Deutsche Schneepflugmeisterschaft: Zwei nordhessische Teams in den Top Ten

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Wurden als amtierender Hessenmeister im Finale Vierter: Horst Hildebrandt und Florian Hampel von der Straßenmeisterei Frankenberg.
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Die sechs nordhessischen Starter: (v.l.) Marco Heintze, Markus Scheuß (beide Gudensberg), Florian Hampel, Horst Hildebrandt (beide Frankenberg), Daniel Wiegand und Alexander Schnur (beide Baunatal).
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Frankenberger werden Vierter, und die Lokalmatadore aus Gudensberg landen auf Platz acht.

Gudensberg. Es ist genau 15.55 Uhr am vergangenen Samstag als Moderator Michael „Mitch“ Seile die Lokalmatadoren ankündigt: „Und jetzt, meine Damen und Herren, begrüßen Sie mit mir Markus Scheuß und Marco Heintze von der Straßen- und Autobahnmeisterei Gudensberg.“ Applaus brandet auf, es kommen zahlreiche unterstützende Pfiffe und viele Anfeuerungsrufe von den dicht an den gelben Absperrgittern stehenden Zuschauern auf dem Gudensberger Festplatz.

Scheuß sitzt am Steuer eines Unimog 430, an dem vorn ein Schneepflug montiert ist. Gleich wird der 48-Jährige mit dem 299 PS starken Schlepper auf den 450 Meter langen Parcours gehen. Auf dem müssen Scheuß und „Dirigent“ Heintze zwölf Stationen bewältigen: Pylonen, Ölfässer und Reifen schieben, Slalom fahren sowie Holzpyramiden abräumen sind nur einige. Wenn die beiden das perfekt hinbekommen, dürfen sie sich vielleicht am Ende des Tages „Deutscher Meister im Schneepflugfahren“ nennen“. Als der 430er nach 377 Sekunden durch die Lichtschranke rast, brandet nochmals Jubel auf. Hupend grüßt Scheuß die Zuschauer, bevor er wieder zum Startplatz zurückfährt.

Knapp fünf Minuten später steht das Duo am Festzelt, lässt sich den ersten Schoppen schmecken. „Mist“, sagt Scheuß, „jedesmal ein Patzer. Erst im Vorlauf und jetzt auch im Finale. Ärgerlich.“ Mit dem Patzer meint Scheuß, dass er zweimal die Holzpyramide komplett abgeräumt hat. Ziel ist es, von einer fünfteiligen Holzpyramide nur die oberen vier Teile abzufahren, die unterste Scheibe muss stehenbleiben. Und sowohl im Vorlauf wie auch im Finale fuhr Scheuß eine der beiden Pyramiden komplett um. Was noch hinzukam: Beim rückwärts durch die Slalomstrecke fahren kam der Arnsbacher aus der Spur und musste rangieren, um keine Pylone umzufahren – das kostete viel Zeit und damit Punkte. Am Ende wurde es im Finale mit 585 Punkten der achte Platz unter den zehn Teilnehmern.

 Aufmunternde Worte gab es aber dann von den Arbeitskollegen, der Familie und nicht zuletzt vom Gudensberger Bürgermeister. „Es gibt überhaupt keinen Grund, Trübsal zu blasen“, so Frank Börner, „allein, dass die beiden ins Finale gekommen sind, ist schon ein Riesenerfolg. Denn damit haben sie immerhin 21 Paare hinter sich gelassen.“

Am besten bewältigt haben den Final-Parcours Matthias Rudolph und Lucas Assenmacher von der Autobahnmeisterei Emmelshausen (695 Punkte). Und wer jetzt denkt, dass das in den Alpen oder aber zumindest im Allgäu liegt: Weit gefehlt. Emmelshausen ist ein 5.000-Einwohner-Städtchen im Rhein-Hunsrück-Kreis, und Rudolph und Assenmacher halten im Winter die A61 zwischen Koblenz und Bingen schneefrei. Zweiter wurde das Team der Straßenmeisterei Sigmaringen/Bad Saulgau (627 Punkte) von dem der Autobahnmeisterei Heiligenroth (622 Punkte). Dieses Trio darf Deutschland jetzt auch bei der nächsten Schneepflugeuropameisterschaft im kommenden Jahr in Österreich vertreten.

Bitter war das Finale für den amtierenden Hessenmeister aus Frankenberg: Das Duo Horst Hildebrandt und Florian Hampel landete mit 616 Punkten auf dem undankbaren vierten Platz. Und auch das Team von der Autobahnmeisterei in Baunatal hatte Pech: Mit Platz zwölf in der Qualifikation verpassten Alexander Schnur und Daniel Wiegand das Finale der zehn besten knapp.

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EXTRA INFO

Drei Fragen an Schneepflug-DM-Initiator Horst Hanke

Horst Hanke ist Vorsitzender des Ausschusses Winterdienst in Deutschland. Er gilt als derjenige, der die Schneepflugmeisterschaft nach Deutschland geholt hat. Wir haben ihm drei Fragen gestellt.

Wie kam es dazu, dass wir jetzt eine Schneepflugmeisterschaft haben?

Hanke: 2010 in Kanada gab es schon eine, 2014 in Andorra die nächste. Beide Male ohne deutsche Beteiligung. Das wollten wir ändern.

Wofür ist eine Schneepflug DM wichtig?

Hanke: Natürlich geht es auch um Spaß. Aber es ist auch Ernst. Die Stationen sind realitätsnah gestaltet. Hier kann jeder Fahrer zeigen, wie geschickt er sich im „wirklichen“ Einsatz anstellen würde.

Und warum wird im Sommer geschoben?

Hanke: Naja, da ist das Wetter meistens besser. Und mit Reifen, Pylonen und Fässern kann man ein Winterszenario schon absolut realitätsnah nachstellen.

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