Global-Care Hilfe in Ostafrika trägt viele Früchte

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Global-Care-Geschäftsführerin Beate Tohmé war in Uganda und Äthiopien und besuchte Projekte des Fritzlarer Kinderhilfswerks

Fritzlar. Wenn Beate Tohmé das vergangene Jahr Revue passieren lässt, dann sind ihr acht Tage im Herbst in besonderer Erinnerung geblieben: Die vom 9. bis zum 17. Oktober. In dieser Zeit besuchte die Geschäftsführerin des Fritzlarer Kinderhilfswerks Global-Care mehrere Projekte in Ostafrika, die von ihrer Organisation unterstützt werden.

„Es ist schon beeindruckend, was dort geleistet wird und geschaffen wurde“, so Tohmé. Ganz konkret nennt die Geschäftsführerin das Flüchtlingslager Palorinya. In dem zehn Kilometer südlich der Grenze zwischen Uganda und dem Südsudan liegenden Lager leben auf 37 Quadratkilometern rund 150.000 Menschen. „Palorinya ist ein etwas anderes Flüchtlingslager. Es gibt dort keine Zelte“, erzählt Tohmé, „die Menschen leben meist in Lehmhütten auf kleinen Grundstücksparzellen. Sie bauen Mais, Auberginen, Bananen oder anderes Obst und Gemüse an und verkaufen das – was aber nicht zum Leben reicht.“

Vor rund zwei Jahren wurde Global-Care angefragt, ob die Organisation den Bau einer Secondary School (Anm. d. Red.: Englisch für „weiterführende Schule“) für die Lagerkinder unterstützen würde. Global Care sagte zu, Baubeginn war im Sommer 2018 und in diesem Sommer ging‘s los mit dem Unterricht. Tohmé: „Rund 200 Jugendliche werden dort aktuell unterrichtet. Vorrangig von Lehrern, die selbst geflüchtet sind. Die wissen am besten, in welcher Situation sich die Schüler befinden und können entsprechend sensibel mit diesen umgehen.“ Eine gute Schulbildung sei wichtig sagt Tohmé, sie sei der Schlüssel zu einem besseren Leben und damit auch zum Frieden.

Neben den drei Tagen in Moyo machte Tohmé auch einen Abstecher nach Nampunge. In dem kleinen Dorf, eine Dreiviertelstunde von der ugandischen Hauptstadt Kampala entfernt, betreibt Global-Care eine Krankenstation. Tohmé: „Laut WHO-Statistik kommen in Uganda 21.700 Einwohner auf einen Arzt. Die Lebenserwartung liegt bei etwa 59 Jahren – von 1.000 Neugeborenen sterben über 58 Säuglinge bevor sie das erste Lebensjahr erreicht haben.“ Nampunge ist eine von fünf Krankenstationen, die Global-Care in Uganda betreibt. „Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur medizinischen Basisversorgung“, erklärt Tohmé, „neben der medizinischen Vorsorge und der Behandlung von Unfällen und Verletzungen leisten wir beispielsweise auch Hilfe bei Entbindungen.“

Eine weitere Station bei Tohmés Ostafrika-Reise war Mutungo. Dort – wie an rund 40 weiteren Standorten – unterstützt Global-Care ein Aids Projekt, mit dem HIV-infizierten Jugendlichen oder Frauen eine Zukunftschance gegeben wird. „Das Programm nennt sich t.a.p.p. , was für ‘tumaini aids prevention program‘ steht. ‘Tumaini‘ bedeutet auf Luganda ‚Hoffnung‘“, so Tohmé, „in einem zweijährigen Trainingsprogramm lernen HIV-infizierte Jugendliche beispielsweise das Schneiderhandwerk. Oder das der Näherin, des Schusters oder des Friseurs.“

Und die Heimreise führte Tohmé noch über die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba, wo Global-Care ein Ausbildungszentrum betreibt. Tohmé: „Das war nochmal ein sehr schöner Abstecher, vor allem wenn man sieht, mit welcher Hingabe und letztlich auch mit welchem Erfolg die äthiopischen Jugendlichen dort teilnehmen. Die Hotelfachkräfte, Maurer, Schlosser etc. haben meist schon weit vor dem Ende ihrer Ausbildung eine Arbeitsstelle sicher.“

Kontakt: Kinderhilfwerks Global-Care Gebrüder-Seibel-Ring 23 34560 Fritzlar Tel.: 05622/6160 www.global-care.de

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