FairMast-Hähnchen aus Brandenburg-Warum nicht bei uns?

So leben Hähnchen in FairMast-Anlagen.
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So leben Hähnchen in FairMast-Anlagen.
Die Ställe sind mit Strohballen, Sitzstangen und Picksteinen ausgestattet und somit tiergerechter. Außerdem ermöglicht Tageslicht mit natürlichem Tag-und-Nacht-Rhythmus sowie ein Wintergarten mit Außenklima den Tieren ein Leben unter naturähnlicheren Verhältnissen.
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Die Ställe sind mit Strohballen, Sitzstangen und Picksteinen ausgestattet und somit tiergerechter. Außerdem ermöglicht Tageslicht mit natürlichem Tag-und-Nacht-Rhythmus sowie ein Wintergarten mit Außenklima den Tieren ein Leben unter naturähnlicheren Verhältnissen.
FairMast-Landwirte aus Brandenburg.
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FairMast-Landwirte aus Brandenburg.
In Gudensberg schlachtet die Plukon Food Group inzwischen nur noch Hähnchen, die das Siegel der Initiative Tierwohl (ITW) tragen.
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In Gudensberg schlachtet die Plukon Food Group inzwischen nur noch Hähnchen, die das Siegel der Initiative Tierwohl (ITW) tragen.
Ulrike Rücker, Marketingleiterin bei der Plukon Food Group.
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Ulrike Rücker, Marketingleiterin bei der Plukon Food Group.
Die Entstehung einer Mastanlage.
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Die Entstehung einer Mastanlage.
So gut wie diesem Huhn geht es den allerwenigstens Artgenossen.
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So gut wie diesem Huhn geht es den allerwenigstens Artgenossen.
Das Leben eines Hähnchens in der konventionellen Hähnchenmast.
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Das Leben eines Hähnchens in der konventionellen Hähnchenmast.

Die Plukon Food Group stellte bei der Grünen Woche das FairMast Konzept vor. Jetzt stellen sich viele die Frage "Warum geht das nicht auch in Nordhessen?“.

Kassel/Niedenstein/Waldeck. „Warum geht das nur in Brandenburg und nicht auch in Nordhessen?“ Das ist eine Frage, die sich Tierschützer und Hähnchenmastanlagengegner seit der Grünen Woche Ende Januar in Berlin stellen. Dort stellte die Plukon Food Group* das gemeinsam mit Tierschutzpartnern entwickelte FairMast Konzept vor. FairMast garantiert Hühnern in Mastanlagen deutlich mehr Platz, ein längeres Leben und tiergerechtere Ställe. Umgesetzt wird das neue Konzept bislang allerdings nur in Brandenburg. Dort haben sechs Landwirte mit der tierfreundlicheren FairMast Geflügelhaltung begonnen. Die ersten FairMast Hähnchen sind bereits im deutschen Lebensmittelhandel erhältlich.

„Das FairMast Konzept bietet den Tieren verbesserte Lebensbedingungen und den Verbrauchern die Möglichkeit, Hähnchenprodukte aus tierfreundlicherer Aufzucht zu erheblich unter Biospreisniveau liegenden Preisen einzukaufen“, sagte Brandenburgs Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger.

Um die Tiere nach den Vorgaben des FairMast Konzeptes einstallen zu können, haben die beteiligten Landwirte umfangreiche Investitionen getätigt und ihre Stallanlagen aufwendig modernisiert und erweitert. „FairMast garantiert den Tieren deutlich mehr Platz, ein längeres Leben und tiergerechtere Ställe, die mit Strohballen, Sitzstangen und Picksteinen ausgestattet sind“, erklärt Thomas Schröder Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, „und bei den Tieren handelt es sich um eine langsamer wachsende und dabei sehr widerstandsfähige Hähnchenrasse.“ Die Hähnchen leben mindestens 56 Tage und damit rund 60 Prozent länger als bei konventioneller Aufzucht. Schäfer: „Diese lange Wachstumsperiode ist abgesehen von Biogeflügel bisher einmalig in Deutschland.“ Außerdem dürfen bei FairMast 25 Kilogramm Lebendgewicht pro Quadratmeter am Ende der Mast nicht überschritten werden. Dadurch leben erheblich weniger Tiere im Stall als bei konventioneller Aufzucht. Auch ist es nicht vorgesehen, Tiere vorzeitig zu entnehmen, um das maximale Gewicht von 25 Kilogramm pro Quadratmeter gegen Ende der Mastzeit einzuhalten.

