In Wabern-Falkenberg: Familie Waldeck stellt nachhaltige "Shift"-Smartphones her

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Jung und kreativ – das Team von Shift in Wabern-Falkenberg mit den beiden Firmengründern Carsten und Samuel Waldeck (hinten links).

Wer hätte das gedacht: Einer von zwei deutschen Smartphone-Herstellern sitzt ausgerechnet in der nordhessischen Provinz – genauer in Wabern-Falkenberg. Dort tüfteln Carsten und Samuel Waldeck mit Leidenschaft an ihren „Shiftphones“.

Wabern-Falkenberg. Mehr „Pampa“ geht kaum: Falkenberg, ein Ortsteil der Gemeinde Wabern, ist 6,11 Quadratkilometer groß, hat 756 Einwohner und ist dem einen oder anderen vielleicht noch durch das dortige Schloss bekannt. Doch – und wer hätte das vermutet – in dererlei Provinz hat einer von zwei deutschen Smartphone-Herstellern seinen Sitz: Die SHIFT GmbH.

„Stimmt“, sagt Carsten Waldeck, „neben Gigaset in München sind wir meines Wissens nach die einzigen, die in Deutschland aktuell Smartphones produzieren. Carsten Waldeck ist – zusammen mit Vater Rolf und Bruder Samuel – Gründer, Inhaber und Geschäftsführer von SHIFT.

Freiheit hier, Fairness dort

Was SHIFT allerdings von Gigaset – und nicht nur von diesem Smartphone-Hersteller – grundlegend unterscheidet, beschreibt Samuel Waldeck mit einem Satz: „Wir wollen maximale Freiheit für den Nutzer, bei größtmöglicher Fairness all denen gegenüber, die in den Produktionsprozess mit eingebunden sind.“

Carsten Waldeck erklärt, wie er und sein Bruder überhaupt dazu gekommen sind, Smartphones herzustellen: „Eigentlich waren wir auf der Suche nach einem transportablen Monitor für unseren iCrane. In dem Zusammenhang haben wir uns mit der Produktion von Smartphones und den Herstellungsbedingungen beschäftigt. Und wir sind zu dem Schluss gekommen: Das können wir besser... vor allem fairer!“

„Das können wir besser... vor allem fairer“, sagten sich Samuel (li.) und Carsten Waldeck im Jahr 2014 und fingen an, selbst Smartphones zu produzieren.

Und Samuel Waldeck füllt das Wort Fairness mit Inhalt: „Wir verzichten bei der Herstellung unserer Shiftphones auf Konfliktmaterialien wie beispielsweise Coltan und/oder Tantalum. Und unsere Telefone werden in China, dort aber unter fairen Bedingungen gefertigt: Arbeitszeiten von acht Stunden am Tag, überdurchschnittliche Bezahlung, gute Arbeitsbedingungen, keine gesundheitsgefährdenden Arbeiten, keine Kinderarbeit, etc...“ Mittelfristig sei auch an eine Fertigung in Deutschland gedacht.

Öffnen erlaubt

Und maximale Freiheit? Carsten Waldeck: „Unsere Phones sind nicht vertragsgebunden und SIM-Lock-frei. Außerdem kann man mehrere, auch unterschiedliche SIM-Karten verwenden. Und wenn mal was kaputt geht, darf jeder das Handy öffnen und es selbst reparieren, ohne dass die Garantie verfällt.“

Muss man aber nicht. Denn in den Firmenräumen in Falkenberg sitzen neben Carsten und Samuel Waldeck noch eine Handvoll junger Leute, die mit der Entwicklung neuer Produkte beschäftigt sind, im Online-Versand arbeiten oder eben bei der Handy-Reparatur helfen.

EXTRA-INFO

Von Shiftphones, Phablets und Tablops

Carsten und Samuel Waldeck haben ihre Smartphones Shiftphones genannt. Von Shift (engl.) = Veränderung. Die Tablets heißen Phablet (weil man damit auch telefonieren kann) und die Laptops heißen Tablops (weil man den Bildschirm entfernen und diesen als Tablet benutzen kann).

Das erste Produkt, das die beiden auf den Markt brachten, war das Shift 7.0. Daneben gibt es die 4er und die 5er Serie. Und ganz neu: Die 6er Serie. Samuel Waldeck: „Das Shift 6m ist ein modulares Highend Smartphone, dessen Auslieferung für März 2018 geplant ist.

Man kann es aber schon jetzt vorbestellen.“ Ganz neu (noch in der Entwicklung) ist auch das Tablop Shift 12m. Lieferbar ab Mitte 2018 (Preis als preorder: 999 Euro). Die Shiftphones kosten zwischen 277 und 777 Euro.

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