Nordhessische Landkreise wollen Studie zur E-Mobilität in Auftrag geben

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Die Landkreise Hersfeld-Rotenburg, Kassel, Werra-Meißner, Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg wollen die E-Mobilität in Nordhessen vorantreiben: (v.l.) Dr. Jürgen Römer, Tanja Müller (LEADER-Regionalmanagement), Friedrich Schäfer, Uwe Schmidt, Dr. Brigitte Buhse (LEADER), Jürgen Schäfer, Lisa Küpper (LEADER), Dr. Rainer Wallmann und Marcel Mötzing. 

Wie ist die aktuelle Situation? Wie ist künftig der Bedarf? Ergebnisse der Studie sollen Ende 2018 feststehen.

Region. Wie soll die Elektromobilität in künftig aussehen? Darüber hat sich auch der Schwalm-Eder-Kreis Gedanken gemacht. Mit Hilfe des entsprechenden LEADER-Arbeitskreises stehen 80.000 Euro Fördergeld vom Bundesverkehrsministerium zur Verfügung. Gemeinsam mit den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg, Kassel, Waldeck-Frankenberg und Werra-Meißner soll damit möglichst schnell eine Konzeptstudie in Auftrag gegeben werden, die der Politik konkrete Handlungsempfehlungen gibt.

Für insgesamt 100.000 Euro (jeder Landkreis legt 4.000 Euro drauf) sollen Fachleute in einem Jahr analysieren, wie in Nordhessen der aktuelle Stand in Sachen E-Mobilität ist. Es sollen zudem Wege aufgezeigt werden, die die Region fit für den E-Mobileinsatz machen. Die Ausschreibung soll in sechs bis sieben Wochen erfolgen. Ende 2018 sollen die Ergebnisse feststehen.

Es geht darum herauszufinden, welchen Bedarf die Zukunft bringt, was dafür getan werden muss und ob alternative Mobilitätskonzepte, wie Car-Sharing, im ländlichen Raum sinnvoll sind. Letztendlich soll jeder Kommune ein Leitfaden zur Verfügung stehen, wie sie die Anlaufphase der E-Mobilität nützlich unterstützen kann.

Federführend beim Elektromobilitätskonzept-Nordhessen ist der Landkreis Waldeck-Frankenberg, mit breiter Zustimmung der anderen Landkreise.

„Welchen Bedarf an E-Mobilität gibt es in der Zukunft, und was muss dafür getan werden, um diesen Bedarf zu befriedigen?“ – diese Frage soll eine Konzeptstudie beantworten, die die fünf nordhessischen Landkreise in Auftrag geben wollen.

„Mit dem gemeinsamen Konzept bekommen alle Zugang zu umfangreichem Fachwissen und personellen Ressourcen, die in den einzelnen Verwaltungen so bisher nicht vorhanden sind“, teilt der Schwalm-Eder-Kreis auf Anfrage mit. Bei der dortigen Kreisverwaltung ist aktuell ein E-Mobil (PKW) als Dienstwagen im Einsatz. Dabei handelt es sich um einen Leasingvertrag, der allerdings noch in 2017 ausläuft. Derzeit wird innerhalb der Verwaltung geprüft, ob in Zukunft weitere Dienstwagen als E-Mobile betrieben werden können.

Dr. Rainer Wallmann, Erster Kreisbeigeordneter im Werra-Meißner Kreis sieht im angedachten Konzept die große Chance richtungsweisende Impulse zu bekommen. Ihm ist aber klar: „Die technologische Entwicklung bei der E-Mobilität wird immer schneller voranschreiten. Wir müssen dynamisch daran arbeiten.“ Bislang habe die geringe Reichweite der E-Fahrzeuge dafür gesorgt, dass der Werra-Meißner Kreis keine reinen E-Mobile sein Eigen nennt. Es gibt allerdings Hybridfahrzeuge.

Anders sieht es im Landkreis Kassel aus. Die Verwaltung von Uwe Schmidt hat schon klare Zielvorgaben: „Bis 2025 sollen 30 Prozent der Fahrzeuge aus der Kreisflotte E-Mobile sein“, so der Landrat. Das sind etwa 30 Fahrzeuge, die nun nach und nach angeschafft werden.

Im Kreis Hersfeld-Rotenburg sind E-Fahrzeuge noch in der Diskussion. Kreisbeigeordneter Jürgen Schäfer hofft dabei auch auf das kommende Konzept: „Wir wollen die Autoindustrie unterstützen und unseren Beitrag leisten.“ Das Projekt solle auch Innovationsfreude fördern. Marcel Mötzing, persönlicher Referent des dortigen Landrates: „Wir müssen die E-Mobilität neu denken, auch was den Tourismus angeht.“ In diesem Bereich lasse sich bestimmt mehr Attraktivität generieren.

Diese Meinung vertritt auch Fritz Schäfer, Kreisbeigeordneter in Waldeck-Frankenberg. Dort sind bezüglich der Kreisflotte E-Mobile bislang nur Diskussionsgrund. „Darum ist es um so wichtiger gemeinsam ein Konzept zu entwerfen, das nicht in der Schublade verschwindet, sondern die Schritte zeigt, die gegangen werden müssen“, ergänzt Dr. Jürgen Römer, zuständig für die Regionalentwicklung in Waldeck-Frankenberg.

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