Fieser Luftgewehr-Angriff auf Kater „Tiger“

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Unbekannter feuert auf kleinen Kater: Oberschenkelknochen zertrümmert.

Felsberg-Hilgershausen. Nur scheinbar friedlich liegt der kleine Tiger in seinem Käfig. Käfig? Ja, Käfig! Das ist nicht schön, für eine Katze, die es gewohnt ist, durch Feld, Wald und Wiesen zu streunen. Aber aktuell geht es nicht anders. Tiger, das ist der Name des einjährigen Katers von Andrea Schmidt aus Hilgershausen, hat Schmerzen. Am Freitag vergangener Woche hat die Melsunger Tierärztin Regina Korthaus Tiger operieren müssen. Sie entfernte das Projektil eines Luftgewehrs aus dem linken Hinterlauf. Und sie entfernte mehrere Knochentrümmerstücke. Sie setzte einen Marknagel und verdrahtete den Knochen. In der Hoffnung, dass Tiger bald wieder laufen kann. Doch das ist noch ungewiss.

Andrea Schmidt ist die Fassungslosigkeit noch immer ins Gesicht geschrieben, als sie erzählt: "Tiger ist eine Freilaufkatze. Er hält sich fast immer draußen auf. Als er am Donnerstagmorgen zum Fressen kam, humpelte er. Erkennen konnte ich außer einer kleinen Wunde nicht viel. Und deshalb fuhr ich mit ihm zur Tierärztin." Die dachte zunächst an eine Bisswunde. Erst das Röntgenbild gab Aufschluss: Im Knochen steckte das Projektil eines Luftgewehrs! "Unglaublich", fasst sich die Hilgershäuserin an den Kopf, "wer macht sowas?"

Nach Einschätzung der Tierärztin muss der Täter die Waffe ganz nah an den Kater gehalten haben, als er abdrückte. "Anders lässt es sich nicht erklären, dass das Projektil das Fell überwunden, die Haut durchdrungen und den Knochen zersplittert hat", sagt Korthaus, "Katzenknochen sind stabil. Die sind nicht aus Glas."

Am Freitag folgte dann die Operation. Über eine Stunde brauchte die Veterinärmedizinerin, um das Projektil zu entfernen und den Knochen wieder zusammenzuflicken. "Was die Vitalfunktionen angeht, ist Tiger über den Berg", so die Tierärztin, "jetzt bleibt abzuwarten, wie sich das Ganze aus orthopädischer Sicht entwickelt." Falls er Nagel und Draht abstößt und seine Motorik nicht wieder hergestellt wird, müsse man – im schlimmsten aller Fälle – über eine Einschläferung nachdenken. Korthaus: "Man hätte dem Tier keinen Gefallen getan, wenn man das Bein amputiert hätte. Das ist eine Freilaufkatze. Die will sich bewegen."

Am Schlepper: Radmuttern gelöst

Der fiese Schuss ins Bein von Kater Tiger ist aber offensichtlich nur die jüngste Tat von jemandem, der der Familie Schmidt anscheinend schaden will. Andrea Schmidt erzählt: "Los ging es vor ungefähr sechs Wochen. Da hatte jemand die Radmuttern an unserem Schlepper gelöst. Und vor zirka zwei Wochen nochmal. Am anderen Schlepper." Ihr Mann sei mit dem Traktor unterwegs gewesen und habe sich über das "unrunde" Fahrverhalten gewundert. Schmidt: "Als habe eine Felge eine Unwucht." Als er dann nachsah, entdeckte er, dass alle acht Radmuttern an einem Vorderrad gelöst worden waren. "Und zwar so, dass sie jeden Moment hätten abfallen können", sagt Schmidt.

Bei der Polizei in Melsungen, wo sie den Anschlag auf Kater Tiger zur Anzeige gebracht hat, habe man sie gefragt, ob sie im Dorf Feinde hätten. "Nein", sagt Andrea Schmidt, "absolut nicht. Zumindest fällt mir niemand ein." Und sie hat Angst: "Was mag der verrückte Unbekannte als nächstes planen?"

Hinweise nimmt die Polizei in Melsungen entgegen, unter Tel. 05661/7089-0.

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