Der Plukon Geflügelschlachthof in Gudensberg geht dagegen deutlich dichter an die gesetzliche Höchstgrenze von 39 Kilogramm Lebendgewicht pro Quadratmeter und setzt auch auf ein höheres Schlachtgewicht in kürzerer Zeit. Laut Aussagen eines Mästers aus Nordhessen verlangt Plukon Gudensberg eine Besatzdichte von 35 kg/m². Das kritisiert unter anderem die Aktionsgemeinschaft Agrarwende Nordhessen (AGA). Deren Sprecher Andreas Grede sagt: „Es ist unglaublich und traurig, dass in Nordhessen Landwirte zu Investitionen überredet werden, die andernorts schon längst überholt sind. Denn Plukon hat offenbar die Zeichen der Zeit erkannt und rudert zumindest ein Stück weit zurück.“

FairMast könne allerdings nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung sein. „Denn“, so Grede, „die Mehrzahl der Verbraucher wünscht sich eine bäuerliche Landwirtschaft, was auch eine zentrale Forderung der AGA ist.“

* Die Plukon Food Group ist einer der führenden Geflügelfleischprodukthersteller Europas. In Gudensberg betreibt Plukon einen Geflügelschlachthof.

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EXTRA INFO (1)

Vier Fragen an Plukon

ET: Warum gibt es das FairMast Konzept aktuell nur in Brandenburg und nicht auch in Nordhessen?

Ulrike Rücker (Marketingleiterin bei Plukon): Naja, irgendwo mussten wir mit diesem – ich nenne es mal – Modellprojekt ja anfangen.

ET: Was war der Grund dafür, jetzt mit FairMast zu starten?

Rücker: Tierschutz spielt bei deutschen Verbrauchern eine immer wichtigere Rolle. Außerdem gibt es inzwischen eine gesellschaftliche Bereitschaft, dafür mehr zu bezahlen. Und wir sehen gute Chancen, das FairMast-Fleisch zu vermarkten.

ET: Wieviel teurer wird denn das FairMast-Hähnchen für den Verbraucher?

Rücker: Die Preise für FairMast Produkte sind zwischen konventionellem und Biogeflügel positioniert. Sie liegen rund 50 Prozent über denen der konventionell erzeugten Hähnchenprodukte.

ET: Ist denn für Nordhessen auch geplant, mit Landwirten auf FairMast-Haltung umzusteigen?

Frank Grundl  (Betriebsleiter des Plukon-Geflügelschlachthofes in Gudensberg): Kurzfristig nein. Wir müssen erstmal abwarten, wie sich das Konzept in Brandenburg entwickelt. Aber für Gudensberg kann ich mitteilen, dass wir dort inzwischen zu 100 Prozent ausschließlich ITW*-Hähnchen verarbeiten.

Anm.d.Red.: ITW = Initiative Tierwohl

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EXTRA INFO (2)

Von 40 Gramm auf 2,7 Kilo in 42 Tagen

Der Geflügelschlachthof in Gudensberg gehört zur niederländischen Plukon Food Group. Dort werden jährlich etwa 37,5 Mio. Tiere getötet. Sie stammen aus konventioneller Mast.

Die Bezeichnung „Hähnchen“ gilt für männliche und weibliche Tiere. Durch spezielle Züchtungen (Hybride) lassen sich die Tiere sehr schnell mästen. In der Kurzmast erreichen sie bereits nach max. 30 Lebenstagen ein Gewicht von 1,5 kg, in der Mittellangmast nach etwa 35 Tagen ein Gewicht von 2 bis 2,2 kg. Bei der Langmast haben die Tiere nach 42 Tagen in der Regel ein Endgewicht von 2,7 kg.

Plukon strebt höhere Schlachtgewichte an. In die Mast kommen die Küken als Eintagsküken (40 bis 45 g). Sie können nach dem Schlüpfen bis zu 72 Stunden ohne Nahrung überleben. Deshalb werden sie sofort nach dem Schlüpfen in die Ställe transportiert.

Quellen: www.albert-schweitzer-stiftung.de und www.planet-wissen.de

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