Frischer Wind im Melsunger Kirchenkreis

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Sie freuen sich über die gute Jugendarbeit im Kirchenkreis, die auch junge Leute wie Marius Tews (2. v. li.) dazu animiert, die Gemeinde aktiv mitzugestalten: (v. li.) Michael Schümers (Pfarrer Spangenberg), Merike Schümers-Paas (Pfarrerin Spangenberg), Henning Meinecke (Pfarrer Röhrenfurth), Dekan Norbert Mecke und Ilona Grenzebach (Pfarrerin Mörshausen).

„Junge Leute für die Kirche begeistern“, möchte der 18-jährige Schwarzenberger Marius Tews und kandidiert deshalb für den Kirchenvorstand in Röhrenfurth.

Melsungen. Mit der Kampagne „Gerade jetzt!“ hat die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) ihre Mitglieder dazu animiert, an der diesjährigen Kirchenvorstandswahl am Sonntag, 22. September, teilzunehmen – ob als Wähler oder Kandidat. Die Kirchenvorstandswahlen, bei der rund 716.000 Wahlberechtigte aufgerufen sind ihre Stimme abzugeben, finden alle sechs Jahre in der EKKW statt.

Der 18-jährige Marius Tews kandidiert für einen Platz im Kirchenvorstand der Gemeinde Röhrenfurth.

Im Kirchenkreis Melsungen werden die Kirchenvorstände der 34 Gemeinden von 21.200 Personen gewählt. Einer der Wähler ist Marius Tews. Der 18-jährige Schwarzenberger ist aber nicht nur Erstwähler, sondern kandidiert auch für einen Platz im Kirchenvorstand der Gemeinde Röhrenfurth. Mit seinen 18 Jahren ist er der Jüngste unter den 290 Kandidaten, die sich um Vorstandssitze im Melsunger Kirchenkreis beworben haben.„Das Durchschnittsalter der Kandidaten liegt knapp unter 50 Jahren“, sagt Dekan Norbert Mecke, der sich daher besonders über junge Kandidaten freue. „Es ist toll, dass die Gemeinde vollständig abgebildet wird und sich auch junge Menschen bei der Kirchenvorstandswahl engagieren. Immerhin ist die Kirche die erste Institution, in der junge Menschen zuerst wählen dürfen, nämlich ab 14 Jahren“, so Mecke weiter.

"Henning - als Pfarrer Meinecke (li.) - hat mich angesprochen, ob ich mir vorstellen könnte zu kandidieren. Nach etwas Überlegungszeit habe ich dann 'ja' gesagt. Das ist eine tolle Chance, die Kirche für junge Leute zugänglicher zu machen und da kann ich beispielsweise bei der Musik helfen“, sagt der passionierte Keyboardspieler Marius Tews.

Auf die Frage, warum er sich stärker in der Kirche engagieren will, hat der Informatikstudent eine klare Antwort: „Das ist eine tolle Chance, die Kirche für junge Menschen zugänglicher zu machen und da kann ich beispielsweise bei der Musik helfen.“ So sei der 18-Jährige unter anderem ein guter Keyboardspieler, was ihm Henning Meinecke – Pfarrer von Marius‘ Heimatgemeinde in Röhrenfurth – bescheinigt. „Marius hat mich immer wieder musikalisch im Gottesdienst unterstützt und dann habe ich ihn gefragt, ob er sich vorstellen kann, für den Kirchenvorstand zu kandidieren“, sagt Meinecke. „Als er dann 'ja' gesagt hat, insbesondere zu einer sechs Jahre langen Legislaturperiode, finde ich schon eine starke Leistung.“Und auch Tews selbst freut sich auf die mögliche Zusammenarbeit: „Henning Meinecke ist ein junger Pfarrer und ich glaube, er will auch noch jüngere Menschen in der Gemeinde haben und davon gibt es in Schwarzenberg nicht viele. Ich glaube, dass ich den Pfarrer unterstützen kann bei seinen Ideen, die Kirche attraktiver und moderner zu machen, um mehr junge Leute für die Kirche zu begeistern.“ Die Kirche erscheine nach außen hin sehr langweilig und nicht attraktiv, so die Diagnose des Schwarzenbergers. „Die Predigten müssen sich dahingehend verändern, dass die Menschen und Jugendlichen gerne zuhören“, fordert Tews und ergänzt: „Jugendliche sollten überlegen, wo einem die Predigt im Leben helfen kann.“

Auf die Frage nach gelungenen Gottesdiensten und geglückten Modernisierungen empfiehlt der Informatikstudent einen Blick in englischsprachige Ländern. „Dort wird oftmals viel lebendiger gepredigt. Das freiere und offenere Reden spricht junge Menschen besser an, als das trockene Vorlesen einer Predigt“, so der 18-Jährige abschließend, der hofft, andere Jugendliche für die Kirche begeistern zu können.

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