Flugverbot für Tiger

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Die Tiger-Kampfhubschrauber der Bundeswehr müssen bis auf Weiteres am Boden bleiben. Grund dafür ist ein im Tiger verbauter Titanbolzen, der möglicherweise brechen kann. Das Foto entstand bei einer Übung auf dem Fritzlarer Bundeswehrflugplatz Anfang Juli.

Hersteller warnt: Titanbolzen könnte brechen – Kampfhubschrauber bleiben vorerst am Boden

Fritzlar. Die Tiger Kampfhubschrauber der Bundeswehr müssen vorerst am Boden bleiben. Das bestätigte Remo Templin-Dahlenburg, Presseoffizier in der Fritzlarer Georg-Friedrich-Kaserne, am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung. Grund dafür ist ein im Tiger verbauter Titanbolzen, der möglicherweise brechen kann. „Airbus Helicopters hat uns davon in Kenntnis gesetzt“, so Templin Dahlenburg, „die 53 Tiger der Bundeswehr – 36 davon sind hier in Fritzlar stationiert – bleiben seitdem auf dem Boden.“

Wegen des festgestellten Mangels tagte am Donnerstag in Köln der Flugsicherheitsausschuss der Bundeswehr. Der hat entschieden, wie es weitergeht. Das Ergebnis wird den Fritzlarer Verantwortlichen – nach Einschätzung von Templin Dahlenburg – vermutlich spätestens am Montag mitgeteilt werden.

Templin-Dahlenburg: „Es ist klar, dass bei der Bundeswehr ‘safety first‘ gilt. Wir gehen kein Risiko ein. Unsere Techniker sind aktuell schon auf der Spurensuche. Wo sind die Bolzen überhaupt verbaut? Was ist alles betroffen?“ Erst wenn darüber Klarheit herrscht, könne über Maßnahmen gesprochen werden: Müssen alle Bolzen sofort ausgetauscht werden? Oder würde es beispielsweise auch ausreichen, die Wartungsintervalle zu verkürzen. „Aber auch da gilt: Die Sicherheit des Personals steht an oberster Stelle“, so Templin-Dahlenburg.

Im Juli 2017 war in Mali ein Tiger abgestürzt (wir berichteten: „Zwei Fritzlarer Soldaten sterben in Mali“ ). Dabei waren zwei in Fritzlar stationierte Piloten ums Leben gekommen. Wie sich bei der anschließenden Untersuchung herausstellte, war eine fehlerhafte Rotorjustierung durch Airbus-Mitarbeiter Schuld an dem Unglück (wir berichteten: „Untersuchungsbericht vom Tiger-Absturz in Mali liegt vor: Wartungsfehler wohl Grund für Unglück“). Und: Das von Airbus geschickte Personal hätte die Arbeiten gar nicht durchführen dürfen, weil es die vorgegebene Ausbildung noch nicht abgeschlossen hatte. Somit verfügten die Mitarbeiter nicht über die erforderlichen Qualifikationen für die Ausführung der Arbeiten.

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