Falscher Arzt fliegt auf

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Nach vier Tagen flog der falsche Arzt am Asklepios Klinikum Melsungen auf.

Mit gefälschten Papieren: 38-jähriger Libyer erschwindelte sich Arbeitsplatz in Asklepios Klinikum Melsungen

Melsungen. Für viele ist es ein Traumberuf und für die meisten bleibt es ein Traum: Der Weg zum Arzt ist lang und beschwerlich. Allein einen der begehrten Medizin-Studienplätze zu bekommen, setzt viel Fleiß und gute Noten voraus – vom anschließenden Studium, das mindestens zwölf Semester dauert, ganz zu schweigen. Das alles wollte ein 38-jähriger aus Libyen stammender Mann nicht auf sich nehmen und hat sich ohne entsprechende Ausbildung, dafür aber mit frisiertem Lebenslauf bei der Asklepios Klinik in Melsungen beworben. Mit Erfolg: Der Hochstapler wurde tatsächlich eingestellt. Nach nur vier Tagen war es mit der Arztkarriere in der Melsunger Klinik jedoch schon wieder vorbei.

„Der Mann hatte sich bereits im Oktober 2016 initial bei uns beworben. Er hat vorgegeben Neurochirurg zu sein“, erklärt Dr. Gunther Claus, Ärztlicher Leiter im Klinik Melsungen.

Aufgeflogen ist der falsche Arzt bei einer Bluttransfusion. „Die Schwestern bereiten alles vor, es ist aber weltweit Standard, dass die Durchführung einem Arzt obliegt. Und das konnte er nicht“, sagt Claus. Über die offensichtliche Inkompetenz sei der Ärztliche Leiter schließlich von seinem Pflegeteam informiert worden. „Die Mitarbeiter haben sich hier vorbildlich verhalten“, lobt Claus sein Team. Der Leiter habe anschließend sofort die Geschäftsleitung informiert und die Entlassung in die Wege geleitet.

Da der 38-jährige jedoch nicht erreichbar gewesen sei, war es Claus selbst, der dem falschen Arzt, auf dem Flur von seinem Rausschmiss unterrichtete. „Der Mann wollte gerade seinen Dienst antreten“, erzählt Claus. Kurios: Der falsche Arzt habe noch Lohn für vier Tage Dienst gefordert. „Er wollte tatsächlich noch bezahlt werden“, so der Ärztliche Leiter, der froh ist, dass der Hochstapler so früh enttarnt werden konnte. „So ist glücklicherweise nichts Schlimmeres passiert.“

Die Geschäftsleitung habe nach der Meldung von Claus zudem die Polizei informiert. Dabei wurde bekannt, dass der falsche Arzt bereits in anderen Krankenhäusern als Arzt gearbeitet hatte und auch dafür verurteilt wurde, wie uns Claus mitteilt. Unter anderem trieb er auch an einer Kasseler Klinik sein Unwesen. Jetzt sitzt der 38-Jährige laut Staatsanwaltschaft Kassel in Untersuchungshaft.

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