Gegen Schönheitsideale: Fotograf zeigt nicht-perfekte Körper

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Im Kampf gegen gängige Schönheitsideale zeigt der Bad Zwestener Fotograf Erhard Scherpf nicht-perfekte Körper in seinen Aktfotografien.

Bad Zwesten-Niederurff.  In einer modernen Gesellschaft, wie der heutigen, streben die Menschen nach Schönheit und Perfektion. Der Fotograf und Künstler aus Niederurff, Erhard Scherpf, kämpft mit seinen Bildern gegen dieses Ideal an. "Das ,klassische Schöne’ ist dem idealisierten, manipulierten Medienbild gewichen, in dem ,seelenlose Kleiderständer mit Kultstatus’ das Denken eines Großteils der Mädchen und Frauen der westlichen Welt dominieren", so Scherpf.

Seine aktuelle Foto-Ausstellung "Störbilder – Das Unbehagen am Rande der Schönheit" beschäftigt sich mit der realen Schönheit, ganz ohne Retusche. Bilder, die man so nirgends zu sehen bekommt. Seine Werke zeigen den Menschen, wie er – vom Leben gezeichnet – wirklich aussieht. "Die eigentliche Sorge um den Körper ist einvernehmlich der Sorge um das gesellschaftlich ,schöne’ Erscheinen des Körpers gewichen", so der Fotograf weiter.  Der moderne Mensch hat Angst vorm Älter werden sowie vor Narben, Verfall, Vergänglichkeit und Falten.

Die Idee zu der Fotostrecke kam dem Künstler, nachdem er im Alter von 49 Jahren einen Motorradunfall hatte. Ein Autofahrer hatte ihm die Vorfahrt genommen. Plötzlich stand sein Leben auf dem Kopf. Er wollte sich jedoch  seinem Schicksal nicht beugen. Es folgten zig Operationen. Scherpf war an den Rollstuhl gebunden, hatte etliche Reha-Aufenthalte und musste wieder von ganz vorne anfangen. Während seiner Reha-Aufenthalte lernte er viele spannende Menschen kennen, die sich später für sein Projekt fotografieren ließen. Für die ersten Bilder dieser Serie, ließ er allerdings noch seinen eigenen Körper ablichten.Auf Sicherheitsglas haben sich die Probanden fotografieren lassen, die Kamera direkt unter dem Körper. Posieren ist auf dem unbequemen Material nicht möglich, daher sind die "Nacktbilder" unverfälscht. Scherpf geht es nicht darum diese Werke unbedingt zu verkaufen, er will den Betrachter mit der Wirklichkeit konfrontieren. "Ich denke nicht, dass sich jemand so ein Bild zu Hause aufhängen würde", sagt er.

Seine Fotoserie hat er ausgeweitet, denn Haut hat Hochkonjunktur. "Nie wurde in der europäischen Kultur so viel Geld für Tätowierungen, Piercings, Haut-Lifting, Fettabsaugung und Sonnenstudios  ausgegeben wie heute." Scherpf fotografiert deshalb neben kranken Menschen, wie beispielsweise Krebspatienten oder Unfallpatienten, auch tätowierte sowie gepiercte. Denn Tattoos seien ein Ausdruck von Identität. Der Mensch nutze seine Haut, um seine Identität nach außen zu spielgeln, so der Künstler. Das  interessiere ihn sehr.Die Ausstellung von Scherpf können sich Interessenten in dessen Atelier im Lohweg 4, Bad Zwesten-Niederurff ansehen und sich zudem dort mit dem Künstler austauschen. Aktuell kann seine Kunst auch im Zuge der Ausstellund der "Landrosinen" besichtigt werden (wir berichteten: "Atelier-Rundgang der Landrosinen - Ein "Mekka" für Kunstfreunde").

Weitere Informationen zu Erhard Scherpfs Fotografien und Kunst gibt es unter www.eastside-gallery.de.

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