Mit fairen Mitteln: Fritzlarer Michael Bender produziert mit seinem Label Motte Klamotte nachhaltige Mode

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Bei der Produktion: Michael Bender verwendet ausschließlich vegane Farben für seine Kollektionen.

Selbstgemacht, fair, vegan und transparent – dafür steht das Mode-Label Motte Klamotte, das der Wahl-Fritzlarer Michael Bender 2015 aus der Taufe gehoben hat. Seit vergangenem Jahr gibt es die Mode des 37-jährigen auch im Concept-Store „Gute Stube“ in Fritzlar.

Fritzlar. Vom mondänen Düsseldorf aufs Land in das kleine nordhessische Fritzlar: Mode-Macher Michael Bender hat sich bewusst für diesen Schritt entschieden – der Liebe wegen. Seit gut einem Jahr lebt er mit Freundin Lisa Heine in der Domstadt. Gemeinsam haben sie hier im August 2018 ihren ersten gemeinsamen Laden eröffnet.

Einen Concept-Store, der im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut geht. Denn in der „Guten Stube“ inmitten der historischen Altstadt Fritzlars steht das Tätowieren im Fokus. Lisa Heine hat das Handwerk in Kassel gelernt, wo die gebürtige Werkelerin auch lange Jahre gelebt und gearbeitet hat.

Michael Benders Steckenpferd ist jedoch die Mode – genauer sein eigenes Label Motte Klamotte, das der gebürtige Marburger 2015 in Düsseldorf an den Start gebracht hat. Und das hat mit der „Guten Stube“ erstmals auch einen festen Store, in dem seine Teile verkauft werden. „Motte Klamotte gab es vorher nur im Online-Store, der natürlich weiterhin besteht“, erklärt Bender.

Seit August 2018 gibt es Motte Klamotte nicht nur im Online-Store, sondern auch in der "Guten Stube" in Fritzlar.

Dabei ist „die Motte“, wie der 37-Jährige sein Label auch nennt, ein Gegenentwurf zur Massenmode, die möglichst billig in Fernost produziert wird. Die Label-Maxime: selbstgemacht, fair, vegan und transparent. Dabei sind die Designs stark an Band-Shirts aus der Punk und Hardcore-Szene angelehnt. „So kam es überhaupt erst zu Motte Klamotte. Ich dachte mir: Das muss doch auch in nachhaltig möglich sein“, erinnert sich Bender.

Der gelernte Ergotherapeut ist seit seinem 14. Lebensjahr Vegetarier, seit gut zehn Jahren lebt er vegan. „So kommt man auf die Schiene, umweltbewusst zu leben. Die Idee war Kleidung zu machen, die diesen Ansprüchen gerecht wird, dabei aber erschwinglich bleibt“, betont der 37-Jährige. Der Name Motte Klamotte sei jedoch zufällig zustande gekommen. „Es hört sich einfach gut an und bleibt im Kopf. Ein tieferer Sinn steht nicht dahinter“, sagt Bender mit einem Augenzwinkern.

Betreiben seit August 2018 den Concept Store „Gute Stube“ in Fritzlar: Motte Klamotte-Gründer Michael Bender und Lisa Heine.

Die Bekleidungsrohlinge die später zur „Motte“ werden sind nach Angaben von Bender durchweg GOTS-zertifiziert (Global Organic Textile Standard; siehe EXTRA-INFO). Aber auch Upcycling ist ein Thema beim Mode-Macher: So macht der 37-Jährige aus ausrangierten Bundeswehrparkas echte Unikate. Zwei bis drei Kollektionen bringt der Motte-Macher im Jahr raus – das Artwork kommt nicht nur von Bender selbst, auch Freundin Lisa und befreundete Tätowierer sind künstlerisch beteiligt.

Immer ein „Selfmade-Label“ bleiben

Das kommt an – auch auf dem Land, wie Bender deutlich macht: „Der Zuspruch hier in Fritzlar ist auf jeden Fall da.“ Noch ist das Label ein Ein-Mann-Betrieb. „Lisa hilft mir jedoch, wo sie kann. Und auch meine Mutter wird des Öfteren eingespannt“, sagt der gelernte Ergotherapeut. Aufgebracht werden die Motive mittels Siebdruck, produziert wird natürlich in Fritzlar. Mittelfristig könne Bender sich vorstellen mit Motte Klamotte zu wachsen. Dabei solle jedoch keinesfalls das, wofür Motte Klamotte steht, auf der Strecke bleiben. „Wir möchten immer als Selfmade-Label verstanden werden. Die ‘Motte’ soll keinesfalls verramscht werden“, stellt der Label-Gründer klar.

EXTRA-INFO

Das steckt in und hinter Motte Klamotte

• keine synthetischen Pestizide oder Dünger im Anbau

• keine potenziell schädlichen Chemikalien wie Farbstoffe oder starke Reinigungsmittel bei der Verarbeitung

• keine Gentechnik

• keine Kinder- oder Zwangsarbeit

• angemessene Löhne und Arbeitszeiten • Nachhaltigkeit beim Produktionsprozess

• Abwassersysteme die sämtliche Zusätze entfernen damit nichts im Grundwasser landet

• Energierückgewinnung und Selbstversorgung durch Solar- und Windkraft

• Druck vor Ort mit wasserbasierten veganen Farben, die den GOTS- Standard erfüllen

• Mützen , Caps und Klamotten werden in Handarbeit selber benäht

Mehr Infos über Motte Klamotte gibt es auf der Homepage www.motte-klamotte.de.

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