Melsunger Stadtparlament stimmt gegen Freiwilligen Polizeidienst

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In Melsungen ist das Thema des Freiwilligen Polizeidienstes vom Tisch.

Nachdem der Sozialausschuss und der HFA in Melsungen gegen die Einführung eines Freiwilligen Polizeidienstes in Melsungen gestimmt haben, schloss sich dabei auch die Stadtverordnetenversammlung mit großer Mehrheit am vergangenen Dienstag an.

Melsungen. Jan Rauschenberg, Stellvertretender Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes Melsungen und Initiator einer Umfrage zum Thema in der Facebookgruppe „Du bist Melsunger, wenn du...“ zeigt sich erleichtert vom Ergebnis: „Es gibt sicherlich Gründe, die für einen Freiwilligen Polizeidienst sprechen, doch überwiegen die Nachteile.“

Dabei denkt er unter anderem an die anderen ehrenamtlich tätigen Personen in und um Melsungen vom DRK, DLRG, THW und der Freiwilligen Feuerwehr. „Die Aufwandsentschädigung für die ehrenamtlichen Helfer des Freiwilligen Polizeidienstes sendet einfach ein falsches Signal an die anderen Gruppen, die sich teils wesentlich gefährlicheren Situationen aussetzen“, erklärt Rauschenberg. Auch in der Ausbildungszeit gibt es gravierende Unterschiede. Sind für den Freiwilligen Polizeidienst 50 Stunden ausreichend, werden Feuerwehrleute in 70 Stunden unterrichtet und haben damit gerade einmal die Grundausbildung absolviert.

„Der Polizeistandort Melsungen soll gestärkt werden, wenn dann aber mit echten Vollzugsbeamten“, fordert Rauschenberg. Diesbezüglich scheint sich aufgrund der Kriminalstatistik in nächster Zeit nichts zu ändern, wodurch der Vorschlag für den Freiwilligen Polizeidienst durch das Polizeipräsidium Nordhessen überhaupt erst ins Gespräch kam.

Durch die Entscheidung der Stadtverordneten wird es keinen Freiwilligen Polizeidienst in Melsungen geben. Wie die anderen Gemeinden beziehungsweise Städte des gemeinsamen Ordnungsamtes (Felsberg, Spangenberg und Malsfeld) das Thema handhaben und womöglich eine Teilfinanzierung durch das Land Hessen anstreben könnten, bleibt abzuwarten. Für alle vier Kommunen war eine Summe von 100.000 Euro durch das Land vorgesehen, die den Dienst auf fünf Jahre finanzieren sollte.

Ausblick nach Fritzlar

Im November wurde in Fritzlar für die Einführung des Dienstes gestimmt. Bis es soweit ist, wird aber noch auf die Entscheidungen aus Gudensberg und Bad Wildungen gewartet, die dort zum gemeinsamen Ordnungsamt gehören.

Mehr Infos zum Freiwilligen Polizeidienst gibt es in unserem Artikel von letzter Woche.

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