Fritzlar-Geismar bekommt nun doch seine Express-Bus-Haltestelle

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Aktuell fährt die Buslinie 500 des NVV noch am Fritzlarer Ortsteil Geismar vorbei. Obwohl ein Halt an der L 3383 eigentlich kein Problem sein sollte. Platz für eine Haltebucht ist jedenfalls ausreichend vorhanden.

Nach Intervention unserer Zeitung geht's plötzlich ganz schnell.

Fritzlar. Eigentlich sollte diese Geschichte eine komplett andere Stoßrichtung haben: Iris Heichel hatte sich an die Heimat Nachrichten gewandt, weil sie sich nicht mehr anders zu helfen wusste. Die 64-Jährige wohnt mit ihrem Lebenspartner Erwin Naumann in Fritzlar-Geismar, und die beiden fühlen sich „abgeschnitten“.

„Die Anbindung unseres Ortes an den öffentlichen Personennahverkehr ist die reinste Katastrophe. Sie ist quasi nicht vorhanden“, erzählt Heichel. Wenn das Paar gemeinsam – oder einer der beiden einzeln – mit dem Bus nach Kassel fahren möchte, ist das nur unter „erschwerten Bedingungen“ möglich. „Parkplätze am neuen Fritzlarer Busbahnhof sind zeitlich befristet“, sagt Iris Heichel, „und die zeitlich nicht befristeten am Grauen Turm sind zu wenige und dementsprechend fast immer belegt.“ Wenn Iris Heichel beispielsweise morgens nach Kassel möchte, muss ihr Mann sie nach Fritzlar fahren und abends wieder abholen. Gemeinsame Ausflüge sind nahezu unmöglich.

Iris Heichel und Lebensgefährte Erwin Naumann mit dem geballten Schriftverkehr, den sie in dieser Sache bereits hatten – sei es mit dem Fritzlarer Rathaus oder mit dem NVV.

Dabei wäre es so einfach. Die Buslinie 500, der Expressbus von Bad Wildungen nach Kassel, fährt auf der L 3383 direkt durch Geismar – nur: Er hält nicht dort, weil es bislang keine Haltestelle gibt. „Was mich ganz besonders ärgert“, erzählt Iris Heichel, denn Bürgermeister Hartmut Spogat habe im Bürgermeisterwahlkampf 2018 noch versprochen: ‘2019 haben Sie hier eine Haltestelle‘.“ Nur wegen dieses Versprechens habe sie ihn überhaupt gewählt, sagt Heichel. „Und heute will er von diesem Versprechen nichts mehr wissen“, beklagt die 64-jährige ehemalige Justizangestellte. „Ein möglicher Haltepunkt könnte bei der Querungshilfe Neuer Friedhof eingerichtet werden (....) Allerdings liegt der Ausbau in der Mitentscheidung der zuständigen Behörden.“ So und nicht anders will Spogat seine seinerzeitige Aussage getätigt haben, teilt das Stadtoberhaupt Iris Heichel in einem Schreiben mit.

Die zuständigen Behörden, das sind unter anderem der Nordhessische Verkehrsverbund und Hessen Mobil. NVV-Sprecherin Sabine Herms sagt: „Bei uns rennt Frau Heichel offene Türen ein. Wir wollen lieber heute als morgen eine Haltestelle am Neuen Friedhof. Allerdings hat diese Hessen Mobil nicht genehmigt.“

Daraufhin folgte seitens der Heimat Nachrichten eine Anfrage bei Hessen Mobil: Warum will die Behörde eine Haltestelle an der L 3383 nicht genehmigen? Und jetzt kommt die 180-Grad-Wende von Hessen Mobil. Per Mail kam die schriftliche Antwort: „Grundsätzlich stehen wir dem nicht entgegen, sofern die Notwendigkeit vorhanden ist. Wir sind dabei, das weitere Vorgehen mit allen Beteiligten abzustimmen mit dem Ziel, Geismar an die Linie 500 anzubinden.“

Oh, Wunder! Worum Iris Heichel mehrere Jahre vergeblich gekämpft hatte, scheint jetzt ganz schnell zu gehen. Fritzlars Bürgermeister jedenfalls versprach, dass er sich schnellstmöglich mit dem NVV und Hessen Mobil an einen Tisch setzten werde. „Und auch den Ankauf möglicher Flächen für die neue Haltestelle werde man prüfen, so das Stadtoberhaupt.“

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