahrzeuge an festen Stationen, wo sie von jedermann für den entsprechenden Zeitraum gebucht und genutzt werden können. Ein Fahrzeug bleibt an einer festen Station am Homberger Rathaus“, erklärt Projektleiter Michael Schramek vom Mobilitätsberatungsunternehmen EcoLibro das Konzept.

Die schwarzen Renault Clio haben alle sowohl das Regio.Mobil-Logo als auch einen Gemeinschaftssymbol aller teilnehmenden Betriebe auf den Türen kleben.

„Im ländlichen Raum dient das eigene Auto für viele als Statussymbol. Es wird dauern, bis sich das eingespielt hat, aber wenn wir es hinbekommen, dass unsere Mitarbeiter dank unserers Projektes den Zweitwagen abschaffen, haben wir etwas richtig gemacht“, so Landrat Winfried Becker. Es gibt noch einige weitere Vorteile: „Wir sparen Parkplätze ein, da viele der Homberger nur mit dem Auto zur Arbeit kommen, um während des Tages Kreisfahrten zu machen. Zukünftig können sie zur Arbeit laufen und bei Dienstwegen eines der geparkten Carsharing-Autos nutzen. Schlussendlich schaffen wir es vielleicht sogar, die Zahl der Dienstfahrzeuge zu reduzieren“, verdeutlicht Becker.

So beginnt in dieser Woche das bundesweit einmalige Carsharing-Projekt der LEADER-Regionen Knüll, Kellerwald-Edersee und Schwalm-Aue, an dem die Stadtverwaltung Homberg, der Schwalm-Eder-Kreis, die Kreissparkasse Schwalm-Eder sowie die Kraftstrom-Bezugsgenossenschaft Homberg (KBG) mit zunächst drei Fahrzeugen in der Kreisstadt teilnehmen. Zwei weitere kommen in der nächsten Woche dazu. Dienstleister vor Ort ist die Regio.Mobil Deutschland.

Mit einer App können Interessierte zukünftig das Auto buchen – ein Chip auf dem Führerschein dient als Schlüssel. Zehn Monate wird die Analyse- und Konzeptentwicklung dauern, bei der die Dienstfahrten mit Fahrtenbüchern analysiert werden. Danach folgt für zwölf Monate eine Phase der Beratung, wie das Projekt umgesetzt werden kann. Ende Februar 2020 sollen dann 30 bis 40 Carsharing-Autos im Kreis fahren.

Die EU und das Land Hessen fördern das Konzept zu 75 Prozent mit 65.000 Euro.

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