Freud und Leid im Wildpark Knüll: Drei Bärenbabys geboren – Luchse aus Gehege geflüchtet

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Durch den Sturm am Wochenende wurde ein Baum entwurzelt, der den Zaun am Luchsgehege beschädigte. So gelang den Luchsen die Flucht.

Im Wildpark Knüll wurden drei Bärenbabys geboren. Die Freude wird jedoch von einem erneuten Tierausbruch getrübt. Der Sturm am Wochenende ermöglichte den Luchsen die Flucht aus ihrem Gehege.

Homberg-Allmuthshausen. Im Wildpark Knüll sind drei Jungbären auf die Welt gekommen. Tierpfleger entdeckten kürzlich bei einer Routineinspektion des Bärenhauses überraschend drei Jungtiere. Der später bestellte Tierarzt bescheinigte allen drei Jungtieren einen normalen Gesundheitszustand. Nun komme es in den nächsten Wochen darauf an, dass sich Bärenmutter Onni weiter um ihren Nachwuchs kümmert, heißt es in einer Mitteilung des Wildparks.

Landkreis und Wildpark zeigen sich überrascht, mit einem Bärenwurf sei nicht zu rechnen gewesen. Es bleibe nun abzuwarten, wie sich Onni um die Aufzucht der drei Jungtiere kümmern wird. „Wir hoffen, dass Onni sich weiterhin um die Jungtiere kümmert und werden alles dafür tun, dass die drei Jungbären – ein Männchen und zwei Weibchen – eine Chance bekommen, bei uns aufwachsen zu können“, so Wildparkleiter, Dr. Wolfgang Fröhlich. Mit den drei Braunbärenjungen wäre der Tierpark um eine echte Attraktion reicher. Zuletzt war der Wildpark in die Schlagzeilen geraten, weil zwei Wölfe aus dem gemeinsamen Gehege fliehen konnten. Das Gehege wurde nach dem Ausbruch zusätzlich gesichert.

Windbruch ermöglicht Luchsen die Flucht

Flucht ist das Stichwort: Bei aller Freude über den Bärennachwuchs, muss der Wildpark erneut flüchtige Tiere melden. Wie die verantwortlichen mitteilen, ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag durch orkanartige Böen im Luchsgehege ein Baum entwurzelt worden und auf den Zaun des Luchsgeheges gefallen. Dabei wurde der Zaun über mehrere Meter zerstört. Diese Lücke nutzten alle drei im Gehege lebenden Luchse zur Flucht in den umzäunten Wildpark. Ein Luchs konnte wieder eingefangen werden. Ob sich diese Tiere noch im Gehege des Wildparks befinden kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, heißt es vonseiten des Wildparks.

„Die Luchse verhalten sich deutlich ruhiger und zurückhaltender als die seinerzeit entflohenen Wölfe. Alle anderen sich im Wildpark frei bewegenden Tiere, verhalten sich bisher unauffällig“, teilt Wildparkleiter Dr. Fröhlich mit. Der Zaun des Luchsgeheges muss nun repariert werden. Eine Fachfirma wurde laut Wildpark beauftragt und hat die Arbeiten bereits aufgenommen. Im Luchsgehege besteht eine doppelte Sicherung mit Strom und starkem Maschendraht.

Hat wieder Nachwuchs bekommen: Bärenmutter Onni aus dem Wildpark Knüll (hier mit der bereits verstorbenen Alexa).

„Das ist wirklich sehr bedauerlich, dass wegen des Sturms nun erneut Wildtiere aus ihrem Gehege ausbrechen konnten. Solche Schäden sind leider nicht auszuschließen, obwohl die Bäume im Wildpark zweimal jährlich von einem Baumgutachter überprüft werden. Bei der letzten Überprüfung im Herbst 2018 gab es keinerlei Beanstandungen zu diesem nun entwurzelten Baum“, so Pressesprecher Stephan Bürger.

„Wir hatten gehofft, dass nach dem Wolfsausbruch nun der normale Alltag wieder im Wildpark Einzug hält. Es scheint aber, dass uns das Jahr 2019 vor besondere Herausforderungen stellt, denen wir uns nun gemeinsam zu stellen haben“, so Bürger weiter.

Der Wildpark bleibt zunächst geschlossen. Informationen über die Wiedereröffnung werden auf der Homepage des Wildparks eingestellt.

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