Conni Reiß ist Hunde-Trainerin mit Herz in Jesberg und Homberg

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Cornelia "Conni" Reiß hat seit zehn Jahren ihre Hundeschule in Jesberg mit einem Platz in Homberg. Ihr Motto: "Es gibt keinen unerziehbaren Hund!"

Homberg/Jesberg. Tamber sprintet von Hütchen zu Hütchen, während Tayra ruhig wartet bis sie selbst dran ist. Die Altdeutschen Hütehunde hören genau aufs Wort von Cornelia "Conni" Reiß. Das macht sie besonders stolz – schließlich sind sie die Star-Schüler in Reiß’ Hundeschule "Conni Reiß" in Jesberg und Homberg.

Vor 17 Jahren beginnt alles mit einem Welpen aus dem Tierschutz. Dieser habe allerdings einen schweren Charakter gehabt. "Viele hätten ihn wahrscheinlich als ‘Problemhund’ bezeichnet", sagt die 45-Jährige. Doch "Problemhunde" gibt es für sie nicht. Ihre damalige Chefin in der Tierarztpraxis, in der Reiß als Tierarzthelferin tätig war, teilt diese Meinung. Die Lösung: Hundekurse in der Praxis.

Nachdem Reiß für ein Jahr die Leitung des Tierheims in Beuern übernahm und den Trainerschein machte, eröffnete sie im August 2006 ihre eigene Hundeschule in Jesberg. Fünf Jahre später kam Homberg dazu. Letztes Jahr schloss sie die Ausbildung zur Hundephysiotherapeutin ab.

Das Hobby zum Beruf gemacht

Ob Schnee, Regen oder Hitze – die gelernte Tierarzthelferin steht bei jedem Wetter auf einem der beiden Plätze. "Freizeit habe ich eigentlich kaum", sagt Reiß. Ein Problem sei das für sie aber nicht. "Das fühlt sich für mich nicht nach Arbeit an", betont Reiß mit einem Lächeln im Gesicht. Nur einmal im Monat nimmt sie sich ein freies Wochenende: "Das muss sein – anstrengend ist es eben doch", gesteht sie.

Vor allem liegt der Trainerin am Herzen, dass Halter Verständnis für ihre pelzigen Begleiter aufbringen. "Viele Hunde werden abgegeben, weil sie angeblich aggressiv sind", erzählt sie. Dabei gebe es meist eine einfache Erklärung für dieses Verhalten: Viele Hunde im Tierheim seien Rüden in der Pubertät. "Diese wollen ihre Grenzen kennenlernen und provozieren. Setzt man keine Grenzen, übernimmt das Tier selbst die Führung", erklärt Reiß.

Auch kann Aggressivität eine Reaktion auf Schmerzen sein: "Wenn mir etwas weh tut, bin ich auch grantig", sagt sie. Das wird allerdings nur selten vom Halter selbst erkannt. Dann gilt der Hund schnell als schwer erziehbar. "Dem Tier die Schuld zu geben und es ins Tierheim zu bringen, scheint für viele einfacher zu sein, als sich Hilfe von einem Experten zu holen", sagt die Hundeexpertin.

Verständnis für Vierbeiner

Dabei versichert die Expertin: "Es gibt keinen unerziehbaren Hund." Für jede Rasse und Eigenheit gebe es die richtige Methode. Denn häufig wird vergessen, dass Hunde ursprünglich als Arbeitstiere gezüchtet wurden. "Daher ist es wichtig, die Hunde auszulasten, ihnen eine Aufgabe zu geben. Lernen müssen die Hunde nur, Ruhe zu bewahren", erklärt Reiß.Agility-Taining würde auch im Alltag helfen. Denn: Hund und Herrchen müssen aufeinander achten, Rücksicht nehmen und schnell reagieren. Der Halter lernt, mehr auf die Bedürfnisse seines Hundes einzugehen. Der Hund widerum lernt, seinem Halter mehr zu vertrauen. "Auch macht es den Hunden Spaß. Sie bewegen sich und haben eine Aufgabe", erklärt Trainerin Conni. Gleichzeitig müssen sie warten, bis sie dran sind und sie dürfen sich von anderen Hunden nicht ablenken lassen. Die Trainerin bietet in ihrer Hundeschule selbst Agility-Kurse an – allerdings nimmt sie mit ihren Schülern nicht an Turnieren teil. "Mir ist am wichtigsten, dass das Band zwischen Mensch und Tier gestärkt wird", betont sie.

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