Gefördert durch Dorfentwicklung: Neuentaler schaffen modernen Wohnraum aus alten Gebäuden

1 von 17
Dana Canda und Sebastian Fawier freuen sich über die Eingangstür, die aus alten Balken des Gebäudes erstellt wurde.
2 von 17
Das Foto zeigt Fawiers Gebäude von außen - vor der Sanierung. Dort hat sich vor allem im Bereich der Eingangstür etwas getan, doch die großen Veränderungen passierten im Inneren.
3 von 17
Das Foto zeigt Fawiers Gebäude von außen - nach der Sanierung. Dort hat sich vor allem im Bereich der Eingangstür etwas getan, doch die großen Veränderungen passierten im Inneren.
4 von 17
Das Foto zeigt den Zustand bevor Fawier anfing es zu modernisieren.
5 von 17
Freiliegende Balken, LED-Spots und vieles mehr verändern das 1774 erbaute Gebäude erheblich gegenüber dem Ursprungszustand.
6 von 17
Das Foto zeigt den Zustand bevor Fawier anfing es zu modernisieren.
7 von 17
8 von 17
Das Foto zeigt den Zustand bevor Fawier anfing es zu modernisieren.

Aus alt mach schick: Bürger profitieren von den Fördergeldern des Programms Dorfentwicklung und finanzieren so Arbeiten an alten Gebäuden. Unsere Zeitung blickt beispielhaft nach Neuental.

Neuental-Zimmersrode/Dorheim. Komplett verwittert und heruntergekommen beschreibt Sebastian Fawier das Grundstück in Neuental, das er nach einer ersten Sichtung und trotz über zwei Meter hoch gewachsenen Dornen erwarb.

„Es hat mir gefallen, denn ich habe Potenzial gesehen“, freut sich der Architekt. Zum Grundstück gehören drei Gebäude: ein mittlerweile völlig saniertes Fachwerkhaus und zwei Scheunen, wobei letztere noch auf Fawiers Plan bis 2022 stehen. Denn mögliche Fördergelder der Dorfentwicklungsplanung müssen in vollständigen Anträgen spätestens bis 31. März 2020 beantragt werden. Das gewollte Bauvorhaben muss ab Bewilligungsdatum dann innerhalb von zwei Jahren ausgeführt werden. „Die Zeit geht schnell vorbei“, erinnert Monika Heger, in Neuental für die Bauberatung der Dorfentwicklung zuständig.

Das Foto zeigt den Zustand bevor Fawier anfing es zu modernisieren.

Neuer Wohnraum

Im Fachwerkhaus sind zwei Wohnungen entstanden, von denen vor allem die obere moderner kaum sein könnte: Fußbodenheizung, abgerundete Fensterbänke, LED-Spots in der Mitte jedes Fensters, fehlende Decken in zwei Räumen für mehr Helligkeit durch Dachfenster, eine zweite Etage mit Ausblick sowie eine moderne Küche und ein entsprechendes Bad. „Vor allem die LED-Spots kommen abends schön zur Geltung“, ergänzt Fawiers Partnerin Dana Canda.

Freiliegende Balken, LED-Spots und vieles mehr verändern das 1774 erbaute Gebäude erheblich gegenüber dem Ursprungszustand.

Alt trifft Neu

All das wird von freiliegenden geölten Balken umrahmt. „Wir haben nur einige Balken entfernt, die nicht mehr gut waren. Aus dem Material, das noch verwendbar war, baute uns ein regionaler Architekt die Eingangstür“, erklärt Fawier, dem trotz seines aktuellen Wohnortes in Frankfurt am Main regionale Verbundenheit wichtig ist. So habe er auch auf regionale Handwerker gesetzt.

Ein Dreivierteljahr sollen die beiden nur herausgerissen haben, denn zuvor wurde für einen langen Zeitraum lediglich ein Raum genutzt. Da gab es noch einen Ölofen, jetzt eine Heizung im Boden. Ab 2014 wurde das Gebäude zweieinhalb Jahre saniert. Kosten: „180.000 Euro inklusive Fördergelder, weil wir viel selbst gemacht haben“, fasst Fawier zusammen.

„Unser Credo war es, alles so zu bauen, als würden wir selbst einziehen wollen – dementsprechend haben wir auch die Materialien verwendet“, ergänzt Canda.

Als nächstes steht die Scheune auf seinem Plan zur Modernisierung. Die zu sehenden Steine sollen als Mauer das Gelände zur Straße hin abgrenzen.

