Nur Gerücht: Sachen aus Flüchtlingslager Schwarzenborn verbrannt

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In Schwarzenborn wird das Gerücht kolportiert, dass nach der Räumung des Flüchtlingslagers die Zelte, Böden, Betten, Deck verbrannt worden sind.

Schwarzenborn. Heute mal ein Novum in unserer Rubrik "Aufgeschnappt". Während wir hier unsere Leser ansonsten mit knackigen Short-News versorgen, räumen wir heute mal mit einem Gerücht auf, das wir aufgeschnappt haben.

Vergangene Woche meinte meine Mutter zu mir: "Stell Dir doch mal vor, was die mit den Sachen im Erstaufnahmelager in Schwarzenborn gemacht haben, nachdem die Flüchtlinge alle weg waren!"

Ich: "Was haben sie denn damit gemacht?"

Meine Mutter: "Sie haben das Zeug mit Radladern zusammengeschoben und dann alles abgefackelt!"

Ich: "Hmmmmmpffffff :-)))). MUTTER!!"

Sie: "Lach’ nicht, das ist wahr!"

Ich: "Und wo hast Du das her?"

Sie: "Von ‘ner Freundin aus Appenfeld. Und die hat’s von ‘ner Bäckersfrau aus Schwarzenborn."

Ich: "Mutter, denk doch mal nach: Wenn Vater im Garten irgendwelche Abfälle verbrennen würde, dann stünden nach fünf Minuten Feuerwehr und Polizei bei uns im Garten... und wir hätten ‘ne fette Anzeige am Backen. Und da sollen die Behörden sowas angeordnet haben? Und außerdem: Was würde es denn für einen Sinn machen, wenn man Zelte, Heizungen und andere wiederverwertbare Sachen einfach verbrennen würde? Das wäre ja eine nicht zu vertretende Ressourcenverschwendung!"

Sie: "Stimmt! Eben drum! Deswegen rege ich mich ja so auf! Unfassbar, was unsere Regierung und die Behörden an Geld für die Flüchtlinge aus dem Fenster werfen. In Schwarzenborn war’s so. Die haben alles verbrannt. Wegen der Seuchengefahr. Das sagt die Bäckersfrau. Und die muss es wissen!"

Ich: "Mutter, ich kümmer mich drum, ich kläre das ab. Ich rufe beim Regierungspräsidium an, die haben das Lager einrichten lassen. Die müssen wissen, was mit den Sachen passiert ist."

Gesagt, getan. Ich habe beim RP angerufen und Michael Conrad, den netten Pressesprecher des Regierungspräsidiums, gefragt, ob denn das stimmen würde, was man sich in Schwarzenborn vom dortigen Erstaufnahmelager erzählen würde. Dass dort nach dessen Auflösung alle Sachen verbrannt worden seien. Die Gedankenpause am anderen Ende der Leitung war gefühlte fünf Minuten lang.

Herr Conrad: "Herr Knödl! Wie stellen Sie sich das denn vor? Wir können doch diese Sachen nicht einfach verbrennen! Das ist illegal."

Ich: "Herr Conrad. Meine Mutter sagt, dass das eine Freundin sagt, dass das eine Bäckersfrau aus Schwarzenborn sagt. Drum recherchiere ich jetzt investigativ in der Angelegenheit."

Herr Conrad: "Das ehrt Sie! Dann will ich mal den Kollegen bei uns im Haus fragen, der sich mit der Flüchtlingseinrichtung in Schwarzenborn auskennt. Ich werde mich schlau machen und Sie zurückrufen."

Fünf Minuten später klingelt mein Telefon: 0561106...., das ist Herr Conrad.

Michael Conrad: "Also Herr Knödl. Probleme hatten wir mit dem Zaun... der brannte so schlecht (und lacht). Nein, Spaß beiseite. Dann nehmen Sie sich mal ‘nen Stift und ‘nen großen Zettel. Fangen wir mal mit dem Boden an: Den hat die Firma Hoffmann aus Neukirchen ausgebaut und eingelagert. Auch der Großteil der Zelte lagert nach dem Abbau bei Hoffmann. Drei der Zelte gingen an den Schwalm-Eder-Kreis, für das THW und die Feuerwehr. Die Feldbetten gingen an die Berufsfeuerwehr Kassel. Die Auflagen und die Bettdecken waren sowieso Einmalartikel. Da haben wir geprüft, was teurer ist: Reinigen oder wegwerfen. Wegwerfen war billiger. Sie wurden fachgerecht entsorgt.Die Heizungen wurden ebenfalls in Neukirchen eingelagert. Der Platz ist inzwischen von vielen helfenden Händen – darunter auch 23 Soldaten – gesäubert worden. Im Frühjahr wird es dort einige Neunanpflanzungen geben. So, das war’s im Großen und Ganzen. Noch Fragen?"

Ich: "Nein, danke. Ich nicht. Aber wenn meine Mutter oder die Bäckersfrau aus Schwarzenborn noch Fragen haben sollten: Dürfen die Sie anrufen?"

Michael Conrad: "Aber selbstverständlich. Und Ihnen noch einen schönen Tag."

Ich also meine Mutter angerufen: "Mutter, ich habe mit dem RP telefoniert. Ist alles Schnickschnack, was da über das Flüchtlingslager in Schwarzenborn erzählt wird."

Sie: "Danke meine Junge. Das habe ich mir ja gleich gedacht!"

Ich: "Hmmmmmpffffff :-)))). MUTTER!!"

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