Über 235 Ostheimer sind gegen einen Logistiker vor der Tür

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Lydia Keim und Anne Braun stehen stellvertretend für über 235 Ostheimer an einer der drei Flächen, über die sich ein Logis­tikunternehmen erstrecken würde. Im Hintergrund: Ostheim und eine Werbesäule

Angst um Lebensqualität wegen Unternehmensansiedlung: Eine Entscheidung, wie mit den Flächen bei Malsfeld-Ostheim verfahren wird, kommt wohl erst Ende August.

Malsfeld-Ostheim. Während in Malsfeld-Ostheim auf der einen Seite weite Flächen zum Spazierengehen einladen, dröhnen von Osten her die Autos auf der Autobahn und das Gewerbegebiet. 20 Jahre lang wurde nun versucht, auch westlich der Autobahn, also in unmittelbarer Nähe zu den 300 Ostheimern, die dort wohnen, ein Kleingewerbe anzusiedeln – vergeblich. Da sich aber eine Firma für Lagerlogistik und Seecontainer für eine Ansiedlung interessiert beziehungsweise das Interesse an gewerblichen Flächen allgemein hoch ist, kam nun der Vorschlag auf, zwei Flächen zu tauschen und die daraus neu entstandene Fläche als Gewerbefläche auszuweisen, auf der sich auch ein Logistiker niederlassen kann. Für das Kleingewerbe war eine Fläche von 3,5 Hektar vorgesehen. Diese befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Ostheimer Friedhof.

Auf der neuen Fläche am Kreisel der Ortsumgehung bräuchte der Interessent für den Containerumschlag lediglich 2,2 Hektar. Ein ortsansässiger Landwirt äußerte Bedenken, ob das nicht nur der Anfang sei. Zwar würde sich der Logistiker auf der neuen Fläche weiter weg von den Ostheimer Wohnhäusern niederlassen als das zunächst vorgesehene Kleingewerbe, doch die Lärmentwicklung wäre mit den Containern auch größer. Ebenfalls denkbar für die Ostheimer: Eine zukünftige Expansion des Unternehmens. „Dazu kämen möglicherweise noch Lichtflutanlagen, die die Nacht zum Tag machen“, so der Landwirt weiter. „Erst die Autobahn und das Gewerbegebiet, dann der Werbeturm auf unserer Seite und was nun? Industrie bis zur Haus­tür kann nicht der richtige Weg sein.“

Bürgermeister Herbert Vaupel entkräftigt diese Bedenken jedoch: „Es wäre ein Tausch ohne zusätzliche Flächen. Das Regierungspräsidium würde einer Erweiterung der Gewerbefläche ohnehin nicht zustimmen.“ Außerdem solle gegen die optischen Einschränkungen über eine entsprechende Bepflanzung nachgedacht werden.

Lydia Keim und Anne Braun aus Ostheim haben ebenfalls Bedenken: „Hinzu kommen die vielen Dauerparker, die ihre Pkw bei uns abstellen und dann mit den Lkw unterwegs sind. Das passiert jetzt schon. Der herumliegende Müll nimmt dann sicher auch noch zu.“ Bei der letzten Gemeindevertretersitzung verschafften die Ostheimer ihren Bedenken auch Gehör und verzeichneten einen ersten Erfolg. Das Thema ging zurück in den Haupt- und Finanzausschuss. Unterzeichnet hatten bis Redaktionsschluss über 235 Ostheimer. Die Vertreter der 235 sind sich im Redaktionsgespräch einig: „Wir wollen leben!“

Anfang August wird sich der Vorstand des Zweckverbandes Mittleres Fuldatal, dem die Fläche gehört, zu einer Vorstandssitzung treffen. Am 23. August soll dann der Haupt- und Finanzausschuss eine Lösung präsentieren und zwar mit großer Wahrscheinlichkeit im Dorfgemeinschaftshaus Ostheim. „Wenn wir sachlich darüber reden, bin ich mir sicher, dass wir eine befriedigende bis gute Lösung für alle Beteiligten finden“, erklärt Vaupel. Die nächste Gemeindevertretersitzung findet dann am 30. August statt.

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