Erstwaehler-Check zur Bundestagswahl an Schulen des Schwalm-Eder-Kreises

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Anlässlich der Bundestagswahl am Sonntag wurden Erstwähler befragt, wie sie sich auf ihre erste Wahl vorbereiten.

Von VANESSA VON LENGERKEN und PRISKA LAUTERBACH

Schwalm-Eder. Am kommenden Sonntag, 24. September, findet die Wahl zum 19. Deutschen Bundestag statt. 61,5 Millionen Menschen dürfen dann ihre Abgeordneten ins Parlament wählen, rund drei Millionen von ihnen zum ersten Mal. Doch wie viele der Erstwähler gehen tatsächlich an die Urne? Und wie informieren sie sich im Vorfeld der Wahl über Spitzenkandidaten und Wahlprogramme? Unsere Zeitung hat an vier Schulen im Kreis den Erstwählercheck gemacht. Wir haben uns umgehört, wie die jungen Erwachsenen auf ihre erste Bundestagswahl vorbereitet werden.

Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Schule Fritzlar

"Wir haben die Möglichkeit zu wählen und diese Chance sollten wir auch nutzen", sagt Dirk Kusche, Politiklehrer an der Berufsschule in Fritzlar. Mit dem Schulprojekt Juniorwahlen bereitet er sie auf die kommenden Wahlen vor. Die Juniorwahl ist ein handlungsorientiertes Konzept zur politischen Bildung, das das Erleben und Erlernen von Demokratie ermöglichen und auf die zukünftige politische Partizipation junger Menschen vorbereiten soll. Dabei wird eine realitätsgetreue Wahl simuliert. Zudem werden jedes Jahr die jeweiligen Wahlen und die verschiedenen Wahlprogramme durchgesprochen, damit die Schüler auf dem aktuellen Stand sind.

König-Heinrich-Schule Fritzlar

Neben dem Lehrplan, der bereits in der zwölften Jahrgangsstufe das Thema politische Systeme ausführlich behandelt, bringt der Politiklehrer Peter Frisch seine Schüler jetzt vor den Wahlen auf den aktuellen Stand. Im Unterricht schaut er sich mit ihnen die verschiedenen Parteien und deren Wahlprogramme an und vergleicht diese mit- einander, um den Schülern einen Überblick zu verschaffen. Nach den Wahlen folgt dann noch eine Doppelstunde Nachbereitung, bei der die Ergebnisse der Wahlen besprochen werden.

BerufsschulCampus Schwalmstadt

Ob Wahl-O-Mat oder Kanzler-Duell – die Schüler des BerufsschulCampus nutzen den Politik-Unterricht, um Wahlversprechen zu analysieren und diskutieren. Sie alle sind sich sicher, dass Wählen die einzig richtige Entscheidung ist, um die Zukunft Deutschlands mitzuentscheiden. Vor allem die sozialen Netzwerke wie YouTube und Facebook sind dieses Jahr besonders in den Wahlkampf der Parteien eingespannt, was die Schüler sinnvoll für die Jugend finden.

Melanchthon Schule Steinatal

Bei einem straffen G8-Lehrplan an der Melanchthon Schule ist es für die Schüler nicht immer einfach, sich ausführlich mit dem Thema Bundestagswahl zu beschäftigen. Das sollte aber keine Ausrede sein, uninformiert zu bleiben, wenn es um das Thema Politik geht. "Es betrifft mich, wie sich die Wahl auf das Land auswirkt", sagt die 18-jährige Andrea. Deshalb befassen sie und ihre Mitschüler sich in ihrer Freizeit mit den Wahlprogrammen und dem Wahl-O-Mat. Schulleiterin Dr. Anke Holl freut sich über so viel freiwilliges Engagement: "Das beruhigt mich sehr, dass die Jugendlichen wählen gehen. Nächstes Jahr wollen wir an der U18-Wahl teilnehmen, um die jungen Schüler an das Thema heranzuführen."

Johannes (18): „Mir gehen die Leute auf den Keks, die immer nur meckern aber selbst nicht wählen gehen.“ „Ich gebe neuen Gesichtern gerne eine Chance. Merkel hat es ganz gut gemacht, aber war lang genug dran. Jetzt ist jemand anderes an der Reihe.“
Moritz (18): „Ich persönlich bin unzufrieden mit der aktuellen Regierung und mit meiner Stimme möchte ich frischen Wind in die Politik bringen. Deshalb gehe ich wählen.“
Hannes (18): „Mir ist die Zukunft des Landes wichtig. Ich finde das Format „Kanzler-Duell“ gut, um die Hauptkandidaten kennenzulernen, aber früher waren sie angriffslustiger.“
Lisa (18): „Politische Partizipation ist unheimlich wichtig. Nur so können wir politische Probleme und Konflikte lösen. Diese alte Politik ist nicht wegweisend und innovativ genug. Deshalb ist es Zeit für einen politischen Umbruch und den können wir nur erreichen, indem wir wählen gehen. Allerdings ist es schwer, eine Partei zu finden, die die eigenen Interessen und Überzeugungen vertritt. Das ist alles sehr undurchsichtig. Die Parteien versuchen mit ihren Programmen alles abzudecken, doch dabei gehen die wesentlichen Ziele unter und das verunsichert.“
Alexander (18): „Ich finde, gewisse Punkte müssen sich ändern, die mit den jetzigen Parteien nicht richtig laufen.“
Angela (18): „Ich bin jemand, der sich gerne aufregt. Doch wer nicht wählen geht, hat kein Recht sich zu beschweren. Denn wir haben es in der Hand, etwas zu verändern. Auch wenn es nur eine winzige Stimme ist. Zusammen machen diese Stimmen etwas aus.“
Lilli (18): „Mir ist es nicht wichtig, welches Gesicht für die Partei steht. Mir sind die Mittel und Wege wichtiger, die die Partei einsetzten will, um ihr Wahlprogramm umzusetzen.“
Pascal (20): „Da wir in einer Demokratie leben, ist es unsere Pflicht wählen zu gehen und nur so können wir auch etwas verändern. Allerdings ist die Politik meiner Meinung nach für junge Leute einfach nicht interessant.“
Robin (18): „Mir ist es wichtig, ein Gesicht zu der Partei zu haben, dass ich sehe, wer meine Stimme bekommt
Robin (20): „Ich gehe am Sonntag ganz sicher wählen. Ich bin mit einigen Dingen in der Politik unzufrieden und möchte mit meiner Stimme etwas ändern. Außerdem möchte ich damit verhindern, dass manche Parteien zu viel Macht bekommen.“
Leon (18): „Ich gehe dieses Jahr das erste Mal wählen. Es ist wichtig, wählen zu gehen, da bei geringer Wahlbeteiligung die extremen Parteien oft viel mehr Stimmenanteil bekommen. Und das können wir verhindern.“
Melinda (18): „Ich habe eine wertvolle Stimme, die ich nutzen und nicht wegschmeißen sollte.“
Jonas (17): „Ich kann zwar dieses Jahr noch nicht wählen, aber wenn ich dürfte, würde ich es definitiv tun, denn ich möchte mitentscheiden, wer das Land vertritt und regiert.“

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