Knochenfund von Fritzlar-Lohne aufgeklärt: Tote(r) ca. 400 Jahre alt

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Landwirt Jürgen Peter an seinem Grundstück in der Waldecker Straße 1 in Fritzlar-Lohne. Als er und seine Lebensgefährtin Ariane Ohlwein eine Sickergrube ausheben wollen, stoßen sie auf menschliche Knochen, darunter auch einen Schädel.

Im März hatte ein Landwirt bei Grabarbeiten menschliche Knochen gefunden. Jetzt ist klar: Person ist vermutlich während des Dreißigjährigen Krieges um Leben gekommen.

Gießen/Fritzlar-Lohne. Der Knochenfund vom März in Fritzlar-Lohne (wir berichteten) ist mehr oder weniger aufgeklärt. Das gab die Polizeidirektion Schwalm-Eder jetzt bekannt. Nach Angaben von Polizeisprecher Philipp Eifert stammen die Knochen wahrscheinlich vom Ende des 16. Jahrhunderts oder Anfang des 17. Jahrhunderts. Das habe ein Gutachten des Rechtsmedizinischen Instituts in Gießen ergeben.

Am 11. März waren der Lohner Landwirt Jürgen Peter und dessen Lebensgefährtin Ariane Ohlwein beim Ausheben einer Sickergrube auf menschliche Knochen gestoßen – darunter sogar auf einen menschlichen Schädel. Nachdem der Bauer die Polizei verständigt hatte war für ihn das Buddeln beendet – die Spezialisten der Homberger Kriminalpolizei gruben weiter. Die Knochen wurden dann zur Untersuchung ins Rechtsmedizinische Institut nach Gießen gebracht.

Die Knochenstücke, die die Beamten im März aus dem Erdreich holten.

Ob der oder die Tote eines natürlichen Todes gestorben war oder durch ein Verbrechen ums Leben kam, war zunächst völlig unklar. „Sicher ist derzeit nur, dass die Knochen schon mehrere Jahrzehnte in der Erde lagen – vielleicht sogar 50 Jahre oder länger“, sagte Polizeisprecher Markus Brettschneider damals. Brettschneider weiter: „Deshalb befragen wir im Rahmen unserer Ermittlungen auch vorrangig ältere Menschen. Beispielsweise ob sich jemand daran erinnern kann, dass in oder um Lohne einmal ein Mensch vermisst worden war.“

Der gefundene Schädel war auch in einem hessenschau-Beitrag zu sehen.

Die Aufklärung kommt jetzt: Die Experten des Rechtsmedizinischen Instituts kamen zu dem Schluss, dass die Knochen vom Ende des 16. Jahrhunderts oder Anfang des 17. Jahrhunderts stammen. „Die Rechtsmediziner haben die Fundstücke einer sogenannten Radiokarbondatierung unterzogen und kamen so auf das vorliegende Ergebnis“, so Eifert. Die Person, von der die Knochen stammen, sei zum Todeszeitpunkt laut dem Gutachten etwa 18 Jahre alt gewesen.

Möglich sei auch, dass die Person während des Dreißigjährigen Krieges oder bei einer von mehreren Pestepidemien, von denen Fritzlar im damaligen Zeitraum betroffen war, ums Leben gekommen sei.

Ihre strafrechtlichen Ermittlungen hat die Homberger Kripo jetzt – aufgrund der Ergebnisse des Gutachtens – eingestellt.

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