„Diesel-Ole“ will’s wieder wissen: Diesmal geht’s mit dem Bike durch Indien

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Olaf, genannt Ole, Fankhänel, gelernter Lokomotivschlosser aus Edermünde-Besse, plant im Februar eine Bike-Tour durch die ehemalige britische Kronkolonie.

Edermünde-Besse. Es hat ihn mal wieder gepackt, das Motorrad-Reisefieber: Olaf genannt „Ole“ Fankhänel, weit über Nordhessens Grenzen hinaus bekannter Kultbiker, geht wieder „On Tour“. „Ich brauchte mal wieder eine neue Herausforderung“, sagt der 51-Jährige, „und da kam mir die Anfrage gerade recht.“

Damit meint Fankhänel die Anfrage seines Freundes Jürgen, ob er im Februar nicht mit nach Indien fliegen wolle, um dort einen Monat durch das Land zu touren – natürlich mit dem Bike. „Ich habe ja schon einige Touren hinter mir“, erzählt Fankhänel, „aber in Indien war ich noch nie.“ Die letzte große Reise datiert aus dem Jahr 2016. Damals ließen er und ein Freund ihre Motorräder mit dem Lkw nach Ulaanbaatar (Mongolei) bringen, um von dort zurück nach Gudensberg zu fahren – durch Wüsten, Steppen, Einöden und sogar Kriegsgebiete. 9.000 Kilometer waren das und drei Monate war Ole unterwegs (wir berichteten).

Ganz so viel werden es diesmal nicht, „zwischen 3.000 und 5.000 Kilometer werden es am Ende sein“, schätzt der gelernte Lokomotivschlosser, „je nachdem, wieviel Kilometer wir am Tag schaffen. Das lässt sich von Deutschland aus schwer einschätzen. Wir kennen die Straßenverhältnisse nicht. Und wir wissen nicht, auf wieviele heilige Kühe wir Rücksicht nehmen müssen“, sagt der Rotschopf grinsend.

Anders als vor zwei Jahren ist diesmal auch, dass Ole und Jürgen nicht mit ihren eigenen Motorrädern fahren, sondern sich vor Ort welche leihen. Mitnehmen wäre zu teuer gewesen. Fankhänel: „Wir haben zwei Bullets – Hubraum: 350 Kubikzentimeter – gemietet. Hersteller ist Royal Enfield, ein indischer Motorradproduzent, hervorgegangen aus einem britischen Hersteller von Gewehren, Motorrädern und Automobilen. Royal Enfield ist die älteste noch produzierende Motorradmarke der Welt.“ Die Mietkosten sind überschaubar: Eine Maschine kostet für einen Monat 500 Euro. Fankhänel. „Das zahlst Du in Deutschland für drei Tage.“

Auch insgesamt wird die Tour eher ein Low-Budget-Urlaub. „Den Flug haben wir für 560 Euro bekommen, das Visum kostet 120 Euro, und impfen lassen mussten wir uns auch, das kostet rund 300 Euro“, rechnet Fankhänel vor, „ich schätze, am Ende sind wir bei rund 2.000 Euro – nicht viel für eine einmonatige Motorradtour.“

Apropos ein Monat: Solange muss die Arbeit an Fankhänels aktuellem Umbau-Projekt ruhen. In der hauseigen-en Werkstatt steht derzeit eine ehemalige Polizei-Harley aus den USA auf der Hebebühne. In die baut der Besser gerade einen Dieselmotor ein (siehe EXTRA-INFO). Geplante Fertigstellung: Irgendwann Ende des Frühjahrs. „Und ich freu’ mich schon auf die erste Tour. Die wird zwar eine Nummer kleiner als Indien, aber sicher trotzdem aufregend“, meint Fankhänel lachend.

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EXTRA INFO

Aktuelles Projekt: Umbau einer Polizei-Harley auf Diesel

Schon sieben Maschinen hat Ole Fankhänel von Benzin auf Dieselantrieb umgebaut. Da-runter waren auch vier Bullets vom Hersteller Royal Enfield. Mit einem solchen Motorrad werden Fankhänel und sein Freund Jürgen im Februar in Indien unterwegs sein – allerdings mit Benzinmotor. Das neueste Projekt an dem der Lokomotivschlosser, der im VW-Werk als Lokomotivführer arbeitet, derzeit arbeitet: Er baut in eine Harley-Davidson Electra Glide Standard (FLHT) einen 31-PS-Dieselmotor ein, der aus einem Kubota Mini-Bagger stammt. Der Leistungsverlust wird überschaubau sein. Fankhänel: „Der ursprüngliche Motor hatte 57 PS. Aber mit der Übersetzung die ich einbaue, wird die Maschine sicherlich rund 140 km/h schnell sein – eingetragen ist sie mit 152.“

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