In Florenz: Felsbergerin paddelte mit 3.000 anderen Frauen gegen Brustkrebs

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Anke Schützenmeister hatte Brustkrebs... jetzt paddelt sie mit anderen Betroffenen im "Phönika"-Drachenboot des CSK 98 auf der Fulda – und sie war mit Frauen aus Lünen, Tübingen und Emden in Italien bei der größten Drachenboot-Regatta der "Pinken Bewegung".

Felsberg. Das war ein ereignisreiches Jahr für Anke Schützenmeister. Mit einem spektakulären Höhepunkt. Am ersten Juli-Wochenende paddelte die Felsbergerin mit rund 3.000 anderen Frauen in einem Drachenboot in Florenz über den Arno. „Wenn ich daran zurückdenke, bekomme ich immer noch Gänsehaut“, sagt die 64-Jährige gut ein halbes Jahr später.

Schützenmeisters Drachenbootfahrt auf dem Arno war keine „normale“, denn sie fand im Rahmen einer Regatta statt – der internationalen Drachenbootregatta für Brustkrebspatientinnen. Von Brustkrebs war Anke Schützenmeister einst selbst betroffen, hat den Kampf gegen die heimtückische Krankheit aber bislang gewonnen. Sie sagt: „Die Regatta in Florenz war die weltweit größte Sportveranstaltung dieser Art. Organisiert von der IBCPC, der International Breast Cancer Paddling Commission, von Frauen für Frauen.“ Sinn und Zweck der Veranstaltung: Auf die Gefährlichkeit von Brustkrebs hinweisen, für Vorsorgeuntersuchungen sensibilisieren, das Zusammengehörigkeitsgefühl der Patientinnen stärken – und auch an diejenigen Frauen erinnern, die den Kampf gegen den Krebs nicht gewonnen haben.

Im Drachenboot auf dem Arno saß Anke Schützenmeister natürlich nicht alleine. Aus Kassel noch mit dabei: Simone Brüßler und Silvia Schmidt. Das nordhessische Trio komplementierte zusammen mit 19 weiteren Frauen das Lünener Boot, in dem außerdem noch Frauen aus Tübingen und Emden mitpaddelten. Fast zwei Jahre haben sich die Nordhessinnen auf die Regatta in Florenz vorbereitet. Trainiert wird immer mittwochs beim CSK 98, dem Casseler Schwimmverein Kurhessen von 1898, der sein Bootshaus am Kasseler Auedamm zwischen Drahtbrücke und Auebad hat. „Rund zehn Frauen paddeln dann“, erzählt Schützenmeister, „im pinken Dress in unserem pinken Boot ‘Phönika’ – so heißt auch unser Team. Denn pink ist die Farbe und die rosa Schleife das Symbol, mit der wir auf unsere Bewegung aufmerksam machen.“

Für die deutschen Pink-Paddlerinnen war Florenz etwas ganz Besonderes: Zum ersten Mal überhaupt nahmen zwei deutsche Teams an der alle zwei Jahre stattfindenden Regatta teil, die mit Teams aus Australien, USA, Kanada und Frankreich sowie 13 weiteren Nationen ganz international besetzt war. Schützenmeister: „Wobei es bei der Regatta nicht darum ging, ganz vorne mit dabei zu sein. Denn gewonnen hat bereits jede Teilnehmerin, die den Brustkrebs besiegt hat.“

Für diejenigen Frauen, die den Brustkrebs nicht besiegen konnten, gab es beim großen Finale eine Blumenzeremonie: 18 Drachenboote fuhren in enger Formation beieinander, und nach einer Gedenkminute flogen tausende rosa Gerbera in das Wasser des Arno, um an die Frauen zu erinnern. „Das war mit das Emotionalste, was ich je erlebt habe“, sagt Schützen­­meis­­­­­­­­­ter, „wenn ich daran zurückdenke, dann bekomme ich immer noch eine Gänsehaut.“ Wo die nächste Regatta stattfindet ist noch ungewiss. Darüber entscheidet die IBCPC immer im Januar. Schützenmeister: „Und wenn wir es uns finanziell leisten können, wollen wir da dann natürlich auch wieder mit dabei sein.“

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EXTRA INFO

Weitere Mitpaddlerinnen sind gern gesehen

Wer sich für das Drachenbootpaddeln bei einer (Brust)krebserkrankung interessiert, kann sich auf der Facebook-Startseite des Teams Phönika informieren oder einfach mittwochs um 17 Uhr zum Training dazukommen. Nur wenn es die Witterung nicht zulässt, geht’s nicht aufs Wasser – dann ist alternatives Training angesagt. Infos auch bei Gaby Perlwitz (Tel. 0151-22610251).

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