„Danke Herr Dr. Franke“ – Offener Brief von Karl-Otto Winter dazu, dass das Hospital kein Geld vom Bund bekommt

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Das Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar bekommt – anders als andere Krankenhäuser in der Region – kein Geld vom Bund. 

Winter: „Hoffen wir, dass das traditionsreiche Fritzlarer Krankenhaus bei der nächsten großzügigen Verteilung zur Standortsicherung Berücksichtigung findet und nicht nur vor Wahlen Anlaufpunkt für schöne Pressefotos ist“

Zur Pressemitteilung von Edgar Franke – „Ich freue mich sehr, dass unsere Krankenhäuser, nämlich das Asklepios Klinikum Schwalmstadt, das Kreiskrankenhaus in Frankenberg sowie das Stadtkrankenhaus in Korbach künftig pauschal mit 400.000 Euro pro Jahr bezuschusst werden“ – von vergangener Woche schreibt Karl-Otto Winter, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist Fritzlar:

Gerne hätte ich mich natürlich auch bei Herrn Dr. Franke im Namen der über 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hospitals zum Heiligen Geist in Fritzlar für seinen großzügigen Einsatz bei der Verteilung der 48 Millionen an kleine Krankenhäuser bedankt. Doch leider ist das Hospital leer ausgegangen. Wer weiß warum?

Karl-Otto Winter, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist Fritzlar.

Für mich erschließt sich nicht so ganz die objektive Verteilung der durch Herrn Dr. Franke vom Gesundheitsminister Spahn „losgeeisten“ Millionen. Die Stiftung Hospital zum Heiligen Geist sorgt als alleinstehender Träger des Fritzlarer Krankenhauses seit Generationen auf dem immer schwieriger werdenden Gesundheitsmarkt dafür, die medizinische Versorgung in unserer Region für jährlich über 10.000 Patienten aufrechtzuerhalten.

Die so begünstigten Krankenhäuser in unserer nordhessischen Region können sich natürlich freuen, erhalten sie doch neben der 400.000-Euro-Vitalisierungskur zusätzlich noch von ihren kommunalen Eigentümern – wie z.B. in Frankenberg und Korbach – erhebliche Millionenbeträge aus Steuergeldern für Investitionen und zum Ausgleich negativer Bilanzen. Auch der privatwirtschaftlich geführte Krankenhauskonzern Asklepios ist Nutznießer dieser „Alimentierung“ zur Aufrechterhaltung der Daseinsvorsorge. Der Eigentümer in Hamburg wird sich freuen!

Mit diesem Sponsoring großer Gesundheitskonzerne wird aber eher eine Wettbewerbsverzerrung zu Lasten kleiner alleinstehender Krankenhäuser erreicht.

Der heimische Bundestagsabgeordnete Dr. Edgar Franke.

Seit Jahrzehnten erhalten wir in Fritzlar aus dem Selbstverständnis unseres Stiftungsauftrages die Geburtenstation mit über 650 Geburten pro Jahr aufrecht und müssen durch hohe Versicherungskosten und Auflagen der Politik sowie der Krankenkassen immer mehr Belastungen ausgleichen. Wir investieren kontinuierlich in qualifiziertes Personal und moderne Medizininfrastruktur. Doch leider gibt es außer der Stiftung als Träger keine weiteren kommunalen Geldgeber und wie wir jetzt feststellen müssen, für unser Haus auch nicht die finanziell notwendige Unterstützung durch die führenden Gesundheitspolitiker der Bundespolitik.

Hoffen wir also auf Einsicht, dass das traditionsreiche Fritzlarer Krankenhaus bei der nächsten großzügigen Verteilung zur Standortsicherung Berücksichtigung findet und nicht nur vor Wahlen Anlaufpunkt für schöne Pressefotos ist. Hoffen wir auf einen fairen Förderschlüssel für Krankenhäuser.

Danke Herr Dr. Franke

Karl-Otto Winter Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist Fritzlar

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