Eiskalte Typen: Biker trafen sich auf dem Knüllköpfchen

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Den kalten Termperaturen zum Trotz, lud der MC Hexenschuss zum bereits 16. Jahrestreffen auf das Knüllköpfchen ein. Zum Übernachten schufen sich die Biker ebenso unterschiedliche Unterkünfte, wie Motorräder mit dabei waren.

Schwarzenborn. Sie fahren zu jeder Jahreszeit Motorrad und lassen sich auch von winterlichen Temperaturen nicht vom Zweiradspaß abhalten – die Ganzjahres-Fahrer. Eigentlich sind sie auch Dreirad-Fans, denn jeder zweite fährt eine Maschine mit Beiwagen. Am Wochenende trafen sich die winterfesten Biker zum alljährlichen Treffen auf dem Knüllköpfchen, zu dem der „MC Hexenschuss“ zum 16. Mal eingeladen hatte.

Das Wetter meinte es gut mit ihnen, denn auf über 600 Metern Höhe schien die Januarsonne und es wehte nur ein mäßiger Wind. „Wir kommen jedes Jahr hierher, diesmal ist es aber besonders herrlich“, freute sich Helmar Klippert aus Ludwigsau bei seiner Ankunft. Er und sein Sohn Marco gehören auch zu denjenigen, die auf der Wiese neben der Jausen-Station zelten.

Peter Reis hatte die weiteste Anreise. Aus Kusel war er mit seinem BMW-Gespann 290 Kilometer bis nach „Hessisch Sibirien“ gefahren. Doch statt sich ein warmes Zimmer in der angrenzenden Pension zu mieten, baute er sein Feldbett auf, und spannte dort eine Zeltbahn darüber, die lediglich Platz für ihn und seinen dicken Schlafsack bot. „Ich bin zum ersten Mal hier“, sagte der 53-Jährige, der von Mitorganisator Hermann Bätz eingeladen worden war. Nach dem Aufbau seines außergewöhnlichen Nachtquartiers stießen die beiden Freunde mit Schwälmer Bier an.

Jörg Staginnus und Sohn Joshua gehörten zu den Wiederholungstätern, Tochter Maja war dagegen mit ihrer Suzuki 650 DR zum ersten Mal mit dabei. Nach ihrer traditionellen Eier-Pfanne gab es auch noch eine „Pils-Pfanne“, denn das Dosenbier war bei minus zehn Grad in der Nacht zuvor eingefroren.

Am Samstagnachmittag füllte sich der Platz unterhalb der ehemaligen Sendeanlage zusehends mit Solomaschinen, Gespannen und Quads - Organisator Walter Freund aus Niederaula begrüßte jeden persönlich, denn die meisten waren alte Bekannte, die zur Gilde der Ganzjahres-Fahrer zählten.

„Hast du keine Angst vor Rostschäden durch Salz“, wurde Maximilian Grund von einigen besorgten Bikern gefragt – der 25-Jährige war nämlich mit einer NSU Quick, Baujahr '50, aus Treysa gekommen. „Die hat kräftige drei PS“, sagte er mit einem Augenzwinkern, außerdem öle er das betagte Motorfahrrad – ein Kraftrad mit Tretkurbeln – immer gut ein. Mit Blick auf den leicht gepuderten Knüll feierte die hartgesottene Truppe noch bis weit nach Sonnenuntergang, ein gutes Dutzend verbrachte erneut die Nacht im eisigen Zelt.

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