Ein Traum wird wahr

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Ehepaar aus Dagobertshausen bewirtschaftet Hütte des Österreichischen Alpenvereins

Landeck. Kirsten Lau und Ralf Gombert erfüllen sich in diesem Sommer einen Traum. Die beiden werden von Juni bis September die Goldeckhütte, eine Hütte des Österreichischen Alpenvereins bewirtschaften. „Es war schon immer eine Idee von uns, mal einen ganzen Sommer auf einer Alm oder einer Berghütte zu verbringen“, erzählt Kirsten Lau, „und jetzt wird aus dieser Idee Realität.“

Dabei ist die Bewirtung der Hütte nur – oder besser „fast“ – eine logische Konsequenz aus dem bisherigen Leben der beiden. „Naturverbunden sind wir eigentlich schon immer“, sagt die 53-Jährige, „schon früher sind wir beispielsweise mit den Kindern übers Wochenende zum Wandern weggefahren. Und unsere Urlaube hatten fast immer mit Wandern, Klettern, Bergsteigen, Mountainbike zu tun.“ So waren die beiden beispielsweise schon am Mount Everest Base Camp oder auf dem Kilimandscharo.

„Zuhause“ sind Kirsten und Ralf in Dagobertshausen, einem Ortsteil der Gemeinde Malsfeld im Schwalm-Eder-Kreis. „Daran wird sich auch nichts ändern“, sagt Ralf Gombert, „das wird immer unser ‘Zuhause‘ bleiben.“ Allerdings traf das Paar vor gut drei Jahren einen Entschluss, der ihr bisheriges Leben kräftig durcheinander wirbelte. „Eigentlich war unser Plan“, so erzählt Kirsten Lau, „dass, wenn wir nicht mehr arbeiten müssen, wir – vielleicht auch nur temporär – mal in die Alpen ziehen. Nachdem wir aber gesehen haben, dass es im Freundes- und Bekanntenkreis Schicksalsschläge gab, die deren Lebenspläne platzen ließen, haben wir unseren vorgezogen.“

Gesagt getan. Ralf Gombert, der in Dagobertshausen eine Familien-Metzgerei führte, fand einen Käufer für den Betrieb. Und einen guten Job bei Landeck in Tirol. Der Metzger und diplomierte Lebensmitteltechnologe bewarb sich auf einen Posten bei Handl Tyrol, einem renommierten Hersteller von Tiroler Speck, und bekam ihn. Seit 2018 arbeitet er dort im Qualitätsmanagement. Knapp drei Jahre pendelten Kirsten und Ralf dann zwischen Dagobertshausen und Tirol. Bis auch Kirsten, als studierte Agraringenieurin, eine Stelle fand, ebenfalls unweit von Landeck. Seit vergangenen Jahr wohnen beide wieder vereint – in Grins bei Landeck.

Initialzündung für das aktuelle Vorhaben, die Goldeckhütte zu bewirtschaften, sei dann der Blick aus ihrer Wohnung gewesen. „Wir schauen direkt auf die Augsburger Hütte“, berichtet Kirsten, „und als man dort einen Pächter suchte, sagten wir uns: ‘Warum nicht? Lass uns doch einfach mal bewerben!‘“ Die Augsburger Hütte bekamen sie zwar nicht, das Interesse war aber entfacht. Lau: „Und so hielten wir Ausschau nach anderen Hütten, die zu verpachten waren und wurden oberhalb von Spittal an der Drau fündig.“ Die dortige Goldeckhütte war so ziemlich genau das, was sich die beiden vorgestellt hatten. „Die Hütte sollte eher kleiner sein, so dass wir sie zu zweit gut bewirtschaften können.“ Mit dem Eigentümer, der Sektion Spittal an der Drau, wurde man sich einig und so war die Sache „eingetütet“.

Dass der kommende Sommer – für die vier Monate werden beide von ihren Arbeitgebern freigestellt – ein Sommer mit neuen Erfahrungen aber auch mit viel Arbeit und Entbehrungen sein wird, ist beiden bewusst. „Warmes Wasser macht der Holzofen“, sagt Ralf Gombert, „und der Strom kommt über eine Photovoltaikanlage. Und sämtliche Lebensmittel müssen wir mit dem Quad nach oben fahren.“ Kirsten ergänzt: „Wir werden uns weitestgehend autark ernähren müssen, beispielsweise backen wir unser eigenes Brot.“

Bewirtschaften will das Duo die Goldeckhütte auch mit einem etwas anderen Konzept, als es die Vorgänger, die aus Altersgründen aufgehört haben, getan haben. „Sicherlich, Weißbier, Brotzeit, Kaiserschmarrn das bleibt. Es gibt ausschließlich Regionales, viele Knödel-Gerichte, alles selbstgemacht, und auch für Vegetarier ist natürlich was dabei“, so Kirsten. Auch Übernachtungen sind logischerweise weiterhin möglich. Lau: „Daneben wollen wir aber auch viel ‘Neues‘ anbieten. So planen wir beispielsweise einiges in Sachen ‘Kunst und Kultur‘. Es soll Lesungen geben, Yoga und Meditationsangebote, Sonnenauf- und Sonnenuntergangswanderungen und vieles mehr.“

Freuen dürfen sich Kirsten und Ralf dabei auch auf Unterstützung aus der Heimat. „Viele Freunde haben bereits angekündigt, dass sie uns besuchen und auch helfen wollen“, so Kirsten, „dass freut und natürlich sehr.“ Und auch vor Corona haben die beiden keine Angst. Kirsten Lau: „Im vergangenen Jahr war der Betrieb mit Einschränkungen – größere Tischabstände etc. – auch möglich. Wir gehen davon aus, dass wir die Hütte unter den gleichen Bedingungen bewirtschaften können.“

Wer Interesse an einem Besuch der Hütte hat, kann sich unter Tel. 0171-9528275 oder goldeckhuette1927@gmail.com Informationen geben lassen.

Rubriklistenbild: © Privat

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