„Landwirtschaft braucht Zukunft“ – BI Chattengau gegen Massentierhaltung war in Berlin

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Mitglieder der BI Chattengau gegen Massentierhaltung mit Boris Mijatovic (Kasseler Bundestagskandidat von Bündnis 90/Grüne) vor dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz. Von links: Wolfgang Poppitz, Barbara und Jürgen Düsterhöft, Horst und Karin Sandmüller, Paul Grede, Boris Mijatovic, Andreas Grede.

Auf dem Programm standen drei Tage Hauptstadt mit interessanten Besichtigungen aber auch politische Gespräche.

Niedenstein/Kassel/Berlin. Auf Einladung der Kasseler Bundestagsabgeordneten Nicole Maisch (Bündnis 90/Grüne) reisten Mitglieder der Bürgerinitiative Chattengau gegen Massentierhaltung e.V. vom 3. bis 5. Juli nach Berlin.

Drei Tage Hauptstadt mit einem interessanten Besichtigungsprogramm waren das eine. Es ging aber auch politisch zu. Laut BI-Sprecher Andreas Grede will die Bürgerinitiative Themen von der Basis in die große Politik bringen: „Gerade beim Fleischkonsum wird die Verantwortung gerne dem Verbraucher in die Schuhe geschoben. Das ist aber zu einfach. Es müssen Gesetze her, die ganz simpel deutlich machen, woher das Fleisch kommt.“ Dies habe bei Eiern sehr gut funktioniert (siehe EXTRA HINTERGRUND).

In Deutschland gibt es laut Grede mittlerweile über 200 Bürgerinitiativen (davon drei in Nordhessen), die sich für eine bäuerliche Landwirtschaft stark machen: „Wertschätzung landwirtschaftlicher Produkte bedeutet auch, weniger Lebensmittel wegzuwerfen. Qualität kostet ihren Preis, aber diese Ernährung ist auch Durchschnittsverdienern möglich.“

Im Bundestag sei zudem die Lobby der industriellen Landwirtschaft stark vertreten, meint der Kasseler Bundestagskandidat Boris Mijatovic (Bündnis 90/Grüne), der die Gruppe begleitete. Billige Masse für den Export schädige die regionale Landwirtschaft und verstärke den Hunger in der Welt, auch wenn der Bauernverband das Gegenteil behaupte.

Die Bürgerinitiative Chattengau will sich in Nordhessen weiterhin stark machen für eine bäuerliche Landwirtschaft und gegen „Agrarfabriken“.

Weitere Informationen unter www.bi-chattengau.de und auf www.facebook.com/bi.chattengau.de

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EXTRA HINTERGRUND

Das Verhalten der Verbraucher ändert sich

Seit 2004 gilt in der EU Kennzeichnungspflicht. Der Verbraucher sieht sofort, wo das Ei herkommt. 0 steht für Bio-Haltung, 3 für Käfighaltung. Vor zehn Jahren stammten noch 67,7 Prozent aus Käfighaltung, 2016 waren es nur noch 10,1 Prozent. Die Grünen und viele Tierschützer fordern deshalb eine ähnliche Kennzeichungspflicht für Fleisch.

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