Fawier plant und setzt um 

Das Gebäude wurde 1774 erbaut. Ein Anbau erfolgte später. Für die Scheune neben dem Haus sind die Pläne schon fertig. Daraus soll laut Fawier eine Oldtimergarage für mehrere Fahrzeuge mit zwei Wohnungen werden. „Vielleicht wird diese noch schöner“, schmunzelt Fawier. Für das dritte Gebäude im Bunde hat er ebenfalls schon Ideen, muss sich aber noch festlegen, was er genau daraus machen will. Insgesamt soll das Grundstück aber auch mit einer Mauer abgegrenzt sein.

Die energetische Sanierung verschaffte dem Heim der Kremsers ein ganz neues Äußeres. Dieses Bild zeigt das Haus vor der Sanierung. 

Energetisch saniert

Ein eigenes Heim mit Hilfe aus dem Dorfentwicklungstopf haben sich dagegen Michael und Barbara Kremser aus Neuental-Dorheim geschaffen. „Wir haben von 2016 bis 2017 energetisch saniert, was möglich war“, sagt Barbara Kremser. Kosten: 89.000 Euro inklusive Fördergelder. Innen haben die beiden vieles selbst gemacht. „Im Winter sind die Rohre hinter dem Fachwerk immer zugefroren. Durch die neue Dämmung außen, passiert so etwas innen nicht mehr“, berichtet Michael Kremser stolz. „Durch die finanzielle Entlastung haben wir mehr gemacht, als zunächst geplant“, freuen sich die beiden.

Die energetische Sanierung verschaffte dem Heim der Kremsers ein ganz neues Äußeres.

Ein weiterer Pluspunkt: Zuvor stand noch ein weiteres Gebäude, Wand an Wand, daneben. „Durch dessen Abbruch erhält die ganze Ecke im Ortsteil mehr Licht und wirkt freundlicher“, ergänzt Hager. Ziel der Förderung zur Dorfentwicklung ist eine gute Lebensqualität im ländlichen Raum zu erhalten und sich an die gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen. Daher soll die Innenentwicklung gestärkt, der Flächenverbrauch verringert und die Energieeffizienz gesteigert werden.

Rahmenbedingungen für die Förderung

Für die Nutzung der Fördergelder der Dorfentwicklung gibt es einige Rahmenbedingungen: Die Mindestinvestition an einem vor 1950 errichteten Gebäude muss 10.000 Euro betragen. Dabei werden 35 Prozent, aber maximal 35.000 Euro gefördert. Fördergelder werden nur bei Orts-/Stadtteilen mit bis zu 2.000 Einwohnern ausgewiesen. Private Vorhaben sind nur in abgegrenzten Fördergebieten in den Ortskernen oder bei Kulturdenkmälern möglich. Bei Kulturdenkmälern liegt die Fördersumme auch bei 35 Prozent, aber bei bis zu 45.000 Euro Ausgaben für Umnutzung, Sanierung, Erweiterung sowie für den Neubau in regionaltypischer Bauweise. Nicht förderfähig sind etwa Schönheitsreparaturen und Bauunterhaltung. Umfassende und energieeffiziente Vorhaben werden vorrangig gefördert. Ein Rechtsanspruch für die Fördergelder besteht nicht.

Bisher hat Heger über 90 Beratungsgespräche in Neuental geführt, wovon 42 daraus entstandene Projekte auch bewilligt wurden (Stand 9. Januar 2019).

Weitere Infos und kostenlose Bauberatung vor Ort in Neuental bei Monika Heger, Tel.: 06695-911960.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Autoschätze vergangener Jahre konnten beim Oldtimertreffen in Fritzlar bestaunt werden 

Zum bereits 10. Mal lockte das Oldtimertreffen nach Fritzlar. Hautnah konnten die Besucher die Autoschätze früherer Jahrzehnte erleben und sich oftmals selbst direkt …
Autoschätze vergangener Jahre konnten beim Oldtimertreffen in Fritzlar bestaunt werden 

Kaweyar aus Guxhagen: Bildergalerie zur Fundstelle

Kaweyar aus Guxhagen: Bildergalerie zur Fundstelle

Kaweyar aus Guxhagen: Der leblose Körper des Mädchens wurde gefunden

Kaweyar aus Guxhagen: Der leblose Körper des Mädchens wurde gefunden

Sieben Schaflämmer von Weide in Guxhagen geklaut

Am vergangenen Wochenende wurden sieben Schaflämmer von einer Weide in Guxhagen gestohlen.
Sieben Schaflämmer von Weide in Guxhagen geklaut

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.