Internationale Wochen gegen Rassismus startet mit Ausstellung "Toleranz in Comics und Graphic Novels" in Homberger Kreissparkasse

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Klaus Herz (li), Judith Graap und Michael Sack freuen sich über die vielfältige Ausstellung in der Kreissparkasse.

Die Ausstellung "Toleranz in Comics und Graphic Novels" in der Kreissparkasse zeigt Comics zu den Themen Ausgrenzung, Rassismus und Homophobie

Homberg. Am Montag, 12. März, starteten die jährlich stattfindenden Internationalen Wochen gegen Rassismus – auch in Homberg. Kernstück der Veranstaltungsreihe ist die Wanderausstellung „Toleranz in Comics und Graphic Novels“ in der Kreissparkasse, Kasseler Straße 1. Bis zum Freitag, 23. März, können dort rund 29 Werke verschiedenster Künstler aus allen Altersgruppen begutachtet werden. Die Jüngs­ten der deutschlandweit verteilten Zeichner kommen dabei sogar aus der Grundschule.

Auszug aus dem Comic „Marie, du bist voll gut“ von Elina Gross.

Dementsprechend unterschiedlich sind auch die Zeichenstile – von professionell bis kindlich. Mal wird mit Farbe gearbeitet, mal ist alles schwarz/weiß. Doch die Botschaften behandeln immer dasselbe Thema: Toleranz gegenüber Mitmenschen. Die elfjährige Elina Gross aus Wetzlar zeichnete einen Comic über Ausgrenzung in der Schule. Dieser handelt von Marie, die im Rollstuhl sitzt und gemobbt wird. „Geschichten von Kindern gehen meistens mit einem Happy End aus“, erklärt Judith Graap vom Internationalen Bund, der die Wochen gegen Rassismus mitorganisiert. Auch Johanna Baumann, ebenfalls bekannt als „Schlogger“ zeigt mit ihrer Illustration „Der kleine Tod“, dass selbst der Sohn von Gevatter Tod im Kindergarten nicht gemobbt werden sollte.

Auszug aus dem Comic „Der kleine Tod“ von Johanna „Schlogger“ Baumann.

Mit „Ich geh raus spielen, Mama!“ räumt Maximilian Hillerzeder mit Vorurteilen auf. Eine Mutter spricht mit ihrem Sohn Lukas über die neuen Nachbarn, die als Menschen mit ausländischer Herkunft anders aussehen und er sie doch deswegen nicht anstarren soll. Lukas hingegen sieht im Nachbarsjungen Emre aber lediglich einen Spielgefährten und potentiellen neuen Freund. Daher geht er sogleich mit ihm raus, ohne an Oberflächlichkeiten hängen zu bleiben, wie es Lukas Mutter und auch Emres Vater zu tun scheinen.

Auszug aus dem Comic „Ich geh raus spielen, Mama!“ von Maximilian Hillerzeder.

Doch auch Homophobie oder das Leben eines Obdachlosen werden in den ausgestellten Comics thematisiert. So wird in „Penner“ von Christopher Burgholz das Leben von Walter gezeigt, der auf der Straße vom Geld der Pfandflaschen lebt. Er will sich von Streetworkern nicht helfen lassen und bettelt lieber, um vom Geld Alkohol zu kaufen, anstatt auf die Möglichkeiten der Tafel und anderen Institutionen zurückzugreifen. Der Alltag, der ihn allmählich zermürbt, lässt ihn aber auch nicht aus dem Teufelskreis ausbrechen.

Zu den bedeutensten Vertretern des Kampfes gegen soziale Unterdrückung zählen Menschen wie Nelson Mandela und Mahatma Gandhi, daher dürfen auch sie in einer Illustration von Jisun Lee und Catrin Mackowski nicht fehlen. Einige der Werke sind nämlich auch Gemeinschaftsprojekte. „Comics sind ansprechend und schnell – das ist die Kunst des Zeichners, mit wenigen Darstellungen ein Thema zu zeigen“, lobt Klaus Herz von der Stadt Homberg die Künstler, „es sind viele kleine Geschichten, die dazu einladen, sich die Zeit zu nehmen und sie auf sich wirken zu lassen.“ „Die Comics sind aktuell und zeitlos“, ergänzt Graap, „sie wecken Menschen und zeigen, wie Toleranz aussehen kann.“

Extra-Info: Weitere Veranstaltungen zum Thema

Die Ausstellung in der Kreissparkasse ist zu den Öffnungszeiten, montags und freitags von 9 bis 17 Uhr, dienstags und donnerstags von 9 bis 18 Uhr sowie mittwochs von 9 bis 13 Uhr zu sehen. Bis zum 15. März steht ein missio Truck mit einer multimedialen Ausstellung zum Thema auf dem Homberger Marktplatz.

Am 15. März findet zudem eine Präsentation der THS-Schüler im Möbel EinLaden, Westheimer Str. 7, unter dem Titel „Rassismus damals und heute“ statt.

Eine Lesung mit Mo Asumang, „Mo und die Arier – Allein unter Rassisten und Neonazis“ gibt es am Mittwoch, 21. März, von 19.30 bis 21.30 Uhr im Kultur- und Begegnungszentrum „Alte Sparkasse“, Birkenweg 2. Bei der Lesung wird von Asumangs Erlebnissen berichtet, als sie auf rechtsradikale Menschen zugegangen ist und das Gespräch suchte.

Zum Abschluss gibt es am Freitag, 23. März, ein Theaterprojekt über das Leben in einer neuen Heimat, ebenfalls in der Alten Sparkasse, mit dem Thema „Fluchtgedanken 3.0“.

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