Felsberger Rathaus: Sanierung soll Ende des Jahres abgeschlossen sein und die Kosten im Rahmen liegen

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Beige Klinkerriehmchen und braune Fenster - Laut Visualisierung wird das Felsberger Rathaus zukünftig so aussehen.

Felsbergs Bürgermeister Volker Steinmetz und Architekt Keivan Karampour geben einen Überblick über die momentane Sanierung des Rathauses: Bis Ende des Jahres soll der Verwaltungstrakt fertiggestellt sein. Des Weiteren sagen beide, die Kosten seien noch im Bereich der geplanten 3,9 Millionen.

Von VANESSA VON LENGERKEN

Felsberg. Herausgerissene Decken, freiliegende Leitungen, staubige Atmosphäre – Zurzeit herrscht Abrissstimmung im Gebäude des Rathauses Felsberg. Noch ist schwer vorstellbar, wie das Rathaus nach der Sanierung aussehen soll, doch laut Architekt Keivan Karampour soll schon Ende dieses Jahres der Verwaltungstrakt fertig gestellt sein.

Kaum Angebote auf Ausschreibungen

Vorausgesetzt, dass wir Angebote auf die Ausschreibungen bekommen“, so der Architekt. In der Vergangenheit sei es laut Karampour vorgekommen, dass auf Ausschreibungen keine oder überteuerte Angebote zurückkamen. Grund dafür ist die gesättigte Marktlage, erklärt Karampour: „Wir haben 21 Anfragen an Firmen rausgeschickt aber nur eine Hand voll Angebote zurückbekommen, die meist teurer waren als wir das kalkuliert hatten.“

Bürgermeister Volker Steinmetz (li.) und Architekt Keivan Karampour weisen den Weg: An dieser Stelle soll in naher Zukunft der neue barrierefreie Eingang ins Rathaus entstehen.

Doch Bürgermeister Volker Steinmetz kann die Bürger und ihre Sorgen beruhigen: „Alles ist derzeit im finanziellen Rahmen, die Rathaussanierung soll 3,9 Millionen Euro kosten und die haben wir nicht überschritten.“ Von dieser Summe seien circa 2,16 Millionen Euro förderfähig.

In Zukunft wird das Rathaus aufgeteilt sein in einen Verwaltungs- und einen Versammlungstrakt, beide jeweils mit einem eigenen Fluchtweg, denn so will es die Brandschutz-Verordnung. Mehrkosten seien vor allem durch die lange Planungszeit entstanden. In den mittlerweile sieben Jahren voll Diskussionen und Umplanungen kam es zu verschärften Auflagen und Vorgaben in wichtigen Bereichen wie Brandschutz, Lüftung, der Energiesparverordnung oder auch Barrierefreiheit.

Barrierefreiheit im Vordergrund

Generell soll Letzere bei der Sanierung im Vordergrund stehen. Ein neuer, ebenerdiger Eingang wird auf der Ederseite des Rathauses geschaffen, mit einer Rampe und elektrischen Türen, sowie einem breiteren Fahrstuhl, der auch elektrischen Fahrstühlen Platz bietet. „Ursprünglich wollten wir den alten Fahrstuhl behalten, doch eine Auflage des Landes Hessen zwang uns zur Verbreiterung“, erklärte Bauamtsleiter Paul Wieder. Zum Glück sei der Schacht breit genug für diese Änderung.

Fassade mit Klinkerriehmchen

Die alte Vorhangfassade wurde abgerissen und soll nun mit Klinkerriemchen verkleidet werden. Die ursprünglich ausgesuchten Klinkersteine waren statisch nicht durchführbar. Auf dem Dach wird eine Folie ausgelegt werden, sowie die schrägen Dachteile mit Blech verkleidet. Ursprüngliche Balkone wurden überdacht, um zusätzlichen Raumzu schaffen. Aufgrund der verschärften Brandschutzverordnung und gefundenen Fehlinstallationen wird die Lüftungsanlage komplett erneuert. Ebenso werden im gesamten Gebäude die Decken, Fenster sowie Elektrik erneuert.

Noch nicht ganz so gemütlich sitzt es sich in seinem Büro: Im neu sanierten Verwaltungstrakt finden die Felsberger Bürger ihr Stadtoberhaupt an derselben Stelle wieder.

Aktiver Hochwasserschutz

Da das Gebäude direkt an der Eder liegt, ist die Stadt Felsberg verpflichtet, aktiven Hochwasserschutz zu betrieben. Aus diesem Grund werden rund um das Rathaus Abwehrbrunnen gebaut, die bei Hochwasser mit Pumpen den Pegel des Grundwassers absenken sollen. Im Innenbereich wird der Bürger fortan das Trauzimmer eine Etage tiefer fnden. Im Erdgeschoss finden dann auch größere Traugemeinden genug Platz im Eingangsbereich.

Abriss und Neubau statt Sanierung

Die Möglichkeit eines Abrisses wurde viel unter den Bürgern diskutiert. Laut dem Stadtvorsteher sei der allerdings keine kostengünstige Alternative – ganz im Gegenteil: „Der Abriss würde aufgrund der Schadstoffe 1,4 Millionen kosten. Da das Baurecht dabei erlischt und wir an selber Stelle kein neues öffentliches Gebäude bauen dürfen, muss zuerst ein Grundstück an einem neuen Standort gefunden und bezahlt werden. Der Neubau würde dann rund 7, 5 Millionen Euro kosten. Zudem würden wir wahrscheinlich keine Fördermittel bekommen“. Eine Rechnung, die bei Weitem die 3,9 Millionen für die momentane Sanierung übersteigen würde.

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