Deponien geschlossen: Alte Möbel, Gartenabfälle und Benzinkanister landen im Wald

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Kein Gedanke an die Folgen: Da die Mülldeponien zur Zeit geschlossen sind, entsorgen manche Menschen ihre alten Möbel, Gartenabfälle und Bauschutt im Wald.

Wegen des Coronavirus verbringen viele Menschen die Zeit Zuhause. Eine gute Gelegenheit, um auszumisten. Da aber viele Wertstoffhöfe geschlossen haben, landet der Entrümpelungsmüll in unseren Wäldern. Und das kann bis zu 50.000 Euro kosten.

Melsungen. Viele Menschen verbringen momentan – mehr oder weniger freiwillig – ihre Freizeit in den eigenen vier Wänden. Eine mögliche Beschäftigung ist es, das Zuhause auf Vordermann zu bringen. Ob der Garten in Ordnung gebracht, der Kleiderschrank ausgemistet oder der Dachboden entrümpelt wird, es bietet sich eine Vielzahl an Möglichkeiten an, die Zeit Daheim zu verbringen.

Doch sehen es manche Menschen anscheinend nicht ein, so lange zu warten, bis die kommunalen Entsorgungsbetriebe wieder geöffnet haben. Denn die Schließungszeiten der Corona-Pandemie machen auch vor diesen Betrieben nicht Halt. Die Folge ist, so meldet es HessenForst, dass immer mehr Abfälle in unseren Wäldern landen. Von Bauschutt, Gartenabfällen und Benzinkanistern bis zu alten Matratzen und ausrangierten Möbeln wie Waschmaschinen sei alles dabei.

Forstamtsleiterin Petra Westphal

„Völlig indiskutabel“, sagt Melsungens Forstamtsleiterin Petra Westphal zu der illegalen Müllentsorgung im Wald. „Autoreifen, Farbeimer oder Benzinkanister setzen giftige Stoffe frei, die den Boden und das Grundwasser nicht nur verunreinigen, sondern gefährden. Abfälle wie beispielsweise alte Möbel oder Bauschutt, müssen aufwändig entsorgt werden. Es ist natürlich gut, dass die Menschen ihr Zuhause ausmisten und ihre Gärten in Ordnung bringen, aber nicht auf Kosten der Natur.“

Den Abfall aus finanziellen Gründen im Wald zu entsorgen, kann Forstamtsleiterin Petra Westphal nicht nachvollziehen: „Gerade in Deutschland haben wir kostenlose oder zumindest kostengünstige Möglichkeiten Abfälle zu entsorgen. Wenn die Wertstoffhöfe, Deponien und Müllhalden aufgrund des Corona-Virus vielleicht drei oder vier Wochen Pause machen, wird jeder Zuhause die Möglichkeit haben Grünschnitt oder Hausrat zwischenzulagern.“

Die illegale Müllentsorgung im Wald ist eine Ordnungswidrigkeit, die vom Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro bestraft wird. Bei schwerem Ausmaß geht die Handlung in eine Straftat über.

Mindestens fahrlässig: Der Inhalt alter Benzinkanister kann nicht nur den Boden verunreinigen, sondern auch ins Grundwasser gelangen.

Petra Westphal: „Leider gibt es immer wieder Punkte und Orte in unseren Wäldern, an denen Müll abgeladen wird. Aber in der letzten Zeit habe ich mit meinen Kollegen feststellen müssen, dass immer mehr Müll im Wald entsorgt wird. Und das hessenweit. Deshalb bitten wir die Waldbesucher uns oder der Polizei Auffälligkeiten zu melden.“ Zwar werde versucht festzustellen, wem die illegal entsorgten Gegenstände gehören. „Wenn wir niemanden ermitteln können, bleibt die Aufgabe der Entsorgung bei den Kommunen oder bei uns hängen. Und letztendlich trägt die Kosten hierfür der Steuerzahler.“

Für Hinweise und Rückfragen stehen die Mitarbeiter der Forstämter Jesberg (06695-961311), Neukirchen (06694-962811) und Melsungen (05661-737811) telefonisch zur Verfügung. „Jedes Kind hat in der Schule gelernt, das Bonbonpapier in den Mülleimer zu werfen. Als Erwachsener sollte man das nicht vergessen haben“, appelliert Petra Westphal.

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