Im Selbstversuch: MB-Volontärin Melina Lindner beim Efzewiesenlauf

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Früher dachte ich „Schau Dir die Verrückten an!“, heute habe ich großen Respekt. Auch vor Hobby-Joggern.

Dass kalte Pizza und Yoga nicht unbedingt die beste Vorbereitung auf einen Fünf-Kilometer-Lauf sind, musste MB-Volontärin Melina Lindner auf die harte Tour lernen. Trotzdem hat sie bis zum Schluss beim zweiten kbg-Efzewiesenlauf durchgehalten.

Homberg. Dass ich irgendwann mal freiwillig bei einem Lauf mitmachen würde, hätte ich mir bis vor drei Wochen nur in meinen grauenhaftesten Alpträumen ausgemalt. Und doch lief ich vergangenen Sonntag die Fünf-Kilometer-Runde beim Efzewiesenlauf – in für mich spektakulären 37 Minuten. Natürlich hätte ich mich besser darauf vorbereiten können. Aber spontane Aktionen fordern nun mal Opfer. Vor allem für Lauffaule wie mich. Und so bestand meine Vorbereitung aus zwei kalten Pizza-Stücken als Frühstück und einer halben Stunde Yoga. Eigentlich wollte ich ja sowieso nur wegen des versprochenen Kuchens mitlaufen.

Start war für 10 Uhr angesetzt, eine Viertelstunde vorher holte ich meine Startnummer ab: Die 361. An der Startlinie, die gleichzeitig auch die Ziellinie war, überlegte ich noch, meinen eigenen Tod vorzutäuschen. Doch bevor ich meinen Plan perfektionieren konnte fiel der Startschuss und alle, einschließlich mir, setzten sich in Bewegung. Die Zuschauer jubelten uns zu als würden wir die Bundeslade tragen.

20 Minuten nach dem Lauf, das Gesicht noch immer rot wie eine Tomate.

Schon ziemlich früh fiel ich weit nach hinten. Wahrscheinlich hätte ich doch trainieren sollen. Ich würde lügen, würde ich behaupten, nicht ungefähr alle 100 Meter daran gedacht zu haben, einfach aufzugeben. Doch meine Mitläufer und vor allem das Publikum, das hinter jeder Ecke in die Hände klatschte als wäre ich die Erste, motivierten mich zum Weitermachen. Und ich bin fest davon überzeugt, dass ich ohne diese positive Stimmung abgebrochen hätte. Weil ich nicht mehr konnte und zu unsportlich für diesen Kram bin. Aber ich habe bis zum Schluss durchgehalten und lief sogar mit Ansage ins Ziel. „Hier kommt Melina Lindner vom MB-Media Verlag, die für den Extra Tip mitläuft“, feuerte mich Hans-Jürgen Dunkel über das Mikrofon an, das Publikum stieg mit tosendem Applaus ein. Ich bin dann also Vorletzte geworden. Trotzdem habe ich nicht aufgegeben. Und darin bin ich eigentlich ganz groß. Ich bereue es kein bisschen, mitgelaufen zu sein. Ich denke, ich habe sogar etwas von der Aktion mitgenommen – ja, etwas anderes als Muskelkater: Es gibt Menschen die joggen, radeln oder wandern. Es gibt Boxer, Yogis und Schwimmer. Es ist nicht wichtig, wie sich jemand bewegt oder ob andere besser darin sind. Hauptsache jeder findet Spaß an Bewegung, denn Sport schüttet bekanntermaßen Glückshormone aus. Und wir sollten öfter etwas Neues wagen. Wenn auch nur um danach zu sagen: Meine Lunge brennt wie sieben Höllen und ich brauche jetzt dringend Krümel-Eistee und Streuselkuchen.

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