Freiwillig eingesperrt: Redaktion testet Escape Room in Felsberg

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Jahrespraktikantin Lara Adenbeck (li.) und Redakteur Daniel Blöthner versuchten sich am Escape Room in Felsberg.
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Jahrespraktikantin Lara Adenbeck (li.) und Redakteur Daniel Blöthner versuchten sich am Escape Room in Felsberg.
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Versteckte Zahlencodes, vielsagende Bücher und doppelte Böden – all das gilt es in dem Escape Room zu entdecken, um die verschwundene Dame Elisabeta zu finden.
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Nach dem Drehen der Kurbel öffnet sich der Abstieg in den Escape Room für unsere Redaktionskollegen.
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Nie allein: Die Gruppen werden während des Spiels über Kamera beobachtet, falls sie einmal Hilfe brauchen.
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Der Escape Room von Sonja Clobes-Jacob ist einmalig im Schwalm-Eder-Kreis. Die 47-Jährige und eine Freundin haben sich jedes der Rätsel selbst ausgedacht.

Von VANESSA VON LENGERKEN

Felsberg. Gefangen in einem Gewölbekeller und nur eine Stunde Zeit, um eine verschwundene Frau zu retten: Was sich wie das Drehbuch eines Thrillers anhört, sind tatsächlich Detektivspiele für Erwachsene – die finden in sogenannten „Escape Rooms“ statt.

Sie sind seit einigen Jahren Trend und eine Mischung aus Abenteuerspielplatz und analogem Videospiel. In Deutschland gibt es laut der Internetseite escape-game.org in 94 Städten mittlerweile 544 Stück. Das Spielprinzip ist, aus einem Raum zu „escapen“, also zu entfliehen. Versteckte Zahlencodes, doppelte Böden, vielsagende Bücher oder auch mal Apotheker spielen gehören dazu, bis das Rätsel gelöst ist. Schafft man es nicht, heißt es „Game Over“.

Das gibt es aber in dem Felsberger Escape Room „Total Kryptisch“ des Cafés „Einfach nur so“ von Sonja Clobes-Jacob nicht, denn „wir sind da recht human“, so die 47-Jährige schmunzelnd. Sie gewährt den Besuchern gerne ein paar Minuten länger oder gibt über das schwarze Telefon im Raum einen Hinweis, damit sie nicht unverrichteter Dinge gehen müssen.

Seit anderthalb Jahren bietet sie in dem Gewölbekeller Rätsel für Erwachsene und Kinder an – die sie sich mit einer Freundin ausgedacht hat.

Redaktion im Selbstversuch

Im Selbstversuch schickte lokalo24 Redakteur Daniel Blöthner und Jahrespraktikantin Lara Adenbeck in den düsteren Gewölbekeller. Nach dem Drehen einer Kurbel öffnet sich der Abstieg in den Escape Room für unsere Redaktionskollegen. Seichter Kerzenschein ziert die alten Treppenstufen in den Gewölbekeller.

Bevor die Tür sich schließt, gibt es noch einen Hinweis von Clobes-Jacob: „Alles in diesem Raum kann hochgehoben werden.“ „Da kam bei mir schon ein mulmiges Gefühl hoch, da es ja keine alltägliche Situation ist, eingesperrt zu sein“, so Lara Adenbeck.

Sobald die Tür geschlossen wird, lässt man die Außenwelt hinter sich – auch Handyempfang gibt es dort nicht. Ein waches Auge und Kombinationsvermögen sind das einzige, was einem in dem düsteren Gewölbekeller hilft.

Die Aufgabe in dem Raum: die Gräfin Elisabeta zu finden. Sie wurde vor 421 Jahren von ihrem Vater in dem Gewölbekeller eingesperrt. Sollte Elisabeta innerhalb der 60 Minuten nicht gefunden werden, müssen die Rätsler ebenfalls ihr Dasein in dem Gewölbekeller fristen – theoretisch jedenfalls. „Erst einmal fasziniert der Raum. Es ist wie in einer fremden Wohnung zu sein, aber mit dem Auftrag wirklich alles durchwühlen zu dürfen“, erzählt Blöthner.

Es gilt zuerst ein Kreuzworträtsel zu lösen. Die Fragen dafür müssen im Raum gefunden werden. „Es wurde so konzipiert, dass die Rätsel auch gelöst werden können, wenn man nicht alle Karten findet“, erklärt Sonja Clobes-Jacob. „Bei jedem Hinweis für das Kreuzworträtsel muss anders gedacht werden. Auf der Suche fanden wir schon allerlei andere Dinge, einige Schlösser und vermutlich unbrauchbare Deko-Utensilien“, schildert unser Redakteur seine Erlebnisse und weiter: „Nach einiger Zeit fiel uns ein Kryptex, bekannt aus dem Film Sakrileg/Da Vinchi Code, in die Hände. Fünf Spulen mit jeweils 26 Buchstaben – passend für unser Lösungswort.“

Doch auch darin versteckte sich nur der Hinweis für weitere Rätsel in den wenigen Quadratmetern Gewölbekeller. „Nachdem wir das erste Rätsel gelöst haben, fühlte ich mich überfordert, da ich keine Ahnung hatte, was als nächs­tes zu tun war. Doch das Gefühl nach dem Rätselerfolg beruhigte meine Unsicherheit wieder ein bisschen, weil wir ja irgendwas richtig gemacht haben mussten“, freut sich Adenbeck. „Platzangst hatte ich zu keiner Zeit, dafür gab es in jeder Ecke zu viel zu erkunden. Ein wahrer Entdeckerdrang machte sich schnell spürbar“, ergänzt Blöthner.

Während des Spiels werden die Gruppen per Kamera beobachtet. Denn kommen sie mit den Aufgaben nicht weiter, greift Clobes-Jacob ein, um ihnen Tipps zu geben. „Es ist selten, dass eine Gruppe ohne mindestens einen Tipp durchkommt. Manchmal sitze ich aber hier vor meinem Laptop und denke mir, ‘das ist doch so naheliegend’“, so die Gensungerin lachend.

Neues Thema im Dezember

Gemischte Gruppen seien am erfolgreichsten. „Vor allem diejenigen, die schon einmal in solch einem Escape Room waren, wissen worauf sie achten müssen“, weiß Sonja Clobes-Jacob aus eigener Erfahrung. Bis zu sechs Personen können in dem Gewölbekeller um ihr Freikommen rätseln. Dabei komme es auf Kommunikation, Teamfähigkeit und eigene Stärken an.

Die 47-Jährige steckt voller neuer Ideen, weshalb es Mitte Dezember einen neu gestalteten Escape Room geben soll – Thema diesmal: Unterwasserwelt.

Weitere Infos und Preise unter www.escaperoom-felsberg.de